Comic «Des Boum et des Paf» – Gaston lebt weiter: Der berühmteste Comic-Pechvogel ist zurück

«M'enfin, oui!», so würde Gaston Lagaffe die Veröffentlichung seines neuesten Comics mit seinem wohl berühmtesten Ausruf bestätigen.
Sein Schöpfer, der Belgier André Franquin, ist zwar vor rund 30 Jahren gestorben – aber Gaston lebt weiter. Sein neuester Band ist gerade erschienen: Es ist der 23. «Gaston» auf Französisch und der Verlag Dupuis hat vorsorglich eine Million Exemplare drucken lassen. Der aktuelle Band ist bereits die zweite Fortsetzung des Gaston-Erbes durch Delaf. Die eigentliche Rückkehr der Kultfigur vor drei Jahren verlief allerdings alles andere als reibungslos.
Gezeichnet wird Gaston vom Québecer Comicautor und Karikaturisten Marc Delafontaine, bekannt als Delaf. Bereits vor drei Jahren hat er die Comicfigurmit dem Band «Le Retour de Lagaffe» («Die Rückkehr eines Chaoten») wieder auferstehen lassen. Das war so etwas wie eine kleine Revolution, denn schliesslich hatte man den liebenswerten Faulpelz mit seinen verrückten Einfällen seit 1996 nicht mehr gesehen.
Die Rückkehr von Gaston gestaltete sich damals jedoch kompliziert. Denn der Neustart löste einen Rechtsstreit zwischen dem Verlag Dupuis und der Tochter des Gaston-Schöpfers Franquin aus.
Nach ihrer Auffassung war sie die alleinige Rechtsnachfolgerin ihres Vaters – und überzeugt, dass André Franquin niemals gewollt hätte, dass Gaston nach seinem Tod von einem anderen Zeichner weitergeführt wird. Fans wissen: Gaston ist so etwas wie das Alter Ego von Franquin.
Jedoch besitzt der Verlag Dupuis die Verwertungsrechte an der Figur. Und vor Gericht bekam Dupuis recht.
Rückkehr der Klassiker
Nach dem Erfolg des ersten neuen Bandes wurde der jetzt erschienene zweite Streich aus der Feder von Delaf heiss erwartet. Mit Unterstützung des französischen Comic-Künstlers Trondheim bleibt Delaf Franquins Modell von Gaston treu.
Gaston bleibt Gaston, mit seiner Faulheit, seinen Missgeschicken und seinen verrückten Erfindungen. Delaf hat sich zudem entschieden, die Gaston-Welt der 1970er-Jahre beizubehalten, mitsamt einem gelb-schwarzen Fiat 509.
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Bild 1 von 5. Gaston ist Popkultur: Man findet ihn an Hauswänden, wie hier im belgischen Louvain-la-Neuve … Bildquelle: EmDee/Wikimedia Commons.
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Bild 3 von 5. … oder als Briefmarke von 1992. Bildquelle: IMAGO/Dreamstime.
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Der zurückgekehrte Gaston reiht sich ein in die Riege von Comic-Klassikern wie «Asterix» oder «Lucky Luke». Auch ihre Schöpfer leben seit langer Zeit nicht mehr, aber ihre Figuren erreichen weiterhin ihr Publikum und erobern gar neue Generationen.
Und das Geschäft läuft – wie bei «Asterix in Lusitanien», das vor rund zwei Jahren herausgekommen ist und mit einer Startauflage von fünf Millionen Exemplaren in 19 Sprachen veröffentlicht wurde.
Fachleute sind überzeugt, dass Figuren wie Asterix oder Gaston eine besondere Nostalgie wecken. Sie gehören längst zum kulturellen Gedächtnis der Popkultur.
Kein bisschen gealtert
Beim Lesen von «Gaston»-Klassikern wird klar: André Franquin war ein Visionär. Als er Gaston erschuf, war die Figur ein Exzentriker, ein Aussenseiter in der Gesellschaft der 50er- und 60er-Jahre.
Heute wirkt Gaston erstaunlich modern: Er setzt sich für den Umweltschutz ein, verteidigt Tiere, liebt Low-Tech-Lösungen und Recycling. Und er ist ein Bohémien, für den die Arbeit nicht immer oberste Priorität hat. Eines steht fest: Gaston ist kein bisschen gealtert. Seine Nonchalance und seine Missgeschicke funktionieren auch heute noch.
Delaf, Trondheim: «Gaston – Des Boum et des Paf». Dupuis, 2026. Der Comicband erscheint auf Französisch. Eine deutsche Übersetzung existiert noch nicht.
Radio SRF 2 Kultur, Kultur-Aktualität, 29.10.2026, 8:06 Uhr ; foua/gert
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