Nothings Bluetooth-Lautsprecher mit IP68 & Auracast im Test: CMF Speaker M
Der Bluetooth-Lautsprecher CMF Speaker M sieht aus wie eine Milchtüte mit Griff, leistet 35 W, ist wasserdicht und feiert dank Auracast auch mit fremden Boxen.
Mit dem Speaker M und dem kleineren CMF Speaker S steigt CMF, die günstige Zweitmarke von Nothing, erstmals bei den Bluetooth-Lautsprechern ein. Von CMF kennen wir bislang den Over-Ear-Kopfhörer CMF Headphone Pro (Testbericht). Sein Drehrad und die App Nothing X finden sich beim Speaker M wieder.
Der Bluetooth-Lautsprecher kostet 99 Euro bei Amazon. Auf dem Papier tritt er gegen den JBL Flip 7 (Testbericht) an: Beide schicken 25 W RMS an den Tieftöner und 10 W RMS an den Hochtöner, decken denselben Frequenzbereich ab und sind nach IP68 geschützt. Dazu beherrschen beide Auracast, ein Mikrofon hat keiner von ihnen. Was der Speaker M aus diesen Daten macht, zeigt der Test.
Design und Verarbeitung des CMF Speaker M
Der Speaker M ist ein hoher Quader mit Dachfirst, obenauf sitzt ein Griff mit ovaler Öffnung. Wie beim CMF Speaker S erinnert die Form an ein Tetrapak. Mit den zwei runden Öffnungen in der Front wirkt der Lautsprecher zugleich wie ein Häuschen mit runden Fenstern. Die Optik ist eigenwillig, gefällt uns aber ausgesprochen gut.
CMF gibt 22 × 8,5 × 5,4 cm und 602 g an, unsere Waage zeigt 612 g. Damit ist er fast doppelt so schwer wie sein kleiner Bruder. Das Gehäuse besteht aus mattem Kunststoff und ist sauber verarbeitet, scharfe Kanten finden wir keine. CMF bietet den Bluetooth-Lautsprecher in Weiß, Dunkelgrau, Orange und Türkis an. Nothing hat uns die weiße Variante mit türkisem Drehregler zur Verfügung gestellt.
CMF Speaker M Bilder
CMF Speaker M
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Der Griff gehört zur wechselbaren Front. Ein Schieber oben auf der Rückseite, gekennzeichnet mit Schloss-Symbolen, gibt die Front frei. Nach dem Abziehen des Reglers lässt sich die Front samt Griff einfach nach oben abnehmen. Darunter kommt eine schwarze Schallwand mit sechs Rastnasen zum Vorschein, innen auf der Front sitzt hinter beiden Öffnungen ein schwarzes Stoffgitter. Obwohl er an der abnehmbaren Front hängt, trägt der Griff den Lautsprecher sicher. Weitere Fronten und Regler will Nothing später über nothing.tech anbieten, zum Preis gibt es noch keine Angabe. CMF kündigt zudem Vorlagen für Fronten aus dem 3D-Drucker an.
Nach IP68 übersteht der Speaker M 30 Minuten in 1,5 m tiefem Süßwasser. Eine Gummiklappe über dem USB-C-Anschluss gibt es nicht. Vier kleine Gummifüße sorgen für sicheren Stand, er spielt aber auch auf der Seite oder liegend. Im Karton finden sich nur der Lautsprecher und eine Kurzanleitung, ein USB-C-Kabel und ein Netzteil gehören nicht dazu.
Wie gut ist der Klang des CMF Speaker M?
Anders als der CMF Speaker S, der mit einem einzelnen Breitbandtreiber und deutlich weniger Leistung auskommt, arbeitet der Speaker M als Zwei-Wege-System. Oben sitzt ein Hochtöner mit 16 mm, darunter ein Tieftöner mit 70 mm. Der Tieftöner erhält 25 W RMS, der Hochtöner 10 W RMS, zusammen sind es 35 W RMS. Den Frequenzbereich gibt CMF mit 60 Hz bis 20 kHz an, der Lautsprecher spielt in Mono.
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Im Test löst der Bluetooth-Lautsprecher sauber auf und legt einen dichten Bassteppich. Stimmen und Instrumente bleiben klar voneinander getrennt. Selbst voll aufgedreht hören wir keine Verzerrungen. Einen Hi-Fi-Anspruch erhebt der Speaker M trotzdem nicht.
Ultra Bass ist ab Werk eingeschaltet und kennt nur zwei Zustände – an oder aus. Breite Bühne weitet das Klangbild virtuell und ist vor allem für Filme gedacht. Adaptive Tuning gleicht den Equalizer dynamisch an die Musik an. Das geschieht unauffällig, eine Option zum Abschalten bietet die App nicht. Der Nachtmodus deckelt die Lautstärke bei 60 Prozent und dämpft den Tiefbass.
Zum Telefonieren eignet sich der Speaker M nicht, denn ihm fehlt ein Mikrofon.
