Jugend war "die Hölle": Sylvester Stallone wurde als Kind in eine Kiste gesperrt

Jugend war "die Hölle"Sylvester Stallone wurde als Kind in eine Kiste gesperrt
29.09.2026, 16:45 Uhr

Heute gehört er zu den größten Actionstars Hollywoods, doch Sylvester Stallones Kindheit ist geprägt von Gewalt und Ablehnung. Das damals erlebte Leid prägt auch seine Kultrollen "Rocky" und "Rambo".
Mit Kultstreifen wie "Rocky" oder "Rambo" macht sich Sylvester Stallone in Hollywood unsterblich - als Schauspieler, aber auch als Drehbuchautor. Im Interview mit dem Magazin "Spiegel" offenbart der heute 80-jährge Mime nun, dass seine gebrochenen Filmhelden geprägt sind von persönlichen Erfahrungen, die er in seiner Kindheit und Jugend machen musste.
"Ich wurde immer von allen runtergemacht, von meinen Eltern, von den Nachbarn. Jeder machte mir deutlich, dass er mich für minderwertig hält", erinnert sich Stallone im Gespräch mit dem Magazin. Er wuchs im berüchtigten New Yorker Viertel Hell's Kitchen auf. Auf den Straßen habe die Gewalt regiert: "Es war die Hölle."
Er sei ein hyperaktives Kind gewesen. Damit konnten seine Eltern allerdings nicht umgehen. Sie sperrten ihn in eine Kiste, die mit einem Deckel versiegelt wurde, damit er nicht herauskrabbeln konnte. "Sie hatten keine Ahnung von Psychologie. Für jeden echten oder vermeintlichen Fehltritt hatten sie nur eine Antwort: Bestrafung", blickt Stallone im "Spiegel"-Interview zurück. Die Ablehnung seiner Eltern erklärt sich der Schauspieler inzwischen damit, dass beide selbst Stars sein wollten: "Aber sie hatten kein Talent."
Vor allem seine Mutter habe nur Verachtung für ihn übriggehabt, wie Stallone bereits in seiner Biografie "The Steps" offenbarte. "Meine Mutter konnte weder spielen noch tanzen. Daher kam ihre Wut, die sie dann an mir ausließ." Als er "Rocky" schrieb, habe er viel an sie und das lieblose Umfeld denken müssen, in dem er aufwuchs.
Die negativen Erfahrungen seiner Kindheit habe Stallone in positive Energie umwandeln können: "Entweder glaubst du den anderen, dass du ein Loser bist, oder du nimmst die schmerzvolle Herabsetzung als Antrieb, es allen zu zeigen." Vergessen habe er das damals erfahrene Leid allerdings nie: "Wenn man ein gebrochenes Herz wieder zusammensetzt, sieht es nicht mehr so aus wie zuvor. Es ist vernarbt. Es mag weiter pumpen, aber es bleibt immer ein Defekt zurück."
Mit 17 Jahren sei Stallone als Strafmaßnahme in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen worden, wie er im "Spiegel"-Interview offenbart. Dort seien Teenager wie er mit "Menschen, die man für psychisch krank hielt, aber auch mit wirklich geistig gestörten Straftätern zusammengesperrt" worden. In der Einrichtung habe "die totale Entmenschlichung" geherrscht.
Knapp der Vergewaltigung entkommen
Auch zu sexuellen Übergriffen soll es in dieser Zeit gekommen sein. Die Wärter hätten ihn mit "einem Riesenkerl zusammengesperrt", der versucht habe, ihn zu vergewaltigen, berichtet der Schauspieler. Lediglich das Eingreifen der Wärter habe ihn vor dem Schlimmsten bewahrt: "Ich habe mich nie verletzlicher gefühlt in meinem Leben."
Eine Verletzlichkeit, die er als Drehbuchautor und Schauspieler in seine Rollen einfließen ließ. Sowohl Boxer Rocky Balboa als auch Vietnamkriegsveteran John Rambo seien bewusst keine unschlagbaren Helden. "Leben bedeutet, dass sie die Scheiße aus dir rausprügeln", erklärt Stallone. Zu verlieren, sei vielleicht die wichtigste menschliche Erfahrung, findet er: "Heute gehen die Kids von der High School direkt auf die Schauspielschule. Sie haben nie richtig malocht, sie saßen nie im Knast - aus welcher Lebenserfahrung soll sich ihr Spiel speisen."
Er hingegen habe "unendliches Leid" in seinem Leben gesehen, so Sylvester Stallone. Doch die Schrecken seiner Kindheit und Jugend habe er in seinen Filmen verarbeiten können: "Ich wollte von Niederlagen erzählen und davon, was diese Niederlagen mit Menschen machen."
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