RIP Fondue? US-Portal erklärt Schweizer Nationalgericht für out

Ruhe in Frieden, Fondue? Das US-Foodportal «Eater» schickt in einem Instagram-Post mit dem Titel «RIP to these dining trends» mehrere Essens- und Getränketrends symbolisch ins Grab. «Hier liegen die Trends, die unter dem Gewicht ihrer eigenen Erwartungen zerdrückt wurden», schreibt das Foodportal dazu.
Auch das Käsefondue wird im Post für tot erklärt, laut dem Portal schon seit 2005. Es sei zwar eine ziemliche Sauerei und unpraktisch, ein Revival aber längst überfällig, schreibt «Eater» dazu.
Nicht nur Fondue muss dran glauben. Auf der Liste stehen unter anderem Quiche, Hot Honey, Dubai-Chocolate-Kreationen («Genug ist genug», findet «Eater»), Trüffelmania, der Cronut und Salatbüffets. Mit der Auswahl hat das Foodportal in ein Wespennest gestochen: Mehrere User nennen den Post «Ragebait», besonders Quiche-Fans protestieren. Auch beim Fondue ist die Botschaft deutlich: «Fondue und Quiche sind keine Trends», schreibt ein User. Eine andere Person meint: «Fondue geht nirgendwohin.»
Wie stehst du dazu, dass Fondue angeblich ein ausgestorbener Trend sein soll?
Penne im Fondue?
Für zusätzliches Stirnrunzeln sorgt das Video im Post: Der Käse wirkt viel zu dickflüssig, auch dass alle Gabeln einfach gleichzeitig und ohne Rühren in den Topf gehalten werden, wird kritisiert. Das ist aber nicht das Einzige: Neben Brotscheiben werden dort auch Penne ins Fondue getaucht. «Wer Pasta ins Fondue tunkt, hat sein Leben sowieso nicht mehr im Griff», witzelt ein User darüber.
Darf man das? Die Schweizer Plattform «Lebendige Traditionen» bezeichnet Brot oder Kartoffeln als das, was auf die Fonduegabel kommt. Auch Schweizer Käse bezeichnet Brot als «Muss» und schreibt gleichzeitig, dass seit einigen Jahren immer mehr kreative Fondue-Ideen aufkommen.
Pasta gehört also nicht zum traditionellen Standard, völlig abwegig ist die Kombination aber nicht. Fooby hat etwa ein Rezept für «Fondue Napoli», bei dem Fusilli ausdrücklich in ein Tomaten-Käse-Fondue getaucht werden. Auch zahlreiche Gemüsesorten werden gerne in Käse getaucht.
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Schweizer Käsebranche hält dagegen
Und wie ordnet ein Fachmann diese Aussage ein? Martin Spahr von der Switzerland Cheese Marketing AG kann mit dem angeblichen Fondue-Aus wenig anfangen. «Diese Behauptung entbehrt jeder Grundlage – ich kann nicht nachvollziehen, wie man auf die Idee kommt, Fondue oder auch Raclette könne out sein.»
«Ich würde sogar so weit gehen, das Gegenteil zu sagen: Fondue und Raclette sind wahnsinnig beliebt», betont Spahr weiter. Das zeige sich aktuell etwa an den vielen Raclette- und Fondue-Pop-ups in den Städten. Für ihn liegt der Denkfehler schon darin, Fondue überhaupt als vorübergehenden Foodtrend zu behandeln. «Gemeinsam geschmolzenen Käse zu essen, ist ein geselliges Ritual und kein Trend, der vorbeigehen kann.»
Welchen Essens- oder Getränketrend würdest du gerne für tot erklären und nie wieder sehen?
Meret Steiger (mst), arbeitet seit 2016 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin für Living und Auto & Mobilität und berichtet über Wohnen, Einrichten und Architektur.
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