Deutschland: Harte Schläge gegen kriminelle Vereinigungen
An der Großrazzia gegen "Crime as a Service" ("Kriminalität als Dienstleistung") waren etwa 1000 Beamte beteiligt, wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main mitteilte. Demnach wurden 82 Wohn- und Geschäftsräume in den Bundesländern Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz durchsucht. Fünf Haftbefehle konnten nach Polizei-Angaben vollstreckt werden. Außerdem seien Vermögensarreste in Höhe von rund 6,3 Millionen Euro vollstreckt sowie hohe Bargeldbeträge, Goldbarren und diverse scharfe Schusswaffen sichergestellt worden, hieß es.
Schattenbanken, Scheinfirmen, Drogenhandel
In dem Verfahren gelten insgesamt 53 Menschen als Beschuldigte. Zehn von ihnen wird vorgeworfen, durch Einrichtung eines Schattenbankwesens gegen Provision mehrere hundert Millionen Euro ins außereuropäische Ausland - meist China - transferiert und Gelder gewaschen haben.

Hinzu kommt der Vorwurf, über Scheinfirmen mehr als 40 Kraftfahrzeuge angemietet und diese unterschlagen zu haben. Die zehn Hauptbeschuldigten sollen zudem durch die Finanzierung von Logistikdienstleistungen Beihilfe zum Drogenhandel in nicht geringem Maße geleistet haben.
Der Razzia mit Schwerpunkt im Rhein-Main-Gebiet gingen umfangreiche verdeckte Ermittlungen über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr voraus. Beteiligt waren Beamte des Polizeipräsidiums Frankfurt, der Steuerfahndungsstelle des Finanzamtes Frankfurt und des Hauptzollamtes Rosenheim (Bayern) im Auftrag der Frankfurter Staatsanwaltschaft.
Kommunistisches "Kollektiv Zwickau" im Visier
Im Einsatz gegen mutmaßliche Straftäter aus dem linksextremistischen Milieu gab es am Dienstag Durchsuchungen von Wohnungen in den Bundesländern Sachsen, Thüringen, Hamburg und Bremen. Fünf Verdächtige seien festgenommen worden, gaben die Staatsanwaltschaft Dresden und das sächsische Landeskriminalamt bekannt.
Die Ermittler werfen insgesamt zwölf Männern im Alter von 18 bis 36 Jahren vor, sich im sächsischen Zwickau 2022 zu einer kommunistischen Gruppe unter dem Namen "Kollektiv Zwickau" zusammengeschlossen zu haben. Ihr Ziel sei es gewesen, regional und überregional gegen rechtsradikale und "menschenfeindliche" Strukturen vorzugehen. Die Beschuldigten sollen sich über Jahre hinweg verabredet haben, dafür Straftaten wie Körperverletzungen und Sachbeschädigungen zu begehen.
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