Bedienung und App des CMF Speaker M
Auf dem Dach sitzen die Power-Taste mit Status-LED und der Drehregler. Dreht man ihn, ändert sich die Lautstärke. Ein einfacher Druck hält die Musik an oder setzt sie fort, mit einem Doppeldruck geht es zum nächsten Titel, mit einem dreifachen zurück. Wer ihn zwei Sekunden gedrückt hält, schaltet Ultra Bass um. In der App lässt sich das Halten anders belegen, etwa mit Breite Bühne. Rastung, Spiel und Druckpunkt des Reglers gefallen uns, das Bedienkonzept ist durchdacht. Alle Tasten lassen sich auch im Dunkeln gut ertasten.
CMF Speaker M Screenshots
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Auf der unteren Rückseite liegen die Auracast-Taste, die Bluetooth-Taste, eine zweite Status-LED und der USB-C-Anschluss. Hält man die Bluetooth-Taste gedrückt, beginnt die Kopplung. Ein kurzer Druck wechselt zwischen USB-C und Bluetooth. Die LED der Power-Taste leuchtet weiß und springt unter 15 Prozent Akku auf Rot. Zum Koppeln genügt es, das Smartphone an den NFC-Tag auf der rechten Seite zu halten. Nach etwa einer Sekunde steht die Verbindung.
In der App Nothing X finden sich Equalizer, Ultra Bass, Breite Bühne, Nachtmodus und Latenzmodus. Außerdem verwaltet sie Stereo-Modus und Party-Modus, die Tastenbelegung, zwei gleichzeitige Verbindungen und Firmware-Updates. Als Presets stehen Balance, Mehr Bass, Mehr Höhen und Stimme bereit. Im Profil Angepasst regelt man Bässe, Mitten und Höhen zwischen 0 und 6.
Der Akku des CMF Speaker M
CMF nutzt einen Akku mit 4900 mAh bei 3,8 V, das entspricht rund 18,6 Wh. Bei 50 Prozent Lautstärke, aktivem Ultra Bass und AAC soll er bis zu 18 Stunden durchhalten, bei 80 Prozent noch bis zu 4 Stunden. Der JBL Flip 7 (Testbericht) kommt mit einer Ladung weniger weit.
Der Akku des Bluetooth-Lautsprechers lädt über USB-C und ist nach drei Stunden voll. Nach zehn Minuten Laden reicht die Energie bereits für eine Stunde Musik. Das gelingt allerdings nur mit einem kompatiblen Netzteil, das mindestens 5 V und 3 A liefert. Eine Powerbank-Funktion fehlt.
Konnektivität und technische Eigenschaften des CMF Speaker M
Der Bluetooth-Lautsprecher nutzt Bluetooth 6.0 mit den Codecs SBC und AAC. LC3 kommt nur bei Auracast zum Einsatz, LDAC fehlt. Mit zwei Zuspielern verbindet er sich dank Multipoint gleichzeitig. Android-Smartphones und Windows-Rechner koppeln neben NFC auch über Google Fast Pair und Microsoft Swift Pair.
Im Party-Modus verbindet Auracast mehrere Lautsprecher, laut CMF auch kompatible Modelle anderer Hersteller. Mit dem CMF Speaker S klappt das im Test auf Anhieb und zuverlässig. Der Drehregler der ersten Box steuert dabei die Lautstärke beider Geräte, der Regler der zweiten nur ihre eigene. Ein Stereopaar bildet der Speaker M ausschließlich mit einem zweiten Speaker M.
Per USB-C-Kabel gibt er Musik verlustfrei wieder, die Latenz liegt dabei unter 60 ms. Für Bluetooth-Zuspieler gibt es einen Latenzmodus, der die Verzögerung um mindestens 80 ms senkt.
Was kostet der CMF Speaker M?
Der CMF Speaker M kostet bei Amazon 99 Euro, was der UVP entspricht.
Fazit
Der Bluetooth-Lautsprecher CMF Speaker M fällt mit seiner Milchtüten-Optik auf, ist sauber verarbeitet und nach IP68 geschützt. Der praktische Griff lässt sich gemeinsam mit der Front austauschen. Klanglich überzeugt er mit dichtem Bass und klarer Trennung von Stimmen und Instrumenten, voll aufgedreht verzerrt er nicht. Das Bedienkonzept mit Drehregler ist durchdacht, der Party-Modus funktioniert auf Anhieb.
Der Speaker M hat kein Mikrofon, ein USB-C-Kabel liegt nicht bei und LDAC fehlt. Weitere Fronten lassen sich zum Marktstart noch nicht kaufen. Einen Hi-Fi-Anspruch erfüllt der Lautsprecher nicht.
Wer für 99 Euro einen robusten Lautsprecher für Wohnung und Ausflug sucht, der auch laut sauber spielt und sich am Griff tragen lässt, liegt mit dem Speaker M richtig. Wer einen Karabiner für den Rucksack und einen feiner abgestuften Equalizer braucht, greift zum kompakteren JBL Flip 7 (Testbericht). Er hält allerdings kürzer durch und überträgt nur per SBC. Wer telefonieren will, ist mit dem Beats Pill (2024) (Testbericht) besser bedient, der ein Mikrofon mitbringt und ebenfalls Musik über USB-C abspielt. Kleiner und deutlich günstiger ist der CMF Speaker S mit derselben Bedienung.
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