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Saturday, August 22, 2026

«Wir müssen einen neuen Amir finden»: Der neue Boss packt über seine GC-Pläne aus

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«Wir müssen einen neuen Amir finden»

Der neue Boss packt über seine GC-Pläne aus

Der neue GC-Präsident Ludovic Deléchat hielt sich in der Öffentlichkeit bisher bedeckt. Jetzt spricht er erstmals detailliert über seine Pläne mit GC, das neue Stadion und seine Transferstrategie. Zudem sucht er den Dialog mit den Fans.

Publiziert: vor 6 Minuten

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft

  • Ludovic Deléchat leitet seit Sommer 2026 die Grasshoppers Zürich
  • GC schrieb 2025 ein Defizit von 15 Millionen Franken, Einsparungen geplant
  • Präsident priorisiert neues Stadion, betont jedoch politische Abhängigkeit

Er ist der neue starke Mann an der GC-Spitze. Ludovic Deléchat hat die Grasshoppers diesen Sommer mit der Bridge Football Group übernommen. Mit ausgewählten Medienvertretern hat der in Lausanne geborene Anwalt nun erstmals nach der Pressekonferenz detailliert über seine Pläne mit dem Rekordmeister gesprochen.

Transfers

Lange war es ruhig auf dem Campus. Bis zum Saisonstart vermeldeten die Hoppers nur zwei Neuzugänge. Doch langsam kommt der Stein ins Rollen. In den letzten Tagen verpflichtete GC gleich vier neue Spieler. «Weil wir erst so spät hier begonnen haben, waren wir ein wenig im Verzug. Natürlich wollen wir die Transferfenster in Zukunft früher planen», erklärt Deléchat.

«Wir wollen nicht nur gute Spieler, sondern Spieler mit guter Mentalität. Der Mensch ist uns sehr wichtig», führt der Jurist aus. Seinen ersten Wunschspieler hat er jetzt auch bekommen: «Als einer der ersten Namen nannte ich Julian von Moos. Er war für mich immer ein sehr talentierter Spieler und hat GC-Mentalität. Zudem wollte ich Super-League-Erfahrung ins Team bringen.» Wenige Wochen später stellte GC von Moos als neuen Spieler vor.

Tatsächlich ist der neue Präsident bei den Transfers stark involviert. Der Waadtländer, der einst acht Jahre für die Fifa arbeitete, führt Gespräche mit den Spielern und Klubs teils selbst. Denn die neue GC-Führung verzichtet auf einen klassischen Sportchef. Darum trennte man sich vor der Saison von Alain Sutter. «Das hatte nichts mit ihm zu tun. Er ist ein guter Mensch. Doch wir wollten eine breite sportliche Kommission haben.»

Die Verhandlungen teilen Deléchat, der neue CEO Richard Feuz und Ex-Profi Dries Boussatta, der bei Bridge als technischer Direktor arbeitet, untereinander auf.

Und gibt es noch Transfers diesen Sommer? «Vielleicht», lässt sich Deléchat nicht in die Karten blicken.

Die Finanzen

Im Jahr 2025 schrieben die ehemaligen GC-Besitzer des LAFC erneut ein strukturelles Defizit von 15 Millionen Franken. Dieses Defizit wollen die neuen Besitzer nun senken: «Die vergangenen Jahre waren finanziell sehr schwer, das wissen wir. Und wir wissen auch, dass es ohne Stadion schwer ist, nachhaltig zu werden. Doch wir wollen die kommerziellen Einnahmen, die zu den tiefsten der Liga gehören, steigern. Dann müssen wir gute Transfers machen, denn jeder Schweizer Klub muss Spieler verkaufen. Dazu gehört auch die Ausbildung von jungen Spielern.»

Dass es ein langfristiges Projekt ist, sei der Gruppe klar: «Es wird schwer, das Defizit dieses Jahr schon gross zu senken. Die TV-Gelder werden nicht hochgehen und kommerziell können wir zwar erste Dinge verbessern, aber keine Wunder bewirken.» Man werde alles probieren, um Kosten zu senken und Einnahmen zu steigern. Auch mit der Stadt Zürich werde man das Gespräch suchen, so Deléchat.

«Und dann hoffen wir, dass wir uns eines Tages mit dem Stadion an die Gewinnschwelle herantasten können.» Wenn in der Zukunft dann noch der europäische Fussball dazu käme, könne es «sehr interessant werden». Das seien aber alles hohe und weit entfernte Ziele, stellt der Präsident klar.

Übrigens hätte die Bridge Football Group den Klub auch im Falle eines Abstiegs gekauft: «Wir hatten eine Einigung für den Fall Super League und eine Einigung für den Fall Challenge League.»

Das neue Stadion

«Das Stadion ist der Schlüssel, wenn du wirklich profitabel sein willst», ist für den langjährigen GC-Fan Deléchat klar. Darum habe es für ihn oberste Priorität: «Eine meiner ersten Amtshandlungen als Präsident war ein Meeting mit Ancillo Canepa und dem Stadionprojektsleiter. Wir möchten das Projekt vorantreiben, aber es ist nicht nur von uns abhängig. Wir brauchen Hilfe von der Stadt und der Politik.»

