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Friday, November 6, 2026

Geht es jetzt Pete Hegseth an den Kragen?

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Der Kriegs-Minister muss zittern

Geht es jetzt Pete Hegseth an den Kragen?

Nach der Midterms-Niederlage kracht es in Trumps Lager: Vizepräsident J. D. Vance nennt den Iran-Krieg als Hauptgrund, während Trump ihn weiter verteidigt. Nun droht Kriegsminister Pete Hegseth ein Impeachment-Votum. Das grosse Dilemma würde der Abgang des Ex-Moderators aber nicht lösen.

Publiziert: vor 21 Minuten

  • Vance macht den Iran-Krieg für die Midterm-Niederlage verantwortlich, Trump verteidigt ihn
  • Trump hält trotz Kritik an Kriegsminister Hegseth fest, Republikaner Thomas Massie will ein Impeachment erzwingen
  • Auch Militärchefs geraten in den Fokus, wie will Vance sich distanzieren?
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Marian NadlerRedaktor News

Es war eine krachende Abrechnung, die US-Vizepräsident J. D. Vance (42) nach den Midterms über seinen X-Account verbreitete. Der zentrale Satz in der 14 Absätze zählenden Analyse: «Der Grund, warum wir verloren haben, ist der Krieg.» US-Präsident Donald Trump (80) räumte am Mittwoch zwar ein, dass Vances Analyse stimme, da dadurch die Benzinpreise kurzfristig in die Höhe getrieben worden seien, relativierte aber gleichzeitig vor Reportern: «Ich würde es, wenn ich es noch einmal tun müsste, wieder tun, denn langfristig ist es die einzige Lösung. Man darf dem Iran keine Atomwaffen überlassen.»

Bemerkenswert ist weniger, dass Trump seinem Vize bei der Wahlanalyse recht gibt. Sondern, dass beide daraus offenbar unterschiedliche Konsequenzen ziehen. Während Trump den Iran-Krieg weiterhin für alternativlos hält, drängt Vance auf eine schnelle Lösung.

Vances deutliche Worte zeigen eine Sache zudem ganz klar: Die Risse in Trumps Lager lassen sich nicht mehr verstecken. Und das vor allem bei der Frage: Wie weiter mit dem Iran? Wer muss für die Angriffe auf das Land im Nahen Osten, die von vielen Amerikanern offensichtlich als grosser Fehler betrachtet werden, bezahlen – und wer bestimmt die Zukunft der Republikaner?

Republikaner beschweren sich bei Trump über Hegseth

Der Streit entzündet sich aktuell vor allem auch an einem Mann: Kriegsminister Pete Hegseth (46). Die Demokraten haben sich seit Wochen auf einen der Hauptbefürworter des Iran-Kriegs eingeschossen und drohen mit einem Amtsenthebungsverfahren. Und auch innerhalb der Republikaner kam Kritik auf. Gegenüber ABC-News-Korrespondent Jonathan Karl (58) bestätigte Trump, er habe Beschwerden über Hegseth erhalten, aber die «feste Absicht», ihn im Amt zu behalten.

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Eine Entlassung Hegseths würde Trump nur kurzfristig entlasten. Selbst wenn Hegseth weg ist, würde die grundlegende Kontroverse über den Krieg und die Frage nach der Verantwortung des Präsidenten für die Kriegsentscheidung bestehen bleiben.

Massie will Republikaner zu Abstimmung zwingen

Doch nicht nur Hegseth könnte für den umstrittenen Krieg bezahlen. Auch die militärische Führung gerät in den Fokus. Aus dem Umfeld der Trump-Regierung verlautete gegenüber der «Washington Post», Trump könnte stattdessen Stabschef Dan Caine (57) oder Admiral Brad Cooper (51) entlassen. Welche militärischen Einschätzungen lagen dem Präsidenten vor? Welche Ziele galten wie schnell als erreichbar? Und wer trägt die Verantwortung, wenn politische Erwartungen und militärische Realität auseinandergehen? Fragen, deren Antworten nicht nur die Demokraten gern erfahren würden.

Der republikanische Abgeordnete Thomas Massie (55) hat bereits im September eine Amtsenthebungsanklage gegen Hegseth eingebracht. Massie will in der kommenden Woche eine Abstimmung über Hegseths Impeachment erzwingen. Das berichtete die Newsplattform Roll Call. Das Verfahren könnte genau solche Fragen zum Gegenstand parlamentarischer Untersuchungen machen. Massies acht Anklagepunkte betreffen unter anderem den Vorwurf, Hegseth habe den Iran-Krieg ohne ausreichende Zustimmung des Kongresses geführt.

Was Vance von Massie unterscheidet

Thomas Massie ist kein typischer Maga-Politiker, eher eine Sondergestalt in den Reihen der Republikaner. Und: Er hat eine Vorwahl gegen einen von Trump unterstützten Kandidaten verloren und scheidet deshalb bald aus dem Kongress aus. Besonders im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal hat er Trump und seine Minister immer wieder harsch kritisiert und Konsequenzen gefordert.

Nun stellt mit Vance auch einer der grössten Unterstützer Trumps den Iran-Krieg infrage. Anders als Massie hat Vance aber ein politisches Problem: Er gehört zu jener Regierung, deren Krieg er für die Wahlniederlage verantwortlich macht. Gleichzeitig könnte er 2028 selbst für das Präsidentenamt kandidieren.

Was plant Vance?

Noch im Sommer argumentierte er, eine grundlegende Veränderung des Nahen Ostens könne den Krieg rechtfertigen. Ist die Abrechnung nach den Midterms Ausdruck einer seit längerem bestehenden Skepsis oder der Versuch, sich nach der Wahlniederlage von Trump zu distanzieren und politisch neu zu orientieren?

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Erster Auftritt nach Wahlschlappe:Trump spricht lieber über seinen Ballsaal

Massie könnte die Republikaner zu einer Abstimmung über ihren eigenen Verteidigungsminister zwingen, Hegseth könnte seinen Posten verlieren, und die Generäle könnten in Anhörungen von den Demokraten gegrillt werden. Doch damit wäre die entscheidende Frage nicht beantwortet: Wie will sich Vance für 2028 als frisches Gesicht nach Trump positionieren, wenn er dessen Politik selbst lange mitgetragen hat?

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