Mittwoch: Chinas Überbestellungen bei Nvidia, Börsenzweifel an Netflix-Wachstum
Bei Nvidia sind chinesische Bestellungen für mehr als sechs Millionen Grafikkarten RTX PRO 5500 eingegangen. Nvidia kann aber nur drei Millionen herstellen. Auch chinesische Konzerne dürften deshalb nur auf fünf bis zehn Prozent ihrer Bestellmenge hoffen. Derweil steigen Umsatz und Gewinne von Netflix weiter, doch der Ausblick und die für dieses Jahr reduzierten Werbezahlen enttäuschen die Börse. Das bereits im Vorjahr genannte Ziel von einer Milliarde Zuschauer ist bislang nicht erreicht. In Europa wird digitale Souveränität gefordert. Deshalb will Microsoft mit erweiterten Kontrollwerkzeugen und lokalen Umgebungen regulatorische Bedenken zerstreuen. Doch Experten bleiben wegen US-Gesetzen skeptisch. Sie fordern das Loseisen von marktbeherrschenden Plattformbetreibern – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Alibaba, Bytedance und Tencent sollen drei Millionen Grafikkarten vom Typ „RTX PRO 5500“ bei Nvidia bestellt haben. Laut Listenpreis entspricht dies rund 35 Milliarden US-Dollar. Weitere chinesische Unternehmen sollen sogar noch mehr bestellt haben, insgesamt also mehr als sechs Millionen. Die Grafikkarten sollen nicht für schöne Spielerlebnisse, sondern für KI-Inferenz eingesetzt werden. Allerdings werden die potenziellen Käufer lange warten müssen. Denn laut einer Quelle kann Nvidia 2027 maximal drei Millionen Stück herstellen, für alle Kunden weltweit. Besteller dürften nur auf fünf bis zehn Prozent ihrer Bestellmenge hoffen, sodass die Besteller ihre Bestellmenge wohl entsprechend hoch angesetzt haben. Entsprechend sind die Bestellsummen mit Vorsicht zu genießen: Chinesische Konzerne geben enorme Grafikkarten-Bestellung auf.
Milliardeneinnahmen verzeichnet auch Netflix, denn der Konzern hat den Umsatz und die Gewinne im vergangenen Quartal erneut steigern können. Der Streaming-Marktführer begründet dies mit wachsenden Abonnentenzahlen und erhöhten Mitgliedspreisen. Den von Beobachtern befürchteten Aufmerksamkeitsschwund der Zuschauer sieht Netflix nicht, die Kundeninteraktion sei gesund. Zwar nennt der Streaming-Dienst seit zwei Jahren keine Abozahlen mehr, aber Netflix betont, man nähere sich einer Milliarde Zuschauer, was das Unternehmen vor genau einem Jahr bereits angepeilt hatte. Der Ausblick zeigt weiteres Wachstum, aber der Werbeumsatz wird 2026 niedriger ausfallen als prognostiziert. Der Aktienkurs bekommt wohl auch deshalb einen kleinen Dämpfer: Netflix wächst weiter und erfüllt externe Erwartungen, Aktie fällt trotzdem.
Neuerungen für Cloud-Dienste im Hinblick auf digitale Souveränität hat Microsoft-CEO Satya Nadella zusammen mit Cloud-Chef Douglas Phillips auf der hauseigenen „Frontier Tour“ in Paris vorgestellt. Im Zentrum steht ein modularer Ansatz. Er soll Organisationen ermöglichen, für jede einzelne Rechenaufgabe individuell zu bestimmen, wie viel Kontrolle, Transparenz und lokale Ausführung erforderlich sind. Das Spektrum reicht dabei von der öffentlichen Cloud über kundenbetriebene Umgebungen bis zu spezialisierten Partnernetzwerken. Dabei werde sichergestellt, dass geschäftskritische Anwendungen nicht in starre Einheitsmodelle gezwungen würden. Allerdings sehen Experten und Fachverbände solche Cloud-Angebote von US-Hyperscalern skeptisch: Microsoft verspricht neue Instrumente für Firmen und mehr Cloud-Souveränität.
Ein ungesichertes WLAN, voreingestellte Zugangsdaten und Türen zu Notaufnahme und OP, die sich darüber hätten öffnen lassen: Ein Fall aus einem Krankenhaus zeigt, wie folgenreich Versäumnisse bei der IT-Sicherheit sein können. Da Benutzername und Passwort des Klinik-WLANs noch auf den Standardwert „admin“ eingestellt waren, wären mehrere Türen auf einfache Weise zu öffnen gewesen. Im Digital-Health-Podcast erläutern wir, dass in diesem Fall auf mehreren Ebenen etwas schiefgelaufen ist und es sich um ein Organisationsversagen handelt. Auch sollten Kliniken wissen, welche Abläufe von welchen Systemen abhängen. Zudem haben Betreiber durch die verschärfte Bedrohungslage weniger Zeit zum Reagieren. Darüber sprechen wir im Digital-Health-Podcast: Von Cyberrisiken bei Krankenhäusern und Medizinprodukten.