Immer wieder legen Stadion-Gegner Einsprachen ein und verzögern so den Baubeginn. Auch darum könne er den Fans keinen Zeitpunkt nennen: «Ich kann keinen Zeitplan geben, weil es nicht nur in unseren Händen liegt. Wir wollen das Stadion natürlich so schnell und so gut, wie es geht. Ich will keine Versprechen machen, die ich nicht einhalten kann.»

Locker lassen werden die beiden Zürcher Klubs aber nicht: «Wir haben gemeinsam mit dem FCZ eine Taskforce und treffen uns regelmässig.»

Die Suche nach Identifikation

«Wir müssen einen neuen Amir finden», sagt Deléchat angesprochen auf die fehlenden Identifikationsfiguren im Klub. «Es ist schwierig, einen Spieler mit dieser Mentalität zu finden. Doch wenn die Spieler zu gut sind für die Super League, gehen sie ins Ausland. Auch Amir war fünf Jahre in der Bundesliga.»

Tatsächlich könnte mit Tim Meyer eine Identifikationsfigur und ein Publikumsliebling den Verein noch diesen Sommer verlassen. Wie Blick berichtete, will Ligue-1-Klub Auxerre den Mittelfeldspieler unbedingt.

Deléchat, der einst selbst ein Challenge-League-Spiel für Delémont absolvierte, bestätigt: «Wir sind in Gesprächen. Doch aktuell ist er hier und wir haben kein Angebot, das uns reichen würde.» Der Präsident weiss aber: «Tim ist wichtig. Doch irgendwann kannst du diese Spieler nicht mehr halten. Wenn sie ein gewisses Level erreichen und wir ein gutes Angebot erhalten, lassen wir diese Spieler ziehen.»

Der Dialog mit den Fans

Unter den US-Besitzern vom LAFC herrschte zwischen den Eigentümern und den GC-Fans am Ende Eiszeit. Die Fanszene forderte den Abgang der US-Investoren.

Das soll unter Deléchat nicht erneut passieren. Einen Tag vor dem Medientermin traf er sich ein erstes Mal mit Fanverantwortlichen: «Die Fans sind das Herz des Vereins. Ich habe grossen Respekt vor ihnen. Wir hatten ein sehr konstruktives Gespräch und wir haben ihnen unsere Vision vorgestellt. Wir erwarten nicht, dass sie uns mögen. Aber dass sie wissen, was sie an uns haben, und dass wir ehrlich mit ihnen kommunizieren.»

Der Austausch sei nun regelmässig geplant. Doch Versprechen wird es keine geben: «Ich hasse es, wenn jemand etwas verspricht und es nicht einhalten kann», so Deléchat. «Es ist mir wichtig, keine falschen Versprechen zu machen. Natürlich mögen es die Fans, wenn wir sagen würden, dass wir hier sind, um alles zu gewinnen. Aber darum geht es aktuell noch nicht. Wir haben eine klare Vision von nachhaltiger Arbeit. Natürlich sind wir ambitioniert und würden gerne bald etwas gewinnen. Jetzt geht es aber darum, hart zu arbeiten.»

Die sportlichen Ziele

«Nach der Roten Karte im Barrage-Rückspiel dachte ich wirklich, wir steigen ab», erinnert sich Deléchat an seinen Stadionbesuch im kapitalen Spiel gegen Aarau. «Da war Amir mit seiner Erfahrung so wichtig. Er hat das Spiel komplett verändert», schwärmt er von seinem Captain.

Nochmals erleben möchte Deléchat einen solchen Krimi aber nicht. Das primäre Ziel in der aktuellen Saison sei klar, mindestens zwei Teams hinter sich zu lassen und so die vierte Barrage in Serie abzuwenden.

Doch ein spezielles Ziel hat der neue Präsident: «Ich liebe den Cup. Es sind nur sechs Spiele, um Geschichte zu schreiben. Das habe ich auch allen Vereinsmitarbeitern und Spielern so gesagt.»

Mannschaft

SP

TD

PT

1

FC Lugano

FC Lugano

3

9

9

2

BSC Young Boys

BSC Young Boys

3

8

7

3

FC St. Gallen

FC St. Gallen

3

2

7

4

FC Sion

FC Sion

3

2

6

5

FC Basel

FC Basel

3

2

6

6

FC Lausanne-Sport

FC Lausanne-Sport

3

1

5

7

Servette FC

Servette FC

3

-1

3

8

FC Zürich

FC Zürich

3

-5

3

9

FC Thun

FC Thun

3

-6

3

10

Grasshopper Club Zürich

Grasshopper Club Zürich

3

-4

1

11

FC Luzern

FC Luzern

3

-5

1

12

FC Vaduz

FC Vaduz

3

-3

0

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