Mehr Fans – Mittel begrenzt – Schweizer Frauenfussball: Finanzielle Hürden trotz Höhenflug

Der Frauenfussball in der Schweiz boomt. Mit dem Sommer-Highlight 2025, der Europameisterschaft im eigenen Land inklusive Vorstoss der Schweizer Nati in die K.o.-Phase, erlebte der Frauenfussball in der Schweiz nochmals einen Aufschwung.
Letzigrund, Wankdorf, St. Jakob-Park, Thermoplan Arena, Berit Sitterstadion, Stade de Genève: Immer öfters dürfen die Teams in der Women's Super League in den grossen Stadien auflaufen. Und die WSL-Spiele werden immer besser besucht. In der ersten Saisonhälfte (9 Spiele) waren etwa 10'000 Fans mehr vor Ort als noch letzte Saison. Der Zuschauerdurchschnitt ist auf rund 1000 pro Partie gestiegen – das ist sogar eine Verdoppelung im Vergleich zur Situation vor der Heim-EM.
All das liest sich ganz gut, ist jedoch nur die halbe Wahrheit.
Fehlendes Geld und Doppelbelastung
Obwohl der Frauenfussball in der Schweiz zunehmend populärer wird, hat er noch einige Herausforderungen zu bewältigen. «Ja, wir sind schon viel weiter als auch schon. Aber wir sind noch nicht dort, wo wir hinmöchten», sagt Pascale Egloff, Leiterin der FCZ Frauen.
Trotz des Auftriebs seit der Heim-EM fehlt es nach wie vor an Geld. «Bei uns kann keine einzige Spielerin von dem leben, das wir zahlen», stellt Egloff klar. Finanzielle Unsicherheiten können bei Spielerinnen zu einer erheblichen psychischen Belastung werden. Einer Tätigkeit neben dem Fussballspielen nachzugehen, ist für die meisten Spielerinnen in der Schweiz unumgänglich.
Jede zweite Spielerin denkt ans Aufhören
Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass im Schnitt jede zweite Profispielerin weltweit mit dem Gedanken spielt, die Fussballschuhe an den Nagel zu hängen. Diese alarmierende Statistik ergab eine Umfrage der Spieler-Gewerkschaft FIFPro.
Die Heim-EM hat dem Frauenfussball in der Schweiz neuen Schwung verliehen. Ob daraus langfristig ein professionelles Fundament entsteht, wird sich jedoch nicht nur auf dem Platz, sondern auch abseits davon zeigen.
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