Raupen fressen Wiesen kahl – Plage breitet sich weiter aus

- Raupen der Einpunkt-Graseule fressen im Sarganserland seit Mitte September ganze Wiesen kahl.
- Sie sind inzwischen weiter vorgedrungen und kommen nun von Walenstadt SG bis nach Zizers GR vor.
- Bitter für betroffene Bauern: Sie müssen zusätzlich Futter zukaufen, eine kantonale Entschädigung gibt es nicht.
Die Raupeninvasion aus dem Sarganserland hat sich in den letzten Wochen stark ausgebreitet. Mitte September entdeckte man die Raupen der Einpunkt-Graseule erstmals zwischen Heiligkreuz SG und Sargans. Die Tiere fressen ganze Wiesen kahl. Ganz zum Leidwesen der Bauern: «Die Wiese ist braun. Die Raupen haben mir alles weggefressen», sagte Bauer Ignaz (58) damals zu 20 Minuten.
«Die Raupen sind inzwischen von Walenstadt im Kanton St. Gallen bis nach Zizers im Kanton Graubünden vorgedrungen», sagt Andreas Vetsch, Leiter der Fachstelle Pflanzenschutz im Kanton Graubünden, zu 20 Minuten.
Frühling bringt Erkenntnis
«Der bereits trockene Sommer hat den Bauern sowieso schon zugesetzt. Durch die Raupenplage sind nun die Bauern doppelt betroffen», sagt Vetsch. Deswegen müssen betroffene Bauern zusätzlich mehr Futter zukaufen.
Noch ist unklar, ob die Raupen auch die Wurzeln angreifen. «Wir vermuten, dass die Wurzeln beschädigt sind. Das könnte jedoch auch an der Trockenheit liegen», sagt Vetsch. Wie sich die Wiesen im nächsten Jahr entwickeln, weiss man nicht. «Um das herauszufinden, müssen wir den Frühling abwarten», sagt Vetsch.
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Keine Entschädigung vom Kanton
Vetsch stuft die Raupenplage als Naturkatastrophe ein. Dazu zählen auch Überschwemmungen und Dürren. «Eine Entschädigung auf kantonaler Ebene für Betroffene gibt es nicht», sagt Vetsch. Er hält es jedoch für möglich, dass eine Stiftung den Bauern helfen könnte. Hier sei nun die Branche gefordert.
Wann die Raupenplage endet, hängt von den Temperaturen ab. Laut Vetsch nimmt die Aktivität der Raupen bei Temperaturen unter zehn Grad stark ab. «Wirklich kaputt gehen sie erst bei Bodenfrost, also bei rund null Grad», sagt Vetsch.
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«Zum runden Tisch einladen»
«Die Bauern sitzen momentan auf dem Schaden», sagt Hansruedi Thoma, Geschäftsführer des St. Galler Bauernverbandes, zu 20 Minuten. Derzeit gebe es keine Möglichkeit, den Schaden zu begrenzen. «Die Landwirte werden fachlich von Mitarbeitern des Landwirtschaftlichen Bildungszentrums Salez betreut», sagt Thoma.
Wie der St. Galler Bauernverband die betroffenen Betriebe unterstützt, bleibt offen. «Wir wissen derzeit nicht, wie eine Unterstützung aussehen könnte. Möglicherweise macht es Sinn, wenn die Betriebe zu einem Informationsaustausch eingeladen werden», sagt Thoma.
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Vanessa Figi (vfi), Jahrgang 2004, arbeitet seit Juli 2026 als Praktikantin beim Ressort Ostschweiz.
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