Brand, Attentat und Grounding – Der Katastrophenherbst 2001: Die politischen Folgen sind enorm

Im Herbst vor 25 Jahren reihte sich eine Katastrophe an die nächste: Das Gotthard-Inferno, das Zuger Attentat, das Swissair-Grounding. Diese Tragödien hatten milliardenschwere politische Folgen, die bis heute im Alltag spür- und sichtbar sind, wie folgende Beispiele zeigen.
Das Gotthard-Inferno und die zweite Tunnel-Röhre
Nach einer Kollision zweier Lastwagen kommt es am 24. Oktober 2001 zum Inferno. Die Temperatur im Gotthard-Tunnel steigt auf bis zu 1200 Grad. Auf einer Länge von rund 100 Metern stürzt die Decke ein. Elf Menschen sterben.
Schnell war klar: Die Sicherheit muss erhöht werden, nicht nur am Gotthard. 220 Tunnel hat der Bund bisher aufgerüstet. Für knapp zwei Milliarden Franken werden zum Beispiel die Lüftungen verstärkt, die Beleuchtung verbessert oder Fluchtstollen gebaut.
Am Gotthard selbst wurden noch weitere Massnahmen getroffen. Seit 2002 gibt es beispielsweise ein Dosiersystem. Pro Stunde und Fahrtrichtung dürfen Tausend Autos den Tunnel passieren. Ein Lastwagen entspricht dabei drei Autos.
Nochmals deutlich mehr Sicherheit verspricht sich der Bund durch die zweite Gotthard-Röhre, die derzeit im Bau ist. Die Diskussionen über den zweiten Tunnel begannen nach dem Inferno 2001. Dank diesem gibt es im Gotthard künftig keinen Gegenverkehr mehr und gleichzeitig bessere Fluchtmöglichkeiten.
Das Swissair-Grounding und das Misstrauen der Bevölkerung
Der 2. Oktober 2001 markiert das Ende der Swissair. Schuld ist eine gescheiterte Expansionsstrategie. Am Flughafen Zürich und weltweit bleiben ihre Flugzeuge am Boden. Die traditionsreiche und geliebte Schweizer Airline ist zahlungsunfähig geworden.
Laut dem Politbeobachter Michael Hermann führte das Swissair-Grounding zum Bruch zwischen Bevölkerung und Wirtschaft. Das Misstrauen nahm zu. Hermann verweist darauf hin, dass es in der Folge immer mehr Abstimmungsentscheide gegen die Wirtschaft gab. Ein Beispiel ist die Abzockerinitiative, die 2013 deutlich angenommen wurde. «Nach dem Swissair-Grounding hat das Stimmvolk immer weniger den Spruch geglaubt: ‹Was gut ist für die Wirtschaft ist auch gut für die Schweiz›», so Hermann. Für ihn ist die Beziehung zwischen der Bevölkerung und der Wirtschaft nie mehr richtig gekittet worden.
Das Zuger Attentat und die Sicherheitskontrollen im Bundeshaus
Am 27. September 2001 stürmt ein Mann in das Zuger Regierungsgebäude und erschiesst innerhalb weniger Minuten 14 Menschen. 18 weitere verletzt er zum Teil schwer. Danach richtet sich der Täter selbst.
Als Reaktion darauf rüstet das Bundesamt für Polizei auf: Das Fedpol setzt unter anderem auf das sogenannte Bedrohungsmanagement. Dabei gehe das Fedpol zu Personen vor Ort, die Drohungen ausgesprochen haben, erklärt Patrick Wittwer, der Leiter des Bundessicherheitsdienstes. «Wir wollen verstehen, ob die Drohung ernst gemeint ist und ob wir weitere Massnahmen ergreifen müssen.» Ausserdem wurden im Bundeshaus und in anderen öffentlichen Gebäuden Sicherheitskontrollen am Eingang eingeführt.
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