Historische SCB-Pleite und ein unvergessliches Lakers-Wochenende

Viel los auf dem Eis
Historische SCB-Pleite und ein unvergessliches Lakers-Wochenende
Die Lugano-Finnen reiten ihr Team ins Elend. Halloween-Schnarr springt aus der Kiste. Und was sagt Patrick von Gunten zum Russen-Entscheid des CAS? Hier kommt das Liga-Inside.
Publiziert: vor 19 Minuten
Von Gunten fühlt mit WM-OK 2027 mit
Der CAS-Entscheid, dass Russland ab sofort wieder an allen IIHF-Turnieren mitspielen muss, erschüttert die Hockeywelt. Auch bei Swiss Ice Hockey zeigt man sich erstaunt, wie Nati-Direktor Patrick von Gunten am Samstagabend als Studiogast bei Mysports betont. Positionieren tut er sich dabei jedoch nicht, man wolle zuwarten, wie es weitergehe. Ex-Spieler von Gunten, der Teil des OK’s an der Heim-WM 2026 war, fühlt aber mit dem künftigen Ausrichter der WM 2027 in Deutschland mit, deren OK durch den Entscheid vor den Kopf gestossen werde: «Sie werden viele schlaflose Nächte haben.»
0:43
Nati-Direktor Patrick von Gunten über Russland-Entscheid:«Das WM-OK 2027 wird viele schlaflose Nächte haben»
Nati ohne Andrighetto?
Apropos Patrick von Gunten: Er nimmt im Mysports-Studio auch noch Stellung zu ZSC-Star Sven Andrighetto, der das letzte Wochenende vor der Nati-Pause wegen einer Oberkörperverletzung verpasst hat – aber im Aufgebot für den Nocco-Cup nächste Woche in Helsinki steht: «Wir werden am Sonntag mit den ZSC Lions schauen. Bis jetzt haben wir weder eine Zusage, noch eine Absage.»
Das gab es schon lange nicht mehr
Am Samstagabend hagelt es in der Postfinance Arena Tore bis zum Abwinken. Die meisten Fans vor Ort dürfte das Spektakel aber nicht gefreut haben. Denn von den insgesamt neun Treffern gehören acht den Gästen aus Zug. Der SCB bringt hingegen lediglich ein Tor zustande. Das hat man in Bern schon lange nicht mehr gesehen. Denn das letzte Mal, als die Mutzen zu Hause acht Gegentore bekommen haben, liegt beinahe zehn Jahre zurück. Am 19. November 2016 gingen die Berner in der Postfinance Arena ebenfalls mit einer 1:8-Klatsche gegen Kloten vom Eis.
5:17
SC Bern – EV Zug 1:8:Hofmann lässt Hughes in die Röhre gucken
Kloten-Junior der Grösste im Derby
Der 19-jährige Kloten-Verteidiger Nick Golubev bestreitet am Samstagabend seine zweite Partie in der National League und sein erstes Zürcher Derby. Der Youngster ist aber sogleich der Grösste: Denn der bei Kreuzlingen und Thurgau ausgebildete Deutsche mit Schweizer Lizenz ist 2,00 m gross bei 98 kg Körpergewicht und ragt bei seinen Einsätzen als Turm auf dem Eis heraus. Um die 0:4-Niederlage gegen die ZSC Lions zu verhindern, reicht dies jedoch auch nicht.
4:43
EHC Kloten – ZSC Lions 0:4:Kukan-Hammer ebnet dem ZSC den Weg zum Derbysieg
Finnen reiten Lugano ins Elend
Das 2:2 bei der Derby-Niederlage in Ambri (3:4) ist bereits der vierte Shorthander, den Lugano in dieser Saison kassiert. Dabei ist es der finnische Verteidiger Lassi Thomson, der den Puck als hinterster Mann an der blauen Linie verliert, sodass der Tscheche Petr Kodytek alleine davonziehen und Niklas Schlegel bezwingen kann. Die Entscheidung für Ambri fällt aber erst in der letzten Minute, nachdem sich Thomsons Landsmann, 3:2-Schütze Rasmus Kupari, mit einem Check gegen Miles Müller in Bandennähe eine fatale Strafe leistet. Bereits vor zwei Wochen war ein Vergehen Kuparis Lugano teuer zu stehen gekommen. Damals hatte der Flügel eine 5-Minuten-Strafe kassiert, welche Fribourg nutzte, um aus einem 0:1 ein 4:1 zu machen.
4:46
Ambri-Piotta – Lugano 4:3:Thomson-Bock offeriert Ambri Shorthander
Dann springt Halloween-Schnarr aus der Kiste
Vor den Wochenendspielen hatte Ambri-Kanadier Nate Schnarr seine Teamkollegen erschreckt, als er mit einer Scream-Maske aus einer Kiste sprang. Am Freitag schoss er dann gegen die ZSC Lions (3:4 n.P.) zwei Tore. Tags darauf bleibt er im Derby gegen Lugano lange blass, doch dann springt er aus der Kiste und erzielt in der letzten Minute im Powerplay den 4:3-Siegestreffer.
