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Tuesday, October 6, 2026

Rechter Investor Peter Thiel beteiligt: US-Start-up eröffnet in Leipzig Werk für Marschflugkörper

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Die Rüstungsindustrie verspricht viel Geld, das lockt auch Investoren wie Peter Thiel an. Nun eröffnet eines seiner Start-ups eine Fabrik in Sachsen.

Simon Poelchau

Es ist ein Spruch, der eigentlich aus der Antiglobalisierungsbewegung kommt: „Think globally, act locally“, denke global, handel lokal. Nun hat ihn ein Rüstungsunternehmen in seinem Sinne abgewandelt: „built locally, produced globally“, bewirbt das US-Start-up Covenant seinen Marschflugkörper Anthem auf seiner Website. „Lokal zusammengebaut, global produziert“ soll diese Waffe also sein.

Ab kommenden Jahr will Covenant Anthem auch in Deutschland produzieren. Dafür eröffnete das Unternehmen am Montag im Leipziger Norden eine Produktionsstätte. Im ersten Jahr sollen dort 1.000 dieser Marschflugkörper produziert werden, 2028 dann 5.000 Stück. Leipzig werde der weltweit größte Standort von Covenant sein, versprach der Chef der 2024 gegründeten Firma, Michael Kauman. Weitere Produktionsstätten befinden sich in Texas und Israel.

Auch für Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer war die Werkseinweihung ein Grund zum Feiern. „Freiheit, Demokratie, Wohlstand geht nicht ohne Sicherheit. Und die beste Sicherheit ist immer noch die Abschreckung. Deswegen ist es gut, dass wir in diesem Bereich auch aktiv sind“, sagte der CDU-Politiker. Allerdings wurde kein neues Werk gebaut. Covenant mietete im Leipziger Norden eine Gewerbehalle an, die noch von einer Lager- zu einer Fertigungshalle umgewidmet werden muss. Eine Formsache lediglich, wie es hieß.

Der deutsche-US-amerikanische Tech-Milliardär Peter Thiel ist laut Medienberichten über die Risikokapitalgesellschaft Founders Found an Covenant beteiligt. Und ob dieser noch zu den Grundfesten der Demokratie steht, ist umstritten. Bereits im Jahr 2009 schrieb er in einem Essay: „Ich glaube nicht länger, dass Freiheit und Demokratie miteinander vereinbar sind.“ Später wurde Thiel, der auch an der Gründung von Unternehmen wie Paypal und Palantier beteiligt war, für seine Unterstützung von US-Präsident Donald Trump sowie dessen Vize J. D. Vance bekannt.

Thiel ist auch an Berliner Waffen-Start-up beteiligt

Covenant ist nicht das einzige Rüstungsunternehmen, bei dem Thiel die Finger mit im Spiel hat. Er ist auch an dem Berliner Drohnenhersteller Stark Defence beteiligt. Das 2024 gegründete Unternehmen gehört mit einem Marktwert von über 3 Milliarden Euro zu den wertvollsten Start-ups Deutschlands. Erst im Juni konnte es von Investoren eine halbe Milliarde Euro an frischem Kapital einsammeln. Grund dafür dürfte auch ein 270 Millionen Euro schwerer Auftrag sein, den Stark Defence im Februar von der Bundeswehr erhielt. Dabei hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) zuvor erklärt, er teile die Bedenken gegen Thiel „ausdrücklich“.

Auch Covenant dürfte die Bundeswehr als potenziellen Kunden im Auge haben. Für ihren Leipziger Standort hat die Firma bereits erste Stellenausschreibungen veröffentlicht. Dabei wünscht sie sich von ihren künftigen Qua­li­täts­man­ge­r*in­nen vor allem eins: „Erfahrung in der Unterstützung von Fertigungsprogrammen im Verteidigungsbereich, die den Qualitätsanforderungen der Nato, des deutschen Verteidigungsministeriums oder sonstigen militärischen Qualitätsvorgaben unterliegen.“

Punkten will die Firma bei ihrem Marschflugkörper, der laut ihren Angaben 1.000 Kilometer fliegen und 200 Kilo schwere Gefechtskörper tragen kann, vor allem über den Preis. Während vergleichbare Waffensysteme mehrere Millionen US-Dollar kosten, will Covenant sein Produkt für unter einer Million anbieten.

Wie der Sektor expandiert, zeigt sich auch in Kassel, wo am Dienstag bekannt wurde, dass dort anstatt Lokomotiven wohl künftig Panzer gebaut werden. Das Rüstungsunternehmen Rheinmetall übernimmt das Werk des französischen Bahn-Herstellers Alstom.

In dem Werk arbeiten rund 750 Menschen. Man habe sich grundsätzlich geeinigt, erklärte ein Rheinmetall-Sprecher. Das Ziel sei, dass Alstom-Mitarbeiter künftig bei der Rheinmetall Landsysteme eine Beschäftigung finden können. In Arbeitnehmerkreisen wird damit gerechnet, dass Rheinmetall die Radpanzer-Produktion ausweiten wird, die bereits in direkter Nachbarschaft des Alstom-Werkes läuft.

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