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Monday, August 17, 2026

«Grauenvoll»: Schwangere, ihre Mutter und Teenager erschossen

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  • In Isla Cristina in Spanien erschossen zwei maskierte Männer drei Menschen: eine Hochschwangere, ihre Mutter und einen 16-Jährigen.
  • Die Ermittler vermuten einen Vergeltungsschlag im Drogenkrieg zwischen rivalisierenden Clans als Hintergrund der Tat.
  • Der 16-Jährige hatte laut Ermittlern nichts mit dem Konflikt zu tun – er war zufällig am Tatort.

Am Sonntagabend wurde das Viertel El Rocío in Isla Cristina, einem Ort in der spanischen Provinz Huelva, zum Schauplatz einer schrecklichen Tragödie: Kurz nach 22 Uhr eröffneten zwei maskierte Männer von einem Motorrad aus das Feuer. Drei Menschen wurden getötet.

Bei den Opfern handelt es sich um eine 39-Jährige im achten Schwangerschaftsmonat, ihre 62-jährige Mutter sowie einen 16-Jährigen. Auch das ungeborene Kind der 39-Jährigen überlebte den Angriff nicht. Bei den beiden Frauen handelte es sich laut «Canal Sur» um eine Verwandte des lokalen Kriminellen «El Baba» und deren Mutter.

Alles begann im September 2024

Die Ermittler vermuten hinter der Tat eine Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Drogenclans. Wie «El Mundo» berichtet, könnte die jüngste Bluttat mit einer Schiesserei im September 2024 zusammenhängen. In der Folge entwickelte sich das Viertel zunehmend zum Austragungsort gewaltsamer Auseinandersetzungen.

Innerhalb von nur anderthalb Monaten kam es zu drei Schiessereien zwischen rivalisierenden Clans: Am 10. September 2024 wurde am helllichten Tag ein Mann auf der Plaza Violeta von seinem Schwager erschossen, ein weiterer überlebte trotz eines Kopfschusses. Der mutmassliche Täter, bekannt als «El Baba», wurde einen Monat später in Gijón festgenommen und inhaftiert.

Doch die Festnahme brachte keine Ruhe. Kurz darauf beschloss die Familie des Opfers offenbar, selbst Rache zu nehmen, und suchte das Haus von «El Babas» Familie auf. Es kam zu zwei weiteren Schiessereien, bei denen jedoch niemand verletzt wurde. In den folgenden Wochen wurden weitere Angriffe mit Langwaffen und Repetiergewehren gemeldet. Sie richteten sich gegen Häuser, die mit dem mutmasslichen Täter in Verbindung standen.

Polizeipräsenz in Isla Cristina nach der tödlichen Schiesserei. Die Behörden verstärken die Überwachung im Viertel El Rocío.

Polizeipräsenz in Isla Cristina nach der tödlichen Schiesserei. Die Behörden verstärken die Überwachung im Viertel El Rocío.Screenshot Youtube/RTVE

16-Jähriger ging angeblich zufällig dort vorbei

Die spanische Polizei verstärkte daraufhin ihre Präsenz und die Überwachung des Viertels. Dennoch riss die Gewalt nicht ab. Im Juni des vergangenen Jahres kam es in Isla Cristina erneut zu einer Schiesserei. Ein Mann wurde getötet, eine Frau schwer verletzt. Auch dieser Vorfall soll mit der ursprünglichen Auseinandersetzung im Viertel Torrejón in Verbindung gestanden haben.

Die Ermittler prüfen nun, ob es sich bei der Tat vom Sonntag ebenfalls um einen Vergeltungsschlag im Zusammenhang mit diesem Konflikt handelte. Der getötete 16-Jährige hatte demnach allerdings weder mit den beiden Frauen noch mit dem mutmasslichen Racheakt etwas zu tun. Er sei vielmehr «zufällig dort vorbeigegangen», als die Schüsse fielen.

Gewalt in Isla Cristina ist «unerträglich»

Bürgermeister Genaro Orta sprach von einer «grauenvollen Szene» am Tatort. Rund um die Opfer hätten zahlreiche Patronenhülsen gelegen. Er hoffe, dass es in den kommenden Tagen zu keinen weiteren Vergeltungsakten in Isla Cristina komme. «Die Beunruhigung im Ort ist gross.»

Der regionale Regierungschef Juanma Moreno bezeichnete die Tat derweil als «unerträglich». Der Drogenhandel dürfe in Andalusien nicht ungehindert agieren, erklärte der konservative Politiker auf der Plattform X. Er forderte die linksgerichtete Zentralregierung auf, mehr Mittel für die öffentliche Sicherheit bereitzustellen.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Karin Leuthold

Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.

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