Steckt Trump-Flüsterin Natalie Harp hinter der Mediensperre?

- US-Präsident Donald Trump hat CNN, Politico und MS NOW den Zugang zum Weissen Haus entzogen.
- Eine Politico-Grafik, die ihm Natalie Harp vorgelegt haben soll, soll Trump besonders verärgert und zu seinem Entscheid beigetragen haben.
- CBS, NBC, ABC und Fox News solidarisieren sich mit CNN und setzten die gemeinsame Pool-Berichterstattung vorerst aus.
US-Präsident Donald Trump hat CNN, Politico und MS NOW den Zugang zum Weissen Haus entzogen. Kurz vor dem Entscheid soll ihm seine enge Mitarbeiterin Natalie Harp mehrere Medienberichte gezeigt haben. Das berichtet CNN unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
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Unter dem Material soll sich auch eine Grafik von Politico befunden haben. Diese soll Trump besonders verärgert und zu seiner Entscheidung beigetragen haben. Zudem habe sich der Präsident Ausschnitte aus TV-Berichten angesehen.
«Ich will sie nicht in meinem Büro»
Harp gehört zu Trumps engstem Umfeld. Die frühere Moderatorin eines konservativen Fernsehsenders legt dem Präsidenten regelmässig Medienberichte vor. Zudem tippt sie laut CNN häufig Beiträge ab, die Trump für seine Plattform Truth Social diktiert.
Harp stand zuletzt wegen ihrer ungewöhnlich engen Beziehung zu Trump im Fokus der Berichterstattung, nachdem persönliche Briefe an den Präsidenten und ihre zentrale Rolle in seinem engsten Umfeld bekannt geworden waren. «Du bist alles für mich», schrieb die Assistentin des US-Präsidenten in einem Brief an ihren Chef etwa.
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Die Ankündigung kam offenbar auch für einige Mitarbeiter im Weissen Haus überraschend. Auf die Frage nach dem Grund für den Ausschluss sagte Trump zunächst nur: «No reason» (Deutsch: kein Grund). Dann fügte er an: «Es ist sehr einfach. Ich will sie nicht in meinem Büro. Ich will sie nicht hier.»
Sperre werde aufgehoben, wenn sie sich «bessern»
Später erklärte Trump, sein Ärger habe sich über längere Zeit aufgestaut. Es gehe um die Berichterstattung der vergangenen zwei Jahre. Die Sperre könne aber aufgehoben werden, wenn die betroffenen Medien sich aus seiner Sicht «bessern» würden.
Am Samstag wurden Journalisten der drei Medien laut CNN beim Betreten des Geländes des Weissen Hauses abgewiesen. Der CNN-Reporterin Betsy Klein wurde demnach zudem ihre Akkreditierung abgenommen.
Medien sehen Pressefreiheit gefährdet
CNN, Politico und MS NOW gehen nun rechtlich gegen den Ausschluss vor. Sie werfen dem Weissen Haus vor, ihre Journalisten ohne Vorwarnung oder Verfahren ausgeschlossen zu haben, weil der Regierung ihre Berichterstattung missfalle. Damit werde die Pressefreiheit gefährdet, erklärten die Medien.
Mittlerweile haben sich auch andere Sender des TV-Pressepools mit CNN solidarisiert, namentlich CBS, NBC, ABC und Fox News. Der Pool setzte seine gemeinsame Berichterstattung über Termine des Präsidenten vorerst aus. Die Folgen zeigten sich bereits am Montag: Bei der Einweihung eines neuen Helikopterlandeplatzes fehlte das Mikrofon des TV-Pools, weshalb Trumps Worte im Lärm des nahe stehenden Helikopters weitgehend untergingen.
First Lady genehmigte CNN-Akkreditierung
Für eine gewisse Ironie sorgt dabei Melania Trump: Das Büro der First Lady genehmigte ausgerechnet CNN-Reporterin Betsy Klein eine Akkreditierung für ihre Veranstaltung «Fostering the Future Together» in New York – nur wenige Tage, nachdem Klein ihre Akkreditierung fürs Weisse Haus abgenommen worden war.
Die Entscheidung über den Medienausschluss fiel nach mehreren politischen und juristischen Rückschlägen für Trump. Laut CNN hatte er sich zuletzt insbesondere über Berichte geärgert, die diese Rückschläge thematisierten.
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Jasmin Steiger (jst) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie arbeitet am Newsdesk und schreibt über verschiedenste Themen.
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