Marktbericht: Anleger warten ab
Marktbericht
DAX seitwärts erwartet Anleger warten ab
Stand: 13.10.2026 • 07:40 Uhr
Zum Handelsstart dürften sich die DAX-Anleger mit neuen Engagements erst einmal bedeckt halten. Weiterhin hohe Ölpreise, aber auch das Warten auf den Beginn der US-Berichtssaison sorgen für Zurückhaltung.
Der DAX wird am Morgen in ersten Berechnungen leicht unter dem Vortagesniveau erwartet. Zu Wochenbeginn hatte der deutsche Leitindex noch knapp 0,8 Prozent zugelegt auf 25.277 Punkte - und dabei auch einem Anstieg der Ölpreise getrotzt. Aber die Risiken bleiben hoch, denn ein Ende der hohen Energiepreis scheint weiter nicht in Sicht. Im Gegenteil: Der Angriff der jemenitischen Huthi-Rebellen auf die saudi-arabische Hauptstadt Riad deutet eher auf eine weitere Eskalation hin.
Berichtssaison startet
Neben der geostrategisch schwierigen Weltlage blicken die Anleger zudem auf den Beginn der US-Berichtssaison, die vor dem Handelsstart an der Wall Street mit den Quartalszahlen der großen Banken startet. Vier der sechs großen US Häuser, JPMorgan Chase, Citigroup, Wells Fargo und die führende Investmentbank Goldman Sachs, öffnen ihre Bücher.
Zudem berichten auch die im Leitindex Dow Jones enthaltenen Großkonzerne Johnson & Johnson, ein Gesundheitsriese, sowie der größte Krankenversicherer des Landes, UnitedHealth.
Asien tendiert schwächer
Die Vorgaben aus Asien sind derweil schwach, die Märkte in Fernost litten unter den geopolitischen Spannungen und schwachen US-Technologiewerten. "Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass der japanische Aktienmarkt heute von dem Abwärtstrend bei den US-Halbleiteraktien beeinflusst wird", sagte Maki Sawada, Strategin bei Nomura Securities. Der Nikkei-Index verliert über zwei Prozent.
IWF hebt Wirtschaftsprognose an
Der Internationale Währungsfonds (IWF) setzt derweil seine Wirtschaftsprognose für Deutschland und die Weltwirtschaft hoch. Der IWF rechnet nun damit, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im laufenden Jahr um 1,3 Prozent wächst, wie aus dem heute beim IWF-Jahrestreffen in Bangkok veröffentlichten Weltwirtschaftsausblick hervorging.
Das sind 0,6 Prozentpunkte mehr als noch im Juli prognostiziert und stimmt mit der Prognose der Bundesregierung überein. Auch seine Erwartung für das globale Wirtschaftsleistung hob der IWF leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent an.
Der IWF rechnet nun damit, dass sich das weltweite Wirtschaftswachstum etwas weniger verlangsamt als zuvor erwartet, da die Industrieländer sich trotz der seit dem Iran-Krieg gestiegenen Energiepreise widerstandsfähig gezeigt hätten. "Die Weltwirtschaft hat sich als widerstandsfähig erwiesen, doch diese Widerstandsfähigkeit steht unter Druck, und die Risiken für das Wachstum sind eher nach unten gerichtet", gab IWF-Chefökonomin Silvana Tenreyro an.
Ölpreise bleiben hoch
Am Rohölmarkt bleiben die Preise nach den Angriffen auf den Flughafen der saudi-arabischen Hauptstadt Riad hoch und stiegen in der Spitze auf ein Zwei-Wochen-Hoch. Nordsee-Rohöl Brent und US-Leichtöl WTI verteuerten sich zwischen 1,3 und 1,5 Prozent auf rund 106 und 93 Dollar je Fass. Aktuell stehen die Notierungen nur leicht darunter.
Nach der Ausweitung der Angriffe der Huthi-Rebellen hoben die Analysten von Goldman Sachs daher ihre Prognose für den Brent-Preis für Dezember von 85 auf 90 Dollar pro Fass an. Der Energiesektor gehörte wegen der anziehenden Ölpreise zu den stärksten Branchen im S&P 500
Vor dem Start in die US-Bilanzsaison haben sich US-Anleger zu Wochenbeginn vorsichtig gezeigt. Der US-Standardwerteindex Dow Jones gewann am Montag 0,4 Prozent auf 51.851 Punkte. Der technologielastige Nasdaq gab 0,4 Prozent auf 27.246 Zähler nach und der breit gefasste S&P 500 schloss kaum verändert bei 7.807 Stellen.
"Die großen Themen, die es in der Berichtssaison zu beobachten gilt, sind, wie Unternehmen KI einsetzen und davon profitieren", sagte Clark Bellin von Bellwether Wealth. Zudem sei wichtig, ob sie ihre Preissetzungsmacht beibehalten oder erhöhen und wie sie mit den gestiegenen Kreditkosten umgehen könnten.
Auf die Stimmung drückten am Montag erneut anziehende Ölpreise und die unsichere Lage im Nahen Osten. Auch Chipaktien tendierten schwächer. Zudem hielten sich Investoren wegen fehlender Impulse vom Anleihemarkt zurück, da der US-Rentenmarkt wegen des Feiertags Columbus Day geschlossen blieb.
Die Aktienhändler blickten zudem mit Sorge auf die jüngst auf ein 24-Jahres-Hoch gestiegenen Renditen, da hohe Energiepreise die Inflationssorgen schürten. Die Aussicht auf steigende Unternehmensgewinne und die Hoffnung, dass die Fed kurzfristige Zinserhöhungen vermeiden könnte, hatten vergangene Woche die drei wichtigsten Börsenindizes ins Plus gehievt.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.