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Computer rechnen mit Nullen und Einsen, also im Dualsystem beziehungsweise Binärsystem. Zum Glück für uns Menschen verarbeiten sie trotzdem die für uns gewohnten Dezimalzahlen. Doch dabei wird klar: Computer müssen Dezimalzahlen in Binärzahlen umrechnen und wieder zurück. Je kompakter sich Zahlen als Binärdaten darstellen lassen, desto schneller kann ein Rechenwerk sie verarbeiten. Programmierer müssen deshalb die nötige Genauigkeit der Berechnung, die Verarbeitungsgeschwindigkeit und den Speicherbedarf in Einklang bringen. Durch den KI-Boom kamen immer neue, hauptsächlich kompakte Zahlenformate auf. Sie sparen Speicherplatz für riesige KI-Modelle und lassen sich schneller verarbeiten. Die Besonderheiten von Datentypen wie BF16, INT8, MXFP4, FP64 und TF32 erklären wir im Bit-Rauschen, dem Prozessor-Podcast: Datentypen, Zahlenformate und CPU-Leistung.
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Auch noch wichtig:
- Wer Sicherheitslücken findet und verantwortungsvoll meldet, will andere sicherer machen, aber riskiert in Österreich trotzdem ein Strafverfahren. Beim 77. Netzpolitischen Abend Österreich wird am 22. Oktober deshalb im österreichischen Parlament diskutiert, wie Ethical Hacking rechtlich besser abgesichert werden kann.
- Kunden der Ing-Bank konnten weder über die App noch die Webseite auf ihre Konten zugreifen. Die Bank hat den Fehler bestätigt – und ihn mittlerweile behoben: Kunden der Ing-Bank hatten stundenlang keinen Zugriff auf ihre Konten.
- Die „Alternative für Deutschland“ hatte offenbar ein Datenleck. Unter anderem 421.000 E-Mails wurden veröffentlicht – und geben Einblicke ins Partei-Innenleben: Massenhaft AfD-Daten widerrechtlich migriert.
- Spotify geht mit neuen Mitteln gegen Account-Sharing vor. Wer die „QR-Code-Verifizierung“ verpasst, darf zwölf Monate keinem anderen Familienabo beitreten. Das ist Spotifys neue Regel fürs Familienabo: Wer nicht scannt, fliegt.
- Ein Familienvater aus Frankfurt will, dass das Grundstück seines Wohnhauses nicht bei Google Earth oder Google Maps zu sehen ist – und klagt: Gericht untersagt Luftbildaufnahmen bei Google Maps.
- Die Neobank Revolut meldet Ausfälle. Weder Banking noch der Support sind erreichbar: Banking und Support von Revolut nicht erreichbar.
- Ein massiver Ausfall der Google Cloud zwingt zahlreiche Unternehmen seit Stunden in die Knie. Unter anderem sind Revolut und offenbar DPD betroffen: Google-Cloud-Ausfall legt Revolut und weitere Unternehmen lahm.
- Musks Stunt mit dem fliegenden Tesla Roadster zeigt ein Gespür für Spektakel. Es darf nicht davon ablenken, was sich hinter der irren Inszenierung verbirgt, so unser Kommentar zu Musks Raketen-Roadster: Kindliche Freude verbietet sich.
- Die Neuauflage der legendären Honda Bol d’Or erregt viel Aufsehen. Wir konnten das bildschöne Retro-Bike bereits ausprobieren im Test der Honda CB 1000 F: Die goldene Schüssel ist zurück.
- Linux-Kernel 7.3 steigert die Leistung bei Scheduling, Grafik und Dateisystemen. Unterstützung für Apple Time Machine inklusive: Was Linux 7.3 bei Grafikspeicher, Scheduling und Dateisystemen verbessert.
- Das US-Heimatschutzministerium verbietet zivilen Bundesbehörden alle DeepSeek-Produkte. Die weit gefasste Anordnung wirft Fragen zur praktischen Umsetzung auf: USA verbannen DeepSeek aus allen zivilen Bundesbehörden.
- Der Werbeblocker Pi-hole bessert mit einem Update zahlreiche Schwachstellen aus. Nutzerinnen und Nutzer sollten es rasch anwenden: Update für Werbeblocker Pi-hole stopft Befehlsschmuggel-Lücke und mehr.
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