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Tapola ist der Derby-König
Am 29. Januar hatte Jussi Tapola bei seinem ersten Spiel als Ambri-Coach das Derby 3:2 gewonnen. Und nun hat der ehemalige SCB-Trainer auch in dieser Saison die beiden ersten Duelle gegen Lugano gewonnen. «Unsere tollen Fans geben uns viel Energie», schwärmt der 52-Jährige im Interview mit Teleticino. «Die Spieler haben ein grosses Herz für diesen Klub.»
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Jäger wird für seine LHC-Zeit geehrt – Frick ist auch dabei
Bevor es in der Vaudoise Arena zwischen Lausanne und Davos zur Sache geht, steht zunächst noch eine Zeremonie auf dem Programm. Zwei HCD-Spieler stehen dabei im Rampenlicht. Ken Jäger und Lukas Frick werden für ihre Zeit bei den Waadtländern geehrt. Der HCD-Captain verbrachte sechs Saisons bei Lausanne, bevor er diesen Sommer zurück zu seinem Jugend-Klub wechselte. Und Frick? Der hat ganze acht Jahre bei den Waadtländern gespielt. Bei Davos steht er seit der Saison 2025/26 unter Vertrag. Den Verteidiger zu ehren ging in der letzten Spielzeit wohl unter. Nun haben es die Lausanner am Samstagabend nachgeholt.
Die ganze Palette für Dünner
Rappi-Captain Nico Dünner hat mit seinen 32 Jahren zwar schon allerhand erlebt, doch dieses für ihn persönlich ereignisreiche Wochenende dürfte er nicht mehr so rasch vergessen. Am Freitagabend schiesst er auswärts in Davos das vermeintliche 4:2 ins leere Tor, doch weil er zeitgleich von HCD-Haudegen Brendan Lemieux von hinten rücksichtslos in die Bande gecheckt wird, pfeifen die Schiris sofort ab und geben als Folge davon den Treffer nicht. Anschliessend verlieren dann seine Lakers noch im Penaltyschiessen mit 3:4.
0:47
Dafür muss er vom Eis:Lemieux checkt Lakers-Dünner in den Rücken
Am Samstag gegen Ajoie wird Dünner vor der Partie für sein insgesamt 400. NL-Spiel geehrt, muss danach aber sogleich wieder einstecken (Check gegen den Kopf von Kristian Tanus). Das anschliessende Powerplay nutzt Dünner dann höchstpersönlich zum 1:0 – und dieses Mal zählt sein Tor auch tatsächlich.
3:05
SCRJ Lakers – HC Ajoie 2:4:Honka-Hammer entscheidet Krisen-Duell
Doch als die Lakers im Schlussdrittel die Kontrolle über das Spiel verlieren, ist auch Dünner mitschuldig. Mit seiner Strafe wegen Hakens verursacht er ein Drei-gegen-Fünf, was Ajoies Anttoni Honka zum vorentscheidenden 3:2 nutzt – am Ende gewinnen die Jurassier mit 4:2. Zum Abschluss seines irren Wochenendes steht der Stürmer dann auch noch beim Interview auf Mysports hin und sagt selbstkritisch: «Wir nehmen zu viele dumme Strafen – auch ich.»
0:29
Rappi-Dünner gibt zu:«Es sind dumme Strafen – auch von mir»
Östlund zieht als Glücksbringer nicht mehr
Zum vierten Mal spielt Biels nomineller Ersatzgoalie Viktor Östlund in dieser Saison von Anfang an, erstmals muss er dabei als Verlierer vom Eis und verliert damit auch seinen Status als Glücksbringer. Dass die Partie auswärts gegen Servette mit 2:3 verloren geht, liegt allerdings nicht an ihm, der Schwede mit Schweizer Lizenz zeigt eine gute Leistung. Es ist ein Blackout von Routinier Toni Rajala, der die Seeländer in die Niederlage treibt, indem der Finne unbedrängt Genfs Jimmy Vesey den Siegtreffer serviert – 12 Sekunden vor Schluss.
2:57
Servette – Biel 3:2:Rajala serviert Vesey das Siegestor auf den Stock
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | ZSC Lions | 18 | 37 | 47 | |
2 | HC Ambri-Piotta | 18 | 4 | 33 | |
3 | Genève-Servette HC | 19 | -6 | 32 | |
4 | SCL Tigers | 19 | 10 | 29 | |
5 | EV Zug | 13 | 22 | 28 | |
6 | SC Bern | 17 | -1 | 28 | |
7 | HC Fribourg-Gottéron | 18 | 13 | 27 | |
8 | Lausanne HC | 20 | -10 | 26 | |
9 | HC Ajoie | 19 | -6 | 25 | |
10 | HC Davos | 19 | -10 | 24 | |
11 | EHC Biel | 18 | -3 | 23 | |
12 | HC Lugano | 18 | -6 | 22 | |
13 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 19 | -19 | 19 | |
14 | EHC Kloten | 19 | -25 | 18 |
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