Parteikollegen riefen nicht mal mehr den Notruf

Neue Details zum Hotel-Tod von Politiker Hubert Aiwanger
Parteikollegen riefen nicht mal mehr den Notruf
Hubert Aiwanger, Chef der Freien Wähler, ist am Mittwochabend im Alter von 55 Jahren tot in einem Berliner Hotel aufgefunden worden. Die Todesursache ist unklar, laut vorläufiger Obduktion gibt es keinen Hinweis auf Fremdverschulden oder Suizid.
Publiziert: vor 15 Minuten
- Hubert Aiwanger wurde tot in einem Berliner Hotel gefunden, nachdem er Termine verpasst hatte
- Am Morgen klagte er über Magen-Darm-Beschwerden, sagte Termine ab und blieb später unerreichbar
- Die Obduktion ergab vorläufig keine Hinweise auf Fremdverschulden oder Suizid, die Ursache ist offen
Pauline BouillonRedaktorin News Desk
Der Schock sitzt tief: Am Mittwochabend wurde bekannt, dass der deutsche Politiker Hubert Aiwanger im Alter von 55 Jahren plötzlich verstorben ist. Kollegen fanden den bayerischen Wirtschaftsminister leblos in seinem Zimmer des Berliner Hotels Neuer Fritz auf, nachdem er nicht wie geplant bei einem Parteitreffen erschienen war.
Der Chef der Freien Wähler hinterlässt seine Partnerin Tanja Schweiger (48, Freie Wähler) und zwei gemeinsame Söhne. Was zum Tod des Politikers führte, ist noch immer unklar. Die Polizei gibt Details aus ermittlungstaktischen Gründen nicht preis, wie der «Stern» berichtet. Das ist über Aiwangers letzte Stunden bekannt.
Dienstag, 3. November
Aiwanger reist nach Berlin. Er besucht die deutsche Hauptstadt für die Eröffnung eines Parteibüros am Mittwochnachmittag. Als Vorsitzender soll Aiwanger dort eine Rede halten. Neben ihm checken auch Parteikollegen im selben Berliner Hotel ein. Um 22.33 Uhr postet Aiwanger auf X. Er macht seinem Ärger über Halloween-Randalierer Luft. Es ist sein letzter Post.
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Mittwochmorgen
Am Morgen des 4. November geht es Aiwanger nicht gut. Gegenüber Vertrauten klagt er über Unwohlsein. Die Partei spricht von Magen-Darm-Beschwerden. Morgendliche Termine – darunter ein Interview – werden abgesagt. Doch Aiwanger versichert: Zur Parteifeier um 14.30 Uhr will er wieder fit sein.
Danach herrscht Funkstille. Vertraute versuchen vergeblich, ihn zu erreichen. Bayerns Digitalminister Fabian Mehring (37) fragt per Nachricht, ob Aiwanger mit ihm zu Mittag essen wolle. Eine Antwort bleibt aus.
14.30 Uhr
Die Feier der Freien Wähler beginnt – ohne ihren Chef. Mehring schreibt Aiwanger erneut und wünscht ihm gute Besserung. Der Digitalminister springt für seinen Parteichef ein und geht von einem Infekt aus. Auch diese Nachricht bleibt unbeantwortet.
17 Uhr
Aus Sorge um den Vorsitzenden kehren Parteikollegen nach der Eröffnung zum Hotel zurück. Gegen 17 Uhr klopfen sie an seine Zimmertür. Niemand öffnet, und die Sorge um ihren Parteichef wächst. Die Kollegen rufen das Hotelpersonal, um die Tür öffnen zu lassen. Das Bild, das sich den Parteikollegen zeigt, ist laut «Stern» so eindeutig, dass sie davon absehen, direkt einen Notruf abzusetzen.
19.00 Uhr
Um 19.15 Uhr erfolgt dann der Anruf bei der Polizei. Spuren werden gesichert, die Gerichtsmedizin rückt an. Auch ein Pfarrer soll in das Hotelzimmer gerufen worden sein.
Mitternacht
Aiwangers Leichnam wird für die Obduktion in die Berliner Gerichtsmedizin gebracht. Das vorläufige Ergebnis: kein Verdacht auf Fremdverschulden oder Suizid. Weitere Untersuchungen laufen. Die genaue Todesursache ist weiterhin unklar.
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