Weltweite Nervosität – Trumps Diesel-Stopp könnte verheerende Folgen haben

Horrende Treibstoffpreise: Die Treibstoffpreise steigen und steigen – und das in historischem Ausmass. Besonders der Dieselpreis geht durch die Decke:
Aber nicht nur an Schweizer Zapfsäulen herrscht Katerstimmung. Auch in den USA sind die horrenden Treibstoffpreise ein grosses Thema.
Trumps Plan: Deswegen prüft der US-Präsident Donald Trump nun eine Massnahme, die es in sich hätte: einen Export-Stopp für Diesel. «Ich habe gesagt, lasst uns den Diesel nicht ausführen und meine Leute dazu angewiesen», sagte Trump am Dienstag am Rande der UNO-Generaldebatte in New York. Und ein Export-Stopp könne sich auch «ein wenig» auf die Preise für normales Benzin auswirken.
Würde der Diesel in den USA tatsächlich billiger?
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Ob ein Exportverbot für Diesel den Effekt hätte, den sich Trump erhofft, ist umstritten. Kurzfristig dürfte ein höheres Angebot bei gleichbleibender Nachfrage wohl tatsächlich dazu führen, dass die Preise sinken. «Allerdings wäre das wohl nur ein vorübergehender Effekt», schätzt Börsenkorrespondent Jens Korte. «Die meisten Experten sind sich einig, dass die Raffinerien schlicht und einfach die Produktion herunterfahren würden, wenn sie weniger exportieren.»
Heisst: Beim Diesel käme es wieder zu einer gewissen Verknappung – und die Preise würden wieder steigen. Und: Wenn etwa weniger Diesel nach Mexiko fliessen würde, würde die dortige Landwirtschaft teurer produzieren. Die Folge: Importierte Lebensmittel aus Mexiko würden in den USA teurer – was neue Unzufriedenheit bei den Konsumentinnen und Konsumenten schüren würde. Auch das könnte die Wählerschaft dem US-Präsidenten anlasten.
Trumps Worte sandten Schockwellen bis nach Europa: Der Dieselpreis stieg am Mittwoch vorübergehend um ganze sieben Prozent an. Gleichentags wies das Weisse Haus Berichte über ein bevorstehendes Exportverbot zurück. Energieminister Christ Wright erklärte, eine solche Massnahme könne die Spritpreise sogar noch verteuern.
Trumps Dilemma: Doch der amerikanische Präsident steckt in einer verzwickten Lage, wie SRF-Wirtschaftsredaktor Manuel Rentsch ausführt: «Die Farmer und Lastwagenfahrer in den USA fordern ein Exportverbot, die Ölindustrie versucht, das in letzter Sekunde zu verhindern.»
In einem offenen Brief macht die mächtige Ölindustrie Druck auf den Präsidenten. Und die Konzernbosse lassen die Drähte ins Weisse Haus glühen, um das Exportverbot zu verhindern. Ihr Argument: Die Massnahme würde die internationalen Märkte durchschütteln und die Lieferketten zum Stillstand bringen.
Die Warnrufe: Auch Expertinnen und Experten warnen vor katastrophalen Folgen eines Export-Stopp von US-Diesel: «Es gibt ohnehin schon zu wenig Diesel auf der Welt, gerade auch in Europa», sagt Rentsch. «Wenn die USA jetzt den Hahn zudrehen, um die eigene Wirtschaft zu schützen, würde der Preis noch weiter steigen.» Die USA liefern rund zwanzig Prozent des globalen Diesels. Wenn dieses Angebot wegfallen würde, träfe das Europa, Südamerika und auch die asiatischen Länder.
Die Folgen für die Schweiz: Ein Export-Stopp für US-Diesel würde auch die Schweiz treffen. Der hiesige Diesel kommt zwar aus einer Raffinerie in Cressier im Kanton Neuenburg und aus europäischen Raffinerien. «Aber wenn der Preis im europäischen Markt weiter steigt, schlägt das auch auf die Schweiz durch», erklärt Rentsch. «Und die Bauern und Lastwagenfahrer bezahlen dann noch mehr.» Diesel sei schon jetzt in der Schweiz so teuer wie noch nie.
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