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Monday, September 14, 2026

Panikmache der KI-Firmen: Kommt mal wieder runter!

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Simone Schmollack

Tech-Bosse verbreiten Panik: KI könnte demnächst die Menschheit auslöschen. Dahinter steckt vermutlich mehr eine Marketingstrategie als echte Gefahr.

N och mal eine fette Flugreise, so nach Neuseeland oder auf die Osterinsel und Bora-Bora? Oder lassen wir es lieber krachen in einer Luxus-Wellnessoase? Scheißegal, was das kostet und wie das die Umwelt versaut, Hauptsache, wir haben es noch mal so richtig glamourös und gemütlich, bevor wir demnächst alle ins Gras beißen. Denn das werden wir wohl, zumindest wenn man den Apokalypse-Erzählungen von KI-Bossen folgt. Weswegen die jetzt in die Welt posaunen: Wir müssen uns (selbst) regulieren, sonst wird die Menschheit in Kürze ausgelöscht!

Ja, das klingt tatsächlich dramatisch und nach einem Science-Fiction-Drehbuch, das plötzlich real geworden ist. Aber wir sollten uns alle mal beruhigen, das Ende der Menschheit ist nicht in Sicht, auch wenn die großen KI-Firmen das gerade megamäßig suggerieren und der ChatGPT-Entwickler OpenAI seinen Börsengang wegen Sicherheitsbedenken verschiebt. Und ja, KI kann sich selbstständig machen, fast täglich gibt es Fälle, in denen KI-Agenten Sicherheitsgrenzen überschreiten. So wurden KI-Ausbrüche aus angeblich abgeschotteten Bereichen beispielsweise bei OpenAI und Anthropic bekannt.

Und doch deutet vieles darauf hin, dass hinter der Panikmache der KI-Bosse auch eine Marketingstrategie steckt. Die Aufmerksamkeit für einen Börsengang könnte mit einem Weltuntergangsuntergangsszenario kaum größer sein. Und wer wenn nicht die KI-Firmen selbst könnte ihre eigenen Systeme regulieren und sogar stoppen?

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Aktionswoche: Demokratie braucht viele Stimmen

Bevor eine künstliche Intelligenz die Welt vernichtet, sind die KI-Firmen möglicherweise selbst vernichtet, nämlich pleitegegangen. Die Entwicklung von Modellen, die alles zunichte machen, kostet nicht nur jede Menge Geld, sondern auch riesige Mengen Energie – in Rechenzentren, die es auch in absehbarer Zukunft nicht geben dürfte. Trotzdem sind Regulierung und vor allem Sicherheitsmaßnahmen nötig. Denn KI könnte tatsächlich schon bald Krankenhäuser, Stromversorger oder Atomanlagen kapern und so die Welt noch instabiler machen, als sie jetzt schon ist.

Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Simone Schmollack Ressortleiterin Meinung

Ressortleiterin Meinung. Zuvor Ressortleiterin taz.de / Regie, Gender-Redakteurin der taz und stellvertretende Ressortleiterin taz-Inland. Dazwischen Chefredakteurin der Wochenzeitung "Der Freitag". Amtierende Vize-DDR-Meisterin im Rennrodeln der Sportjournalistinnen. Autorin zahlreicher Bücher, zuletzt: "Und er wird es wieder tun" über Partnerschaftsgewalt.

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