Angreifer vor israelischer Botschaft erschossen

Terror-Alarm in Serbien
Angreifer vor israelischer Botschaft erschossen
Vor der israelischen Botschaft in Belgrad ist es in der Nacht auf Mittwoch zu einem mutmasslichen Terroranschlag gekommen. Ein Minderjähriger soll einen Polizisten mit zwei Messern angegriffen und dabei «Allahu Akbar» gerufen haben.
Publiziert: vor 19 Minuten
Der Angriff ereignete sich am Mittwoch, 28. Oktober 2026, gegen 0.15 Uhr. Wie das serbische Innenministerium (MUP) mitteilte, griff ein bislang nicht identifizierter Minderjähriger einen Angehörigen der Gendarmerie an, der die israelische Botschaft in Belgrad bewachte. Darüber berichten die serbischen Medien Radio 021 und Telegraf.rs.
Laut dem geschäftsführenden Innenminister Ivica Dačić soll der Angreifer dabei «Allahu Akbar» («Gott ist gross») gerufen und den Polizisten mit zwei Messern angegriffen haben. Weiteren Angaben zufolge wurde der Angreifer schliesslich vom Polizisten mit dessen Dienstwaffe erschossen. Laut dem serbischen Innenminister Ivica Dačić handelte der Beamte in Notwehr, nachdem ihn der mutmasslich minderjährige Täter mit zwei Messern angegriffen hatte.
Polizist im Gesicht verletzt
Weil sich der Beamte nach Darstellung des Innenministeriums zur Wehr setzte, erlitt er selbst eine Schnittverletzung im Gesicht. Die Behörden bezeichneten die Verletzung als leicht.
Wie Telegraf.rs unter Berufung auf Dačić weiter berichtet, besuchte der Innenminister den verletzten Gendarmen gemeinsam mit Polizeidirektor Dragan Vasiljević im Spital. Der Beamte befinde sich aktuell in gutem Zustand und könne voraussichtlich noch im Verlauf des heutigen Mittwochs entlassen werden.
Die Identität des getöteten Angreifers ist nach bisherigen Behördenangaben noch ungeklärt. Die Ermittler vermuten, dass er aus der westserbischen Stadt Šabac stammt.
Angreifer soll IS-Anhänger gewesen sein
Obwohl die Identität des Angreifers noch nicht abschliessend festgestellt wurde, soll er den serbischen Sicherheitsbehörden bereits bekannt gewesen sein.
Medienberichten zufolge erklärte Innenminister Dačić, die Sicherheitsdienste hätten den Verdächtigen bereits beobachtet. Zudem sei bekannt gewesen, dass er die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützt habe. Auf dem Instagram-Profil des mutmasslichen Täters sollen eine schwarze Flagge sowie das Symbol des IS zu sehen gewesen sein.
Ob der Angreifer tatsächlich Verbindungen zu organisierten IS-Strukturen unterhielt oder auf eigene Initiative handelte, ist bislang nicht geklärt. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Attacke dauern an. Die Behörden stufen den Vorfall als Terroranschlag ein.
Höchste Terrorwarnstufe ausgerufen
Nach dem Angriff riefen die serbischen Behörden die höchste Terrorwarnstufe aus. Innenminister Dačić ordnete die sogenannte rote Stufe an. Damit sollen die Polizeipräsenz und die Sicherheitskontrollen an besonders gefährdeten Orten verstärkt werden. Dazu gehören unter anderem kritische Infrastrukturanlagen, sicherheitsrelevante Einrichtungen sowie öffentliche Orte, an denen sich viele Menschen versammeln.
Es ist nicht das erste Mal, dass die israelische Botschaft in Belgrad zum Schauplatz eines islamistisch motivierten Angriffs wird. Schon am 29. Juni 2024 hatte ein Angreifer mit einer Armbrust auf einen serbischen Gendarmen geschossen, der die Botschaft bewachte. Der Polizist wurde damals von einem Pfeil am Hals getroffen und schwer verletzt.
Trotz seiner Verletzungen konnte der Beamte den Angreifer mit seiner Dienstwaffe tödlich verletzen. Wie Telegraf.rs damals berichtete, identifizierten die Behörden den Täter später als den 25-jährigen Miloš Žujović. Auch nach jener Attacke hatten die serbischen Behörden die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen.
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