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Sunday, September 27, 2026

VW prüft Ausstieg aus Robotaxi-Dienst Moia – Deutschland verliert Anschluss

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Wer das historische und unübersichtliche Straßengewirr von London unbeschadet durchsteuern kann, beherrscht das Autofahren im Grunde überall. Genau aus diesem Grund ist die britische Hauptstadt derzeit das bevorzugte Testfeld für Entwickler autonomer Fahrsysteme. Unternehmen wie die Google-Schwester Waymo, der Fahrdienstleister Uber und der chinesische Tech-Konzern Baidu erproben dort ihre fahrerlosen Flotten. Aber auch in europäischen Städten wie München, Berlin, Zagreb, Zürich und Madrid bereiten diverse Anbieter den Einstieg vor.

Internationale Tech-Größen arbeiten so daran, den Markt unter sich aufzuteilen. Die deutsche Automobilindustrie zieht sich parallel weitgehend daraus zurück. Die Hoffnungen von Volkswagen etwa ruhten lange auf dem Ridepooling-Dienst Moia, der das Potenzial heimischer Hersteller im Bereich der autonomen Mobilität demonstrieren sollte. Doch das Projekt steht offenbar vor dem Aus, wie die Wirtschaftswoche unter Berufung auf ein internes Strategiepapier berichtet.

Der VW-Vorstand schätzt demnach die Zukunftsaussichten der Tochtergesellschaft skeptisch ein. Moia spiele im Zielbild für 2030 bereits keine zentrale Rolle mehr, heißt es. Bis Ende 2026 wolle der Konzern verschiedene Ausstiegsoptionen durchspielen, die von einer Übernahme durch neue Investoren bis zur vollständigen Abwicklung reichten. Jüngst hatte die Moia-Spitze auch Geld vom Staat verlangt.

Für die Schwierigkeiten, in die das einstige Vorzeigeprojekt geraten ist, gibt es laut dem Bericht sowohl technische als auch finanzielle Gründe. In Hamburg erprobt Moia einen autonomen Betrieb auf Basis des VW ID.Buzz mit Technologie des Zulieferers Mobileye. Die Hard- und Software erfüllt laut Konzerninsidern aber nicht die Erwartungen an ein störungsfreies Fahrverhalten. Deshalb stehe der Nachweis der Fahrautonomie nach Level 4 noch aus.

Gleichzeitig scheue der finanziell unter Druck stehende VW-Konzern die notwendigen Milliardensummen zur Weiterentwicklung, schreibt das Magazin. Das liege auch daran, weil potenzielle Investoren wie Uber oder Lyft ihre Beteiligungsabsichten zurückgezogen haben. Nach dem Ausstieg von BMW und Mercedes aus früheren Joint-Ventures für autonome Mobilität droht Deutschland so den Anschluss an die Technologie für selbstfahrende Autos vollends zu verlieren.

Experten führen diesen Rückstand auf eine anhaltende Unterschätzung der Herausforderung zurück. Unternehmen wie die Alphabet-Tochter Waymo haben seit über 15 Jahren Summen von geschätzt 27 Milliarden US-Dollar in die Technologie investiert. Hiesige Hersteller versuchten dagegen lange Zeit, das Thema mit vergleichsweise geringen Budgets zu bespielen. Zwar behaupten sich BMW und Mercedes bei Assistenzsystemen bis Level 3. Doch bei der für Robotaxis benötigten Künstlichen Intelligenz hinken sie hinterher. Waymo absolviert derweil allein in den USA bereits mehr als eine halbe Million kostenpflichtige Fahrten pro Woche und bereitet die Expansion nach Europa vor.

Neben der Google-Schwester bringen sich Vermittlungsplattformen wie Uber in Stellung, die auf flexible Partnerschaften setzen, sowie Tesla mit seinem Cybercab. Für Verbraucher dürften fahrerlose Shuttles mittelfristig Preisvorteile bringen: Analysten schätzen, dass die Fahrtkosten pro Kilometer auf etwa 60 bis 80 Cent sinken könnten Aktuell schreiben die Regularien zwar noch Sicherheitsfahrer am Steuer vor, doch die Betreiber planen bereits den schnellen Übergang zum komplett autonomen Betrieb ohne menschliche Aufsicht. Den etablierten europäischen Automobilbauern droht so ein spürbarer Verlust an künftiger Wertschöpfung.

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