Kreuzfahrt ohne Glück: Hunderte Passagiere gestrandet
Weltreise endet in Kambodscha:Kreuzfahrt ohne Glück: Hunderte Passagiere gestrandet
Es sollte eine spektakuläre Weltreise werden, doch nun sind 203 Kreuzfahrt-Passagiere in Kambodscha gestrandet. Der Grund: Hohe Treibstoffpreise. Wie es weitergeht, ist unklar.
Für rund 200 US-Passagiere endet eine Weltreise abrupt in Kambodscha. Sie müssen von Board, weil die "MV Odyssey" erst mal nicht weiterfährt.
28.10.2026 | 0:38 minWegen stark gestiegener Treibstoffkosten hat ein US-Kreuzfahrtunternehmen die mehrjährige Weltreise eines seiner Schiffe in Kambodscha unterbrochen. Die Passagiere müssen die "MV Odyssey" im Hafen von Sihanoukville verlassen, wie der Betreiber Villa Vie Residences am Dienstag mitteilte.
Nach Angaben der kambodschanischen Behörden befanden sich zuletzt 203 überwiegend amerikanische Passagiere an Bord. Ein neuer Abfahrtstermin steht nach Angaben des Betreibers noch nicht fest.
Die "Odyssey" war vor zwei Jahren zu einer Reise zu allen sieben Kontinenten aufgebrochen. Das Unternehmen hatte die Kabinen als schwimmendes Zuhause vermarktet. Suiten für die gesamte verbleibende Lebensdauer des Schiffes wurden zu Preisen ab rund 230.000 Dollar (etwa 206.000 Euro) angeboten. An Bord arbeiteten zuletzt neben den Passagieren 156 Besatzungsmitglieder.
Heimreise statt Traumreise: Für die 2.500 Urlauber in Bremerhaven endete eine Kreuzfahrt, bevor sie überhaupt begonnen hatte.
26.10.2026 | 1:17 minBetreiber macht Iran-Krieg verantwortlich
Nach Angaben des Unternehmens sind die monatlichen Treibstoffkosten je Kabine in Teilen Asiens von durchschnittlich 1.800 Dollar (rund 1.600 Euro) auf schätzungsweise 6.000 bis 8.000 Dollar gestiegen. Grund sei der Iran-Krieg, durch den der Ölexport durch die Meerenge von Hormus eingeschränkt und Treibstoff insbesondere in Südostasien erheblich teurer geworden sei.
Auch ein langsameres Reisetempo und längere Aufenthalte in Häfen hätten die Mehrkosten nicht ausgleichen können. Das Unternehmen erklärte, es könne die dadurch entstandenen Verluste nicht länger tragen. Die vollständigen Mehrkosten auf die Bewohner umzulegen, sei ebenfalls keine realistische Lösung. Während das Unternehmen versuche, sich neu aufzustellen, wolle es die Passagiere beim Verlassen des Schiffes und bei der Suche nach vorübergehenden Unterkünften unterstützen.
Im September wurde ein Notfall auf einem Kreuzfahrtschiff in der Elbe zum aufwändigen Rettungseinsatz.
25.09.2026 | 1:30 minPassagier beklagt fehlende Unterstützung
Ein Passagier widersprach dieser Darstellung. Das Unternehmen habe "absolut nichts" zur Unterstützung getan, schrieb der Blogger Randy Cassingham. Die Passagiere seien lediglich mit Bussen vom Hafengelände ins Zentrum von Sihanoukville gebracht worden. Nicht einmal eine Liste mit Hotels hätten sie erhalten.
Das Unternehmen war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Die 1993 gebaute "Odyssey" war im Laufe der Jahre unter verschiedenen Namen für mehrere Kreuzfahrtgesellschaften unterwegs und lag seit Beginn der Corona-Pandemie 2020 still.
2025 starteten 1,51 Millionen Gäste von deutschen Häfen aus zu einer Kreuzfahrt, 4,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Deutschland zählt damit wieder zu Europas wichtigsten Kreuzfahrt-Standorten.
19.05.2026 | 0:24 minVilla Vie Residences kaufte das Schiff 2023. Die ursprünglich auf dreieinhalb Jahre angelegte Weltreise begann im Oktober 2024 im nordirischen Belfast, wo das Schiff zuvor umgebaut worden war. Eine zweite Weltreise sollte vorläufig bis August 2030 dauern.
Nach Angaben der kambodschanischen Behörden könnte die "Odyssey" am Samstag nach dem Auftanken wieder auslaufen. Der Betreiber bestätigte diesen Termin jedoch zunächst nicht.
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