Wer „KI“ sagt, ist für Trump „DER FEIND“: Immer mehr folgen Umbenennung in „SI“
Nachdem US-Präsident Donald Trump vorige Woche auf seinem Kurznachrichtendienst geschrieben hat, dass Personen, die statt „Superintelligenz“ weiterhin „künstliche Intelligenz“ sagen, vom Weißen Haus als „DER FEIND“ angesehen würden, folgen einflussreiche Personen seinem Begriffswechsel. Zuletzt hat Microsoft-Chef Satya Nadella in einem Text zu KI-Risiken am Wochenende konsequent nur „Superintelligenz“ geschrieben: „Artificial Intelligence“, der weithin akzeptierte Begriff für die Technik kommt bei ihm nicht einmal vor. Als Nvidia-Chef Jensen Huang Zusagen über eine Milliarde US-Dollar für die US-Forschung angekündigt hat, war ebenfalls fast ausschließlich von „super intelligence“ die Rede. Später hat Salesforce seine Integrationsschicht für KI-Agenten von AIForce in SIForce umbenannt. Auch Jeff Bezos bevorzugt „Superintelligenz“.
Musk als Vorreiter
Trump hatte den Begriffswechsel vor der UN-Vollversammlung angekündigt und behauptet, dass der Teilbegriff „künstlich“ die Technologie „fake“ erscheinen lasse. Das sei sie nicht. In seinem Beitrag auf Truth Social hat er jetzt nachgelegt und behauptet, dass der neue Begriff „hoch akzeptiert und akkurater“ sei. Wie schon bei Toponymen wie dem „Golf von Mexiko“ kann Trump die neue Bezeichnung aber nur staatlichen Stellen vorschreiben – Bundesbehörden hat er per Anordnung dazu verpflichtet. Für Unternehmen ist der Begriffswechsel dagegen ein Loyalitätstest. Zuerst war ihm sein Vertrauter Elon Musk gefolgt: Die von ihm angekündigte Änderung des Namens von SpaceXAI zu SpaceXSI ist jetzt zumindest auf seinem Kurznachrichtendienst X umgesetzt (die Domain lautet aber weiter x.ai).
Der von Trump kritisierte Begriff „künstliche Intelligenz“ war dabei auch unter Expertinnen und Experten nicht unumstritten. Schon vor dem Beginn des aktuellen Wirbels wurde beispielsweise 2022 eine Forderung laut, darauf und auf „KI“ und „maschinelles Lernen“ zu verzichten. Damit würden von PR-Abteilungen gezielt die Unterschiede zwischen Computern und Menschen verwischt, hat etwa die Direktorin des Centers on Privacy and Technology an der Georgetown-Universität erklärt. Gleichzeitig würden Maschinen mit Begriffen wie „denken“, „urteilen“, „vorhersagen“, „interpretieren“, „entscheiden“, „erkennen“ und natürlich „lernen“ Tätigkeiten zugeschrieben, die Menschen vorbehalten seien. Die Kritik richtete sich also gegen den Bestandteil „Intelligenz“ und nicht „künstlich“.
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