Angriffsversuche auf junge Lücke in Oracle E-Business-Suite
In der Oracle E-Business-Suite klafft eine Sicherheitslücke, die nicht authentifizierten Angreifern aus dem Netz die Übernahme einer sogenannten „Oracle Application Object Library“ ermöglicht. Ein Patch zum Schließen der Sicherheitslücke steht seit nunmehr einer Woche zum Herunterladen und Installieren bereit. IT-Sicherheitsforscher haben nun erste Angriffsversuche auf die Schwachstelle in ihren Honeypot-Systemen beobachtet.
Das berichtet DefusedCyber auf X. Auf den E-Business-Suite-Honeypots haben sie seit Dienstag dieser Woche ausforschende Exploits gegen die Schwachstelle CVE-2026-101767 (CVSS 9.8, Risiko „kritisch“) gesehen. Der sicherheitsrelevante Fehler findet sich in der „Oracle Application Object Library“, einer Komponente der E-Business-Suite, in den Versionen 12.2.3 bis 12.2.15. Haben Angreifer Netzwerkzugriff mittels HTTP auf eine verwundbare Instanz, können sie sie ohne vorherige Authentifizierung vollständig kompromittieren. Laut einer Analyse von Horizon3.ai handelt es sich um eine SQL-Injection im Thin-Client-Framework-Servlet, die sich bis zum Einschleusen und Ausführen von Schadcode ausbauen lässt.
Die einzelnen Schwachstellen in den Oracle-Produkten gingen am Critical Patch Update (CPU) genannten Patchday im Oktober aufgrund der schieren Masse – immerhin 1295 Sicherheitspatches hat Oracle dort verteilt – möglicherweise etwas unter. Aber spätestens jetzt sollten Admins ausstehende Aktualisierungen schleunigst installieren.
Oracle E-Business-Suite im Visier von Cyberkriminellen
Sicherheitslücken in Oracles E-Business-Suite stehen bei Ransomware-Banden und anderen bösartigen Akteuren hoch im Kurs. Zuletzt haben Kriminelle etwa Ende Juni eine Schwachstelle in Payments von Oracles E-Business-Suite als Angriffsziel auserkoren. Auch diese Lücke ermöglichte die vollständige Übernahme verwundbarer Instanzen.
Im Herbst vergangenen Jahres hat die Ransomware-Bande Cl0p großflächig Angriffe auf eine Sicherheitslücke in der E-Business-Suite von Oracle gestartet. Dabei griffen die Täter umfangreich sensible Daten aus den Systemen der Opfer ab. Über Hunderte, wenn nicht Tausende kompromittierte E-Mail-Konten erpressten sie im Anschluss die betroffenen Unternehmen.
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