Kein Witz, dieser kreisrunde Wald existiert tatsächlich

In Japan soll es einen Wald geben, in dem die Bäume in konzentrischen Kreisen angeordnet sind.
Die Bewertung
Die Behauptung ist korrekt. Der kreisförmige Wald wurde 1973 angelegt und befindet sich in der Präfektur Miyazaki auf Kyūshū, der südwestlichsten der japanischen Hauptinseln.
Hast du früher schon einmal Bilder von dem Wald gesehen?
Der Wald ist auf Social Media und Foren das Thema
Reddit, Facebook und Tiktok: Auf praktisch allen Onlineplattformen lassen sich Bilder eines ganz besonderen Waldes finden (etwa hier und hier). Die Postenden lassen keinen Zweifel daran, dass er echt ist. Auch der Grossteil der Kommentarschreiberinnen und -schreiber zeigt sich begeistert statt skeptisch. Nur selten liest man Aussagen wie «Es sieht aus wie Reptilienaugen. Vielleicht haben sie sich damit zu einem Ziel für Ausserirdische gemacht, die von oben herabschauen. 😄 Hübsch ist es aber.» (hier, hier archiviert).
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Zahlreiche Medienberichte liefern ersten Hinweis auf Echtheit
Den Wald gibt es tatsächlich. Das lässt sich mithilfe der umgekehrten Bildersuche rasch herausfinden (siehe Box). Schon mit wenigen Klicks bekommt man eine grössere Zahl an Beiträgen über diesen Wald in seriösen Medien angezeigt. Etwa solche von «Le Matin», dem «Fuji News Network» und«Geo», (zum Beispiel hier und hier). Dort erfährt man, dass es sich um einen Forschungswald nahe der japanischen Stadt Nichinan in der Präfektur Miyazaki handelt, der im Jahr 1973 angelegt wurde. Mit ihm wollten die Verantwortlichen herausfinden, «wie sich Unterschiede in der Pflanzendichte auf die Materialeigenschaften auswirken», wie FNN schreibt.
So geht Bilderrückwärtssuche
Die Bilderrückwärtssuche ist sowohl am Computer als auch auf dem Smartphone möglich. Man sucht dabei nicht mit einem Suchbegriff, sondern mit einem Bild. Die Suchmaschine analysiert dieses dann und sucht nach gleichen oder ähnlichen Bildern, die sie dir im Anschluss anzeigt.
Es gibt verschiedene Plattformen, auf denen man die umgekehrte Bildersuche durchführen kann. Etwa Google, Bing, Yandex oder auch TinEye. Jede Suchmaschine bietet andere Vor- und Nachteile. Es kann sich also lohnen, sie alle zu bemühen.
Beispiel Google: So klappt’s mit der Suche
Google gilt als Allrounder. Arbeitest du am Desktop-Rechner, öffne Images.google.com, klicke auf das Kamera-Symbol und lade das gewünschte Bild hoch. Im Chrome-Browser kannst du das Bild auch per Rechtsklick anwählen und «Bild mit Google Lens suchen» klicken.
Bist du mit dem Smartphone unterwegs, öffne die Google-App und tippe auf das Google-Lens-Symbol. Wähle ein Bild aus deinen Fotos oder nimm selbst eines auf. Das aktiviert die Bildersuche.
Genaueste Infos gibt es beim Forstamt Süd Miyazaki
«An den Schnittpunkten von zehn konzentrischen Kreisen mit unterschiedlichen Radien wurden jeweils 36 Zedern gepflanzt», schreibt das Forstamt Süd Miyazaki im Beitrag «Versuchsfläche zur Bestandsdichte – Mystery Circle» (hier, hier archiviert). Jeder Kreis sei so abgewinkelt worden, «dass die Pflanzdichte pro Hektar zwischen 377 und 10’027 Bäumen variierte.» Bei den Bäumen handelt es sich demnach um Japanische Zedern (Cryptomeria japonica).
Auch die Koordinaten für den genauen Standort sind dort angegeben (hier, hier archiviert). Der kreisförmige Wald ist bei den verschiedenen Online-Kartendiensten mit «Circular Forest» – Kreisförmiger Wald – angeschrieben und befindet sich bei den Koordinaten 31.7306°N und 131.3847°E.
Aus der Vogelperspektive betrachtet, zeigt sich klar: Diejenigen Bäume, die am meisten Platz haben, weisen eine deutlich grössere Krone auf als die, die gedrängt in den inneren Kreisen stehen. Ein Foto des Waldes im Jahr 2019 ist bei der Nachrichtenagentur AP zu sehen (hier, hier archiviert). Laut der Bildunterschrift sind die Bäume im äusseren Kreis etwa 20 Meter hoch und damit rund fünf Meter höher als die im Zentrum.
Angelegt war das Projekt auf 50 Jahre. Im Abschlussbericht aus dem Jahr 2023 (PDF) kamen die Autorinnen und Autoren zu dem Schluss, «dass Pflanzdichten von 1500 Bäumen pro Hektar oder weniger hinsichtlich finanzieller Erträge und Aufforstungskosten effektiv sein können», zitiert Snopes.com daraus (hier archiviert).
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Fazit
Der kreisförmige Wald in Japan ist echt. Er wurde 1973 nahe der Stadt Nichinan in der Präfektur Miyazaki als wissenschaftliche Versuchsfläche angelegt. Japanische Zedern wurden dafür in zehn konzentrischen Kreisen mit unterschiedlichen Pflanzdichten gesetzt. Ziel war es, zu untersuchen, wie sich der Abstand zwischen den Bäumen auf ihr Wachstum und die Eigenschaften des Holzes auswirkt.
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