Befragungen und Tests: Wie Intelligenz die Wahrnehmung des eigenen Aussehens beeinflusst

Befragungen und TestsWie Intelligenz die Wahrnehmung des eigenen Aussehens beeinflusst
20.10.2026, 16:28 Uhr
00:00
03:17
Schönheit liegt bekanntermaßen im Auge des Betrachters, wird also individuell und subjektiv wahrgenommen. Ob und wie allgemeine Intelligenz die Einschätzung der eigenen körperlichen Attraktivität beeinflusst, erforschen Wissenschaftler aus Norwegen und kommen zu einem überraschenden Ergebnis.
Wie man die eigene Attraktivität einschätzt, könnte auch von der Intelligenz abhängen. Das hat ein Forschungs-Duo der BI Norwegian Bussiness School mithilfe von zwei Teilstudien herausgefunden. Bisherige Untersuchungen dazu hatten sich vor allem mit dem Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen wie Selbstvertrauen auf die Bewertung der eigenen Attraktivität beschäftigt.
Für die Untersuchung wurden insgesamt 1091 Freiwillige gewonnen. Alle sind Berufstätige im erwerbsfähigen Alter und kommen aus verschiedenen Ländern. Die Forscher untersuchten, ob es einen statistischen Zusammenhang zwischen der selbst eingeschätzten Attraktivität und verschiedenen Persönlichkeitsmerkmalen, dem Bildungsabschluss und weltanschaulichen Einstellungen gibt. Alle Studienteilnehmende bekamen die Aufgabe, die eigene Attraktivität auf einer Skala von 0 bis 100 zu bewerten. Zudem wurden eine Reihe von Fragen zu persönlichen Merkmalen gestellt.
Männer schätzten Attraktivität höher ein als Frauen
Die Auswertung der Daten zeigte: Männer schätzten ihre eigene Attraktivität insgesamt höher ein als Frauen. Auch Hochschulabsolventen gaben höhere Werte bei dieser Frage an als diejenigen, die keinen Hochschulabschluss hatