Zieht Klage zurück: Mario Voigt gibt Kampf gegen Entzug seines Doktortitels auf

Zieht Klage zurückMario Voigt gibt Kampf gegen Entzug seines Doktortitels auf
07.10.2026, 11:41 Uhr
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Die Technische Universität Chemnitz entzieht Mario Voigt wegen Plagiatsvorwürfen seinen Doktortitel. Auf einen juristischen Kampf gegen den Schritt verzichtet der thüringische Ministerpräsident nun überraschend.
Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt zieht seine Klage vor dem Verwaltungsgericht Chemnitz gegen den Entzug seines Doktortitels zurück. Er habe sich entschieden, den Rechtsstreit, um seine Dissertation einzustellen, erklärte der CDU-Politiker in einer Stellungnahme in Erfurt. Damit wolle er Klarheit für das Land schaffen. "Es ist eine Entscheidung, die mir nicht leicht fällt, weil ich viel Arbeit, Zeit und Energie reingesteckt habe", so Voigt.
Zuvor hatte er die Fraktionen von SPD, Thüringen.Gerecht und CDU besucht. Dem Vernehmen nach ging es bei den Gesprächen unter anderem bereits um die Rücknahme der Klage.
Voigt hatte im Zusammenhang mit dem Doktortitel bereits von einem innerlichen Dilemma gesprochen, in dem er stecke: Einerseits wolle er seine wissenschaftliche Arbeit verteidigen, andererseits sehe er, dass er damit politische Angriffsfläche biete, hatte Voigt beim CDU-Landesparteitag in Eisenach gesagt. Dort war er mit einem guten Ergebnis als Thüringer CDU-Vorsitzender im Amt bestätigt worden.
Voigt soll in seiner Dissertation mit dem Titel "Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf: George W. Bush gegen John F. Kerry" aus dem Jahr 2008 unsauber gearbeitet haben. Die Technische Universität Chemnitz entzog ihm wegen Plagiatsvorwürfen den Doktortitel. Der CDU-Politiker scheiterte mit einem Widerspruch und wandte sich an das Verwaltungsgericht Chemnitz. Nun will er offenbar die Klage zurücknehmen, bevor das Gericht eine Entscheidung trifft.
Die oppositionelle AfD-Fraktion mit ihrem Chef Björn Höcke hatte Voigt wegen der Sache politisch massiv unter Druck gesetzt. Mit zwei Misstrauensanträgen gegen Voigt in diesem Jahr war die AfD gescheitert. Heute entscheidet der Landtag über einen Antrag zur Auflösung des Parlaments, der von der AfD eingebracht wurde. Eine Selbstauflösung mit anschließender Neuwahl ist aber unwahrscheinlich - dafür wäre eine Zweidrittelmehrheit nötig.
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