Nach Letzigrund-Coup: Hecht muss erst einmal durchatmen

- Die Schweizer Band Hecht veröffentlicht nach ihrer grössten Tour die neue Single «Flügefische».
- Der Song handelt vom Innehalten nach dem Höhepunkt, sagt Frontmann Stefan Buck gegenüber 20 Minuten.
- Am 12. Juni 2027 spielt Hecht im ausverkauften Letzigrund, der in nur 90 Minuten weg war.
Nach der grössten Tour ihrer Geschichte und dem in nur 90 Minuten ausverkauften Letzigrund war bei Hecht nicht sofort nur Euphorie angesagt. «Natürlich haben wir gefeiert, aber wir haben es noch nicht richtig gecheckt», sagt Frontmann Stefan Buck gegenüber 20 Minuten.
Die Band hatte kurz zuvor die drei grössten Schweizer Hallen gespielt und danach ihr bisher grösstes Konzert angekündigt. Dass der Letzigrund so schnell ausverkauft sein würde, sei für alle zunächst schwer zu begreifen gewesen. «Wir waren so erschöpft vom Erfolg, dass es fast kein richtiges Gefühl wurde», sagt Buck. Erst in den Ferien, nach Schlaf und Erholung, sei langsam angekommen, was der Band gelungen war: «Unser grösster Traum, das grösste Stadion der Schweiz auszuverkaufen, ist jetzt Realität.»
Neue Single ist für Buck «selbsttherapeutisch»
Diese Erfahrung steckt auch in der neuen Single «Flügefische». Darin geht es nicht um den nächsten Höhepunkt, sondern um die Zeit danach: um das Bedürfnis, kurz stehen zu bleiben, bevor es weitergeht. «Ich muss jetzt mal schnell landen, bevor ich wieder starten kann», sagt Buck. Für Hecht sei dieses Innehalten ungewohnt, weil die Band sonst schnell wieder beim nächsten Projekt sei.
Dass es Zeit zum Runterschalten braucht, merke Buck im Alltag schnell. «Ich bin dann nicht mehr so feinfühlig, nicht mehr so interessiert und nur noch am Abarbeiten», sagt er. Wenn er nur noch funktioniere, sei er nicht mehr wirklich im Hier und Jetzt. Das mache weder ihn selbst noch die Menschen um ihn herum glücklich.
«Flügefische» sei deshalb «fast schon selbsttherapeutisch». Auf der Bühne stehe Hecht für Energie und Euphorie, erklärt Buck. Der neue Song zeige aber auch eine andere Seite der Band: jene, die kurz Luft holen müsse, um danach wieder mit voller Kraft auf die Bühne zurückzukehren. Als er das Lied den anderen Bandmitgliedern zeigte, hätten sie sofort verstanden, worum es gehe. «Jeder fand: ‹Ich weiss genau, was du meinst›.»
Wie fühlst du dich, wenn du ein grosses Ziel endlich erreicht hast?
Auch musikalisch klingt «Flügefische» anders als manche der grossen Hecht-Hymnen: organisch, entspannt und direkt eingespielt. Das sei allerdings nicht geplant gewesen, betont Buck. Im Studio habe sich der Song mit allen an ihren Instrumenten einfach natürlich angefühlt. «Wir wollten nichts Künstliches hinzufügen. Wenn es passt, dann passt es.»
«Man sollte einfach mal nichts wollen»
Am 12. Juni 2027 spielt Hecht im ausverkauften Letzigrund. Die Vorbereitung auf das grösste Konzert der Bandgeschichte sei eine grosse Aufgabe, sagt Buck. Trotzdem wolle die Band nicht nur auf dieses Datum hinarbeiten. «Der Moment selbst wird nicht länger, wenn wir den Weg dorthin nicht geniessen.»
Seine Botschaft hinter «Flügefische» richtet sich auch an Menschen, die meinen, sie müssten ständig mehr leisten, erleben oder erreichen. Buck kenne dieses Gefühl selbst. «Man sollte einfach mal nichts wollen und luftleer durch die Gegend laufen», sagt er. «Oder eben: Flügefische».
Gina Sergi (gis), Jahrgang 1997, arbeitet seit März 2024 bei 20 Minuten. Sie ist seit September 2025 Ressortleiterin People.
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