Stimmen aus der Community – «Der Begriff ‹geschieden› ist für mich aus der Zeit gefallen»

«Der Zivilstand diene primär dazu, die gegenwärtige rechtliche Situation einer Person darzustellen, nicht ihre Lebensgeschichte», schreibt die FDP-Nationalrätin Nadine Gobet in ihrer Motion. Unterstützt wird sie von allen Fraktionen des Nationalrats.
In der «dialog»-Community stimmen ihr 69 Prozent zu: Ja, dieser Zivilstand soll verschwinden. Doch warum? Die Userin mit dem Pseudonym «enthusiastische Rednerin» schreibt etwa: «Es fühlt sich an, als sei ‹geschieden› eine Auszeichnung als ‹Ehe-Versager› oder ‹-Versagerin›. Generell wäre eine Debatte zur Reform der Zivilstände nötig, weil beispielsweise auch der Zivilstand ‹ledig› schwammig und uninformativ wirkt.»
Anders sieht dies «Mäx Targaryen» aus der «dialog»-Community: «Geschieden ist ja nicht per se negativ, sondern bedeutet: ein Mensch mit Beziehungserfahrung, was im mittleren Alter beim Dating ein Vorteil sein kann. Solange es rechtlich keine Unterschiede zu ledig gibt, könnte man es auch weglassen. Ich bin aber dagegen, weil unsere Vorfahren in vielen Punkten richtiger lagen, als wir es heute tun, und es wohl eine Verschlechterung wäre.»
Dem wiederum widerspricht der User mit dem Pseudonym «Alter Sack»: «Der Begriff ist für mein Befinden aus der Zeit gefallen. Das hatte sicher seine Berechtigung, aber heute sind diese Daten für jedes Amt in jedem Kanton einsehbar.» Userin «hartnäckige Chronistin» knüpft daran an: «Verwitwet auch gleich abschaffen, bitte!»
«Keine anderen Probleme?»
Gegen eine Abschaffung ist «Auguste Fremder» aus der «dialog»-Community. Wenn es aber dazu kommen sollte, müsse gleich das ganze System überarbeitet werden: «Diese vier Zivilstände definieren unsere Vergangenheit/Gegenwart bezüglich der Ehe gut. Wenn man einen davon abschafft, müsste man die drei anderen auch abschaffen.»
Anders sieht dies Userin «Christa SB»: «Zivilstände in öffentlichen Registern sollten prinzipiell abgeschafft werden. Denn der Zivilstand ist Privatsache und geht niemanden Aussenstehenden etwas an!»
Was in der «dialog»-Debatte oft gesagt wird: Die Diskussion über die Abschaffung oder Beibehaltung eines Zivilstands habe keine Relevanz. So schreibt beispielsweise Userin «begeisterte Widersprecherin»: «Schön, dass die Schweiz keine anderen Probleme hat.»
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