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Sunday, September 27, 2026

Kind als Luxusgut – Droht den USA derselbe Geburtenschock wie der Schweiz?

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Kind als Luxusgut Droht den USA derselbe Geburtenschock wie der Schweiz?

Was der Schweiz widerfahren ist, könnte auch in den USA Realität werden: ein Einbruch der Geburtenraten, unter anderem weil Kinderhaben zu teuer geworden ist.

27.09.2026, 16:52

Seit der Finanzkrise von 2007 und 2008 ist die Zahl der Kinder pro Frau in den USA stetig gesunken. Die Fertilitätsrate sackte in knapp 20 Jahren von 2.1 auf 1.6 Kinder ab, den tiefsten Wert ihrer Geschichte.

Das ist auch der Trump-Regierung nicht entgangen. Die USA seien «underbabied», sagte der Chef der US-Gesundheitsbehörde und frühere TV-Arzt Mehmet Oz im Mai an einer Pressekonferenz.

Dabei standen die USA im Vergleich zu anderen westlichen Industrieländern lange Zeit gut da. Noch in den Nullerjahren erreichen sie die Quote von 2,1 Kindern pro Frau, die nötig ist, damit die Bevölkerung gleich gross bleibt.

Nun aber zeichnet sich eine Entwicklung ab, wie sie auch die Schweiz erlebt hat. Die USA liegen zurzeit mit 1,28 Kindern pro Frau im unteren Drittel der Rangliste der westlichen Industriestaaten.

Massiver Druck aufs Portemonnaie

Zwischen der Schweiz und den USA gibt es viele Parallelen, unter anderem diese: Beide Länder haben ein hohes Pro-Kopf-Einkommen. Und beide sind gemessen an der Kaufkraft im globalen Ranking des Internationalen Währungsfonds zurückgefallen. Weniger Kaufkraft bedeutet: Man spart, wo man kann, auch bei den Kindern.

Auf einer Rangliste der Lebenshaltungskosten in Städten in aller Welt belegen Schweizer Städte die ersten sechs Plätze (mit Zürich auf dem ersten Platz). Dahinter folgen New York auf Rang sieben, San Francisco auf Rang zehn und Seattle auf Rang zwölf.

In beiden Ländern spüren Normalverdiener und -verdienerinnen massiven Druck aufs Portemonnaie. In der Schweiz ist die Geburtenrate in diesem Kontext noch einmal zurückgegangen, nachdem sie sich zwischenzeitlich stabilisiert hatte.

Anders als in den meisten westlichen Industrienationen war dieser jüngste Einbruch nicht einfach der Effekt einer wachsenden Gruppe von Kinderlosen, denn auch die Folgegeburten spielen eine zentrale Rolle: Schweizerinnen bekommen insbesondere keine dritten Kinder mehr.

Eine Familie sitzt vor dem Taj Mahal.
Legende: Familien mit drei oder mehr Kindern sind in den USA ein seltenes Bild geworden. Hier die Familie von Vizepräsident Vance beim Besuch des Taj Mahal in Indien. KEYSTONE/Kenny Holston /The New York Times via AP, Pool

Ein Umstand, den Fachleute direkt mit den Lebensbedingungen erklären: Die Wohnkosten, die Betreuungskosten und das Nebeneinander von Familien- und Berufsalltag sind mit drei Kindern für viele nicht mehr zu stemmen. Die direkten und indirekten Kosten eines Kindes werden in der Schweiz auf rund eine Million Franken geschätzt.

Wachsende Unlust auf Kinder

In den USA spielt, zumindest in den grossen Städten, derselbe Effekt. Schon vor zehn Jahren galten dritte Kinder in Manhattan als ultimatives Statussymbol. Und schaut man sich die Zahlen seit 2007 an, sind dritte Kinder auch in den USA am stärksten zurückgegangen.

Ein anderer Faktor ist die wachsende Unlust auf Kinder. Die Zahl der Frauen im Alter von 20 bis 30 Jahren, die keine Kinder wollen, ist in den USA von 2002 bis 2023 von 7 auf 23 Prozent gestiegen. Das zeigt eine Auswertung des Pew Research Centers, eines unabhängigen Thinktanks in Washington.

Fachleute nennen als Ursachen dafür: einen generellen Wertewandel, den Anstieg der Lebenshaltungskosten, die sinkenden Karriereaussichten der Eltern, aber auch Faktoren wie die Einsamkeitskrise oder den Einfluss der sozialen Medien auf Lebensstil und Lebenshaltung.

Wie in allen westlichen Ländern ist auch in den USA das Alter der Mütter bei der ersten Geburt gestiegen. Es lag im Jahr 2023 nach offiziellen Angaben bei durchschnittlich 27,5 Jahren. In der Schweiz liegt es deutlich höher, bei 31,3 Jahren (2023).

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