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Sunday, October 11, 2026

Landesweite Kontrollen – Polen: 117 Festnahmen nach Messerangriffen an Schulen

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  • Nach drei Messerangriffen an Schulen diese Woche hat die Polizei in Polen 117 Verdächtige festgenommen.
  • Landesweit kontrollierte sie laut eigenen Angaben 67'000 Schulen.
  • Die Polizei geht bislang von spontanen Taten ohne direkten Zusammenhang aus.

Eine Serie von Messerangriffen an Schulen versetzt Polen in Unruhe und beschäftigt auch die Politik. Die Polizei nahm in den vergangenen Tagen 117 Personen fest.

«Wir haben es nicht mit einer grossangelegten, organisierten Gruppe von Menschen zu tun.»

Spezialisten für Cyberkriminalität prüfen, ob eine Challenge in sozialen Medien der Auslöser für die Welle der Gewalt sein könnte. Doch darauf deutet bislang nichts hin. «Wir haben es nicht mit einer grossangelegten, organisierten Gruppe von Menschen zu tun, die eine Bedrohung schaffen wollen», sagte Regierungschef Donald Tusk am Sonntag vor einer Sondersitzung mit dem Innenminister und Vertretern von Polizei und Geheimdienst. Es handle sich um spontane Aktionen, die auf eine wachsende Faszination junger Menschen für Gewalt zurückgehen würden.

Zwei Männer im Freien unter blauem Himmel.
Legende: Reuters/Jakub Orzechowski/Agencja Wyborcza

Polen geht Informationen über mögliche Pläne für einen Anschlag auf Regierungschef Donald Tusk und Verteidigungsminister Marcin Kierwiński nach. Dies teilte eine Sprecherin des Innenministeriums am Sonntag auf der Online-Plattform X mit. Innenminister Marcin Kierwiński habe Massnahmen in dieser Sache angeordnet.

Drei Frauen in Berufsfachschule niedergestochen

Der jüngste Vorfall ereignete sich am Samstag in einer privaten Berufsfachschule im Warschauer Stadtteil Praga. Eine 21-jährige Angreiferin stach im Sekretariat der Schule mit einem Messer auf drei junge Frauen ein, die dort gerade Dokumente abgeben wollten. Eine 17 Jahre alte Schülerin landete mit Schnittwunden an den Unterarmen im Spital. Die beiden anderen Opfer im Alter von 17 und 24 Jahren konnten vor Ort versorgt werden.

«Die Polizei war vier Minuten nach dem Alarm vor Ort», sagte der Polizeisprecher. Ein Mitarbeiter der Schule habe der Angreiferin das Messer weggenommen und die Frau anschliessend den Beamten übergeben. Ein Motiv für die Tat sei noch unklar.

Zwei Krankenwagen stehen auf einer Strasse vor modernen und historischen Gebäuden.
Legende: Rettungswagen stehen vor einem Gebäude der Fachhochschule TEB Edukacja nach einem Messerangriff in der Minska-Strasse im Warschauer Stadtteil Praga, am 10. Oktober 2026. Reuters/Dariusz Borowicz/Agencja Wyborcza

Polizei sieht keinen Zusammenhang mit anderen Angriffen

Es war bereits die dritte Messerattacke in einer polnischen Schule innerhalb weniger Tage. Am Donnerstag war bei einem Messerangriff eines 15-Jährigen in einer Schule in Leszczydol-Nowiny etwa 70 Kilometer nordöstlich von Warschau die Hausmeisterin getötet worden, zwei weitere Menschen wurden verletzt.

Am Mittwoch hatte ein 19-Jähriger an einer Berufsschule in Ostroleka knapp 100 Kilometer nördlich von Warschau neun Menschen mit einem Messer verletzt, davon zwei schwer. Der Polizeisprecher sagte, es gebe bislang keine Hinweise darauf, dass der neueste Angriff in einem Zusammenhang mit den anderen Taten stehe.

Wie Innenminister Marcin Kierwinski angab, handle es sich bei den Festgenommenen meist um Teenager im Alter von 13 bis 19 Jahren, die in sozialen Netzwerken auffällig geworden seien

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  • Bild 1 von 1. Die Angriffe sorgten in Polen für viel Aufsehen (Bild: 7. Oktober, nach dem Angriff auf die Berufsschule in Ostroleka). Bildquelle: AP Photo/Rafal Niedzielski.

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Viele Jugendliche von Gewalt und Nazi-Ideologie fasziniert

Innenminister Marcin Kierwinski sagte, die Polizei habe in den vergangenen Tagen landesweit 67'000 Schulen kontrolliert und 117 Personen festgenommen. Dabei handle es sich meist um Teenager im Alter von 13 bis 19 Jahren, die in sozialen Netzwerken auffällig geworden seien.

Kierwinski sagte, die Beamten beobachteten drei Gruppen. «Die erste Gruppe sind Menschen, die ganz klar von Gewalt und Nazi-Ideologie fasziniert sind.» Bei der zweiten Gruppe handle es sich um junge Leute, die von Computerspielen zu Gewalt animiert würden. Zur dritten Gruppe gehörten Jugendliche, die durch das Aufsehen um die Messerattacken aktiviert würden. «Sie kommen oft in Begleitung ihrer Eltern auf die Polizeiwache und erklären, dass das alles nur ein Witz war», so Kierwinski.

Regierungschef Tusk kündigte an, dass man die Polizeikontrollen in den Schulen in der kommenden Woche fortführen werde.

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