Chip-Werte gefragt: Wall Street legt nach Fed-Zinspause zu


Trotz erhöhter Inflation fasst die Fed den Leitzins nicht an - zumindest noch nicht. An der Wall Street geht man nun von einer Erhöhung im Dezember aus. Außer auf die Notenbank konzentrieren sich die Anleger heute auf die Firmenbilanzen.
Die US-Börsen haben am Mittwoch im Plus geschlossen. Die US-Notenbank Fed hatte ihren Leitzins wie erwartet unverändert gelassen. Die Anleger rechnen nun mit einer Zinserhöhung im Dezember. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent höher auf 52.475 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückte um 0,3 Prozent auf 7744 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann ebenfalls 0,3 Prozent auf 26.550 Punkte.
In ihrer Erklärung korrigierte die Zentralbank ihre Einschätzung der Wirtschaft nach oben, räumte jedoch ein, dass die Inflation erhöht bleibe. Auf der anschließenden Pressekonferenz sagte Fed-Chef Kevin Warsh, die Notenbank habe ihre Handlungsbereitschaft deutlich gemacht. "Die Fed hat keine Überraschungen geliefert", sagte Ryan Detrick, Chef-Marktstratege der Carson Group. Laut dem FedWatch-Tool der CME preisen die Finanzmärkte nun eine Wahrscheinlichkeit von 85,0 Prozent für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Dezember ein, nach 78,3 Prozent am Dienstag.
Im Fokus der Anleger standen zudem die Bilanzen der Technologiekonzerne. Microsoft legten im nachbörslichen Handel um mehr als vier Prozent zu, nachdem der Softwarekonzern seine überraschend guten Quartalszahlen vorgelegt hatte. Die Aktien der Google-Mutter Alphabet gaben nachbörslich dagegen um mehr als sieben Prozent nach.
Die Halbleiterbranche wurde durch starke Zahlen des südkoreanischen Speicherchip-Herstellers SK Hynix beflügelt. Die Papiere des US-Konkurrenten Micron Technology sprangen um 5,9 Prozent nach oben. Der Halbleiterindex gewann 1,8 Prozent.
Bei den Einzelwerten rutschten Robinhood um 3,3 Prozent ab. Eine Schwäche bei Kryptowährungen drückte den Gewinn der Handelsplattform im dritten Quartal unter die Erwartungen der Analysten. Vertiv sprangen dagegen um 16,5 Prozent nach oben, nachdem der Anbieter digitaler Infrastruktur seine Jahresprognosen angehoben hatte. Boston Scientific verloren 5,8 Prozent, nachdem der Medizintechnikkonzern seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr gesenkt hatte.
Am Rohstoffmarkt zogen die Ölpreise an. Ein Angriff der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen auf eine Raffinerie in Saudi-Arabien schürte Sorgen um das Angebot. Seit Beginn des Iran-Krieges ist der Preis für US-Leichtöl auf über 100 Dollar pro Barrel gestiegen, was die Kosten in anderen Wirtschaftsbereichen in die Höhe treibt und die Inflation weiter anheizt.
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