Fast jeder dritte Schweizer schläft zu wenig – du auch?

Fünf oder sechs Stunden Schlaf, Kaffee am Morgen und irgendwie durch den Tag kommen: Für einen beträchtlichen Teil der Menschen in der Schweiz gehört das zum Alltag. Laut einer neuen Helsana-Umfrage, die 20 Minuten exklusiv vorliegt, schlafen 29 Prozent der 18- bis 65-Jährigen werktags weniger als sechs Stunden. Nur knapp ein Drittel kommt auf mehr als sieben Stunden.
«Dass fast ein Drittel der Befragten werktags weniger als sechs Stunden schläft, ist ein Warnsignal», sagen Schlaf-Experten von Helsana gegenüber 20 Minuten. Die meisten Erwachsenen benötigten sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht. Wer dauerhaft weniger schlafe, gebe Körper und Gehirn zu wenig Zeit zur Erholung. Das zeigt sich auch tagsüber: 36 Prozent der Befragten fühlen sich mindestens oft müde oder erschöpft, weitere 44 Prozent zumindest manchmal. 40 Prozent geben an, dass schlechter Schlaf ihre Belastbarkeit stark beeinträchtigt.
Wie viele Stunden Schlaf brauchst du pro Nacht unter der Woche?
«Müdigkeit ist mehr als ein lästiges Gefühl»
Zu wenig Schlaf kann sich zuerst ziemlich unspektakulär bemerkbar machen. Betroffene fühlen sich müde und erschöpft, können sich schlechter konzentrieren oder reagieren gereizter. Manche haben trotz Pausen das Gefühl, nicht richtig erholt zu sein.
«Schlafprobleme könnten zudem ein frühes Anzeichen für psychische Überlastung sein», erklären die Experten. Besonders aufmerksam solltest du werden, wenn die Müdigkeit regelmässig auftritt und folgende Beschwerden dazukommen:
- Konzentrationsprobleme
- Reizbarkeit
- häufiges Grübeln
- Schwierigkeiten beim Abschalten
«Müdigkeit ist mehr als ein lästiges Gefühl.» Sie könne Konzentration, Belastbarkeit und Wohlbefinden beeinträchtigen. Viele Betroffene fühlten sich zudem weniger leistungsfähig und reagierten empfindlicher auf Belastungen.
Mehr zu diesem Thema
Man nimmt eigenen Leistungsabfall nicht wahr
Gerade im Job führt Müdigkeit offenbar nicht automatisch dazu, einen Gang runterzuschalten. 36 Prozent der 800 befragten Berufstätigen verspüren starken Druck, auch unausgeschlafen leistungsfähig zu bleiben. Dieser konkrete Druck ist bei Frauen signifikant häufiger als bei Männern. Auch Berufstätige unter 50 Jahren berichten häufiger davon als die Gruppe der 51- bis 65-Jährigen.
Das Problem: Den eigenen Leistungsabfall nimmt man nicht zwingend sofort wahr. «Schlafprobleme und Erschöpfung entwickeln sich oft schleichend», sagen die Experten. Viele Menschen nähmen Warnsignale erst ernst, wenn die Belastung bereits weit fortgeschritten sei. Schlaf könne deshalb als Frühwarnsystem für Überlastung dienen.
Einschlafen ist für viele ein Problem
Nicht nur die Schlafdauer fällt auf. 30 Prozent haben mindestens mehrmals pro Woche Mühe einzuschlafen, 29 Prozent wachen nachts auf und können danach nur schwer wieder einschlafen. Jeweils 43 Prozent kennen solche Probleme dagegen nie oder nur selten.
Ab einem einzelnen schlechten Abend sprechen die Experten noch nicht von einer Schlafstörung. Wiederkehrende Probleme in Verbindung mit Leidensdruck sollte man aber ernst nehmen. «Je früher man hinschaut, desto besser lässt sich gegensteuern.»
Keine Schlaf-Hacks, sondern konstante Routinen
Wer sich in den Zahlen wiedererkennt, muss nicht gleich seine komplette Abendroutine umkrempeln. Die Experten nennen drei zentrale Ansatzpunkte:
- einen regelmässigen Schlafrhythmus
- Bewegung
- gezielte Entspannung
Entscheidend sei weniger der einzelne Schlaf-Hack als die Konstanz. Die Gewohnheiten müssten langfristig in den Alltag passen. Wer trotz Veränderungen über längere Zeit schlecht schläft, tagsüber regelmässig stark erschöpft ist oder zunehmend unter den Beschwerden leidet, sollte die Ursachen medizinisch abklären lassen.
So wurde die Umfrage durchgeführt
Wie macht sich zu wenig Schlaf bei dir bemerkbar?
Carolina Lermann (ler) arbeitet seit Mai 2023 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin für Body & Soul im Lifestyle-Ressort und schreibt über Erziehung, Sport und Psychologie.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
