Wahl in Lettland: Pro-EU-Partei liegt vorn
Erfolg für Regierungschef Kulbergs:Wahl in Lettland: Pro-EU-Partei liegt vorn
Die Wahl in Lettland war von Sorge um die Sicherheit und den Einfluss Russlands geprägt. Doch die proeuropäische Partei von Ministerpräsident Kulbergs wurde klar stärkste Kraft.
Bei der Parlamentswahl in Lettland ist die Regierungspartei von Ministerpräsident Andris Kulbergs stärkste Kraft geworden - womit der Baltenstaat seinen proeuropäischen und proukrainischen Kurs fortsetzen dürfte. Mit 35,4 Prozent der Stimmen geht die Mitte-Rechts-Gruppierung als haushoher Sieger aus der Abstimmung hervor, wie die Daten der Wahlkommission in Riga nach Auszählung der Angaben von 94 Prozent aller Wahllokale zeigten. Damit konnte die Partei ihr Ergebnis im Vergleich zur vorigen Wahl mehr als verdreifachen.
Geprägt von Sorgen über die nationale Sicherheit hat Lettland ein neues Parlament gewählt. Das Nato-Land grenzt an Russland – und zählt zu den engsten Unterstützern der Ukraine.
02.10.2026 | 2:40 minWahl von Sorge um nationale Sicherheit geprägt
Zentrale Themen im Wahlkampf des an Russland und dessen Verbündeten Belarus grenzenden Baltenstaats waren Sicherheit und Verteidigung. Darüber hinaus spielten auch sozialpolitische und wirtschaftliche Themen eine große Rolle im Wahlkampf. Lettland gehört der EU und der Nato an.
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Da Lettland massiv in seine Sicherheit investiert, fehlt das Geld an anderer Stelle. Das Gesundheitssystem leidet, Abwanderung und Überalterung sind ein Problem. Viele Menschen klagen über hohe Preise und niedrige Gehälter, die Wirtschaft stockt.
Die Sorge vor russischer Einflussnahme auf die Parlamentswahlen in Lettland durch Cyberangriffe war im Vorfeld groß. Das Land liegt strategisch sensibel an der Nato-Außengrenze und ist im Fokus Russlands.
02.10.2026 | 2:08 minGewinne auch für populistische Kräfte
Starke Zugewinne verzeichneten bei der Wahl auch populistische Kräfte. Zweistärkste Kraft wird die Partei Lettland an erster Stelle (13,2 Prozent), gefolgt von Souveräne Macht (11,8 Prozent). Beide dürften besonders bei Wählerinnen und Wählern aus der russischstämmigen Minderheit gepunktet haben. Dahinter folgen die linksgerichteten Progressiven (7,4 Prozent).
Von Kulbergs' bisherigen drei Koalitionspartnern schaffen nur zwei den Sprung ins Parlament: die nationalkonservative Nationale Allianz (9,1 Prozent) und die liberalkonservative Jauna Vienotiba (6,2 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag nach bisherigen Angaben bei 51,8 Prozent.
Quelle: dpa, AFP
Über das Thema berichteten mehrere Sendungen, unter anderem das heute journal am 02.10.2026 ab 22 Uhr.
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