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Saturday, September 26, 2026

FCB-Legende – Karl Odermatt erzählt bisher Unbekanntes aus seinem Leben

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Karl Odermatt hat Kultstatus in Basel und eigentlich, so die Vermutung, ist schon alles über ihn bekannt. Es gibt schliesslich bereits zwei Biografien über die Basler Fussball-Legende. Nun aber enthüllt ein neues Buch erstmals bisher Unbekanntes: Es zeichnet nicht die Geschichte eines makellosen Helden, sondern jene eines gutgläubigen Menschen, der Fehler begangen und in seiner Kindheit Armut, Hunger und Gewalt erlebt hat.

Person in Sportkleidung hält einen Pokal hoch, andere Menschen im Hintergrund.
Legende: FCB-Captain Karl Odermatt mit dem Pokal nach dem 2:1 Sieg im Cupfinal gegen Lausanne-Sports am 15. Mai 1967 im Wankdorf-Stadion in Bern. KEYSTONE / PHOTOPRESS-ARCHIV /Str

Eine Art Lebensbeichte sei das Buch, er habe schliesslich nicht nur Schönes erlebt, erzählt der heute 83-jährige Odermatt. Er schildert eine schwierige Kindheit mit einem gewalttätigen Vater.

Ich habe meinen Vater vermisst. Ich hätte ihn gebraucht.

Sein Vater habe seine Mutter und auch ihn geschlagen, er habe Angst vor ihm gehabt. Der Vater hat die Familie verlassen, als Karl Odermatt 13 Jahre alt war. Er habe ihn danach nie mehr gesehen. Trotz Angst und Gewalt sagt Odermatt heute: «Ich habe meinen Vater vermisst. Ich hätte ihn gebraucht.»

Kindheit hat Karl Odermatt geprägt

Ohne Vater aufzuwachsen, sei nicht einfach gewesen. Er habe helfen müssen, die Familie über die Runden zu bringen. Wenn er heute in Filmen einen Jungen mit seinem Vater sehe, kämen ihm direkt die Tränen, so sehr nehme ihn das noch immer mit. Odermatt spricht von einer prägenden Zeit, die Erfahrungen hätten Einfluss gehabt auf seinen späteren Ehrgeiz.

Zum Fussball gekommen ist Odermatt mehr oder weniger zufällig, als er als Kind in der Freizeit mit Kollegen auf einem Fussballplatz in Basel gespielt hat. Ein Trainer von Concordia Basel habe zugeschaut und ihn in den Verein geholt. Später wechselte er zum FC Basel.

Ich musste jeweils heimlich ins Fussballtraining gehen.

Vor allem zu Beginn sei auch das nicht einfach gewesen, der Vater habe ihm den Fussball verboten. «Ich musste jeweils heimlich ins Training gehen.» Er solle zuerst etwas Gescheites lernen, habe der Vater gesagt.

Seit 50 Jahren beim FC Basel

Mit dem FC Basel erlebte Odermatt grosse Erfolge. Er gilt bis heute als eine der grössten Legenden des Schweizer Fussballs. Odermatt spielte als offensiver Mittelfeldspieler und prägte die erfolgreichsten Phasen des FCB in den 1960er- und 1970er-Jahren entscheidend mit. Auch heute ist er noch in diversen Funktionen für den FC Basel tätig.

Nur kurz war Odermatt bei den BSC Young Boys, er wechselte im Jahr 1975 dorthin. Im neuen Buch erzählt Odermatt seine Version dieses Transfers. Jahrzehntelang galt in Basel die Version, Odermatt habe den FCB aus finanziellen Gründen verlassen. Jetzt schildert er, der FCB habe ihn wegen seines Alters und wegen Verletzungen nicht mehr behalten wollen und ihm eine Lohnkürzung angeboten, woraufhin es zur Trennung gekommen sei.

Auch Privates wird im Buch offenbart

Odermatt spricht in der Biografie auch über Privates und legt dabei etwa eine Affäre offen, die zum Ende seiner ersten Ehe geführt hat. Er erwähnt auch finanzielle Probleme: Er habe einige missglückte Geschäfte erlebt, sei von Geschäftspartnern betrogen worden. Er sei einfach zu gutgläubig gewesen, sagt er rückblickend.

Mit 83 Jahren ist Odermatt noch immer am Ball, wie es der Titel des Buches sagt. Er fühle sich jung und sei viel unterwegs. Es freue ihn, dass er noch immer oft angesprochen werde, auch von Kindern und Jugendlichen.

13-Jährige wollen noch immer Selfies machen mit mir. Vermutlich bin ich der Shaqiri von damals.

Dass die Jugend ihn heute kenne, liege vermutlich an der älteren Generation. Fans von damals würden ihren Kindern von ihm erzählen. «13-Jährige wollen noch immer Selfies machen mit mir. Vermutlich bin ich der Shaqiri von damals», sagt Odermatt. Xherdan Shaqiri gilt heute als Schlüsselspieler beim FC Basel.

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