Putin modernisiert geheimen Kommandobunker

Ist die «Tote Hand» zurück?
Putin modernisiert geheimen Kommandobunker
Das Herzstück eines im Kalten Krieg genutzten russischen Vergeltungssystems wird derzeit massiv ausgebaut und modernisiert. Der streng geheime Bunker befindet sich im Ural-Gebirge und soll landesweit als Kontroll- und Kommandozentrale für diverse Waffen genutzt werden.
Publiziert: 28.09.2026 um 17:36 Uhr
Aktualisiert: 28.09.2026 um 20:37 Uhr
- Russland modernisiert geheimen Bunker-Komplex Anlage 1335 im Kowinski-Massiv seit 2018
- Bunker diente als Steuerzentrale für atomares Notfallsysteme Permietr
- Projekt umfasst 22'000 Tonnen Stahl, 56'000 Tonnen Zement, 600 km Kabel
Wiebke KöhneRedaktorin Newsdesk
Am Fuss des Kowinski-Massivs, im Westen Russlands, befindet sich auf einem Militärstützpunkt der Eingang zu einem streng geheimen Bunkerkomplex. Die sogenannte Anlage 1335 soll bis tief in den Berg hineinreichen. Ursprünglich in den 1980er-Jahren erbaut, soll das russische Verteidigungsministerium den Bunker – der als atomare Notfall-Kommandozentrale diente – seit 2018 umfangreich modernisiert und ausgebaut haben.
Das zeigen Recherchen des dänischen Investigativmediums «Danwatch», die sich auf öffentliche Ausschreibungen und Auswertungen von über zwei Millionen Beschaffungsunterlagen stützen. Die bestellten Baumaterialien zeigen die gewaltige Dimension des Projekts: 22'000 Tonnen Stahl, 56'000 Tonnen Zement und 600 Kilometer Elektrokabel. Laut der «Times», die an den Recherchen beteiligt war, werden in den Unterlagen der Ausschreibungen mindestens 24 Kammern erwähnt, die mit Druckluftsystemen ausgestattet sind.
Wurde das System der «Toten Hand» wiederbelebt?
Das System Perimetr – im Westen als «Tote Hand» bekannt – diente der Sowjetunion während des Kalten Kriegs als automatisierte Versicherung: Bei einem atomaren Erstschlag gegen die Führungsebene sollte es selbständig einen Gegenschlag auslösen.
Die Anlage 1335 gilt dabei als die wichtigste Steuerzentrale des Systems mit direkten Schnittstellen zu Interkontinentalraketen und atomar bestückten U-Booten. Neben Aussagen russischer Offizieller und hochrangiger Veteranen deuten auch die massiven Ausbauarbeiten darauf hin, dass Perimetr wieder in Betrieb genommen wurde. Das russische Präsidialamt hat das bislang nicht offiziell bestätigt.
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