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Monday, October 19, 2026

Fink glaubt an Deutschland: Blackrock-Chef: "Stimmung im Land ist schlechter, als sie sein müsste"

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Fink glaubt an DeutschlandBlackrock-Chef: "Stimmung im Land ist schlechter, als sie sein müsste"

19.10.2026, 15:53 Uhr

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Larry Fink (M.), Vorstandsvorsitzender und CEO von Blackrock, bei seiner Ankunft im Komplex des Weißen Hauses anlässlich des von US-Präsident Trump zu Ehren des chinesischen Präsidenten Xi ausgerichteten Staatsbanketts. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Die heimische Autoindustrie baut massiv Stellen ab, Manager und Politiker warnen, der Standort Deutschland sei nicht wettbewerbsfähig. Der Chef des größten Vermögensverwalters der Welt dagegen sieht "große Chancen". Die Risiken seien beherrschbar.

Blackrock investiere seit Jahrzehnten in Deutschland, "weil wir von den Perspektiven des Landes überzeugt sind". Das sagt der Chef des weltweit größten Vermögensverwalters, Larry Fink, in einem Interview mit dem "Handelsblatt". Wer an die langfristige Stärke Europas glaube, sei mit dem Dax weit besser bedient als mit einem Bankkonto.

Der Grund für Finks Zuversicht? Die Risiken seien "beherrschbar", zeigt der Blackrock-Chef sich überzeugt. Die Frage sei, ob es Deutschland gelinge, den wirtschaftlichen Umbruch zu bewältigen, ob es gelinge, das Land zu erneuern. Er glaube daran, so Fink. Deutschland habe mit einer Schuldenquote von 64 Prozent den nötigen finanzpolitischen Spielraum. Anders als andere Länder.

Finks Aussagen fallen anlässlich des Investorengipfels, den die Bundesregierung am Dienstag in Berlin veranstaltet und zu dem Fink als einer der Teilnehmer erwartet wird. Sie fallen aber eben auch vor dem Hintergrund massiver wirtschaftlicher Verwerfungen: Die deutschen Autobauer und ihre Zulieferbetriebe stecken in einer tiefen Krise. Kaum eine Woche vergeht mehr ohne ein Signal des Niedergangs: Gewinnwarnung bei BMW, VW-Standorte in Gefahr, Stellenstreichungen bei Bosch.

"Unsere Wirtschaft bricht zusammen", sagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger bei ntv.de vor wenigen Tagen. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte zuvor gesagt: "Wir stehen in unserem Land gewaltig unter Druck." Blackrock-Chef Fink leugnet das nicht, wendet aber ein, alle Demokratien erlebten Phasen der Instabilität. Es habe in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Krisen gegeben. "Wer in dieser Zeit kontinuierlich an den Aktienmärkten investiert hat, der hat attraktive Renditen erzielt", so Fink im Gespräch mit dem "Handelsblatt". Wer dagegen aus Angst ausgestiegen sei, habe verloren.

"Deutschland bietet große Chancen für Investoren"

Chef-Investor Fink mahnt an, um sein Investitionspotenzial zu heben, müsse Europa Genehmigungsverfahren beschleunigen, die Kapitalmarktunion voranbringen. Das werde eine seiner Botschaften beim Investorengipfel sein, verriet Fink dem "Handelsblatt": "Bei der Kapitalmarktunion braucht es einen schnellen Schub."

Wenn Genehmigungen schneller erteilt würden, habe Deutschland mit seiner "starken Ausbildungskultur" gute Voraussetzungen, privates Kapital für den KI-Ausbau anzuziehen, zitiert das "Handelsblatt" Fink. Investitionen in KI seien nötig, um bei der Produktivität nicht hinter andere Länder zurückzufallen. Noch aber stehe die KI-Revolution am Anfang.

Insgesamt urteilt der Blackrock-Chef im Gespräch mit dem "Handelsblatt", Deutschland biete "große Chancen für Investoren". Die deutsche Autoindustrie sei durch Chinas Exportmacht bedroht, dennoch Fink kommt zu dem Schluss: "Ich glaube, dass die Stimmung im Land schlechter ist, als sie sein müsste."

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