Genfer Sudan-Gespräche – Kein Ausweg aus dem Blutvergiessen im Sudan

An Beteiligten mangelte es bei den Sudan-Gesprächen in Genf nicht. Die wichtigsten Länder der Region waren dabei, die fünf UNO-Vetomächte, die Afrikanische Union, die EU, die Arabische Liga. Dennoch sah am Ende der UNO-Beauftragte Pekka Haavisto lediglich «Minischritte angesichts der katastrophalen Lage im Land».
Das Hauptproblem: Die beiden wichtigsten Bürgerkriegsparteien, die sudanesische Armee und die paramilitärische Rebellenmiliz blieben dem Treffen fern. Beide setzen immer noch auf einen Sieg im Schlachtfeld oder zumindest darauf, mit Gewalt ihre Ausgangsposition für Friedensgespräche zu verbessern.
Der Effort in Genf, das Blutvergiessen zu beenden und wenigstens die Grundlagen für einen Waffenstillstand zu legen, war keineswegs der erste. Im Sudan-Krieg gibt es eher zu viele als zu wenige solche Bestrebungen. Bloss sind sie unterschiedlich, widersprüchlich und unkoordiniert. Dahinter stecken bisweilen dieselben Länder, die gleichzeitig die eine oder andere Kriegspartei unterstützen und so den Konflikt befeuern.
Der Schweizer Botschafter Tim Enderlin betonte daher: «Es gilt nun, Synergien zu erreichen und diese diversen Prozesse zusammenzuführen und so wirksamer zu machen.» So lautete das Ziel. Erreicht wurde es nicht.
Frustration statt Lösungen
Der UNO-Beauftragte sprach zwar von «erstmals wirklich intensiven Gesprächen». Doch etwas Greifbares, etwa eine erhoffte gemeinsame Erklärung zu einem koordinierten Vorgehen, um einen Verhandlungsprozess wenigstens einzuleiten, oder auch nur zum Druck auf die Kriegsparteien, humanitäre Hilfe zu ermöglichen, gab es nicht.
Nachdem selbst solch bescheidene Erwartungen unerfüllt blieben, war die Frustration am Ende offenkundig. Bloss: Es nicht mal zu versuchen, ist auch keine Option angesichts von so viel Gewalt und so viel Leid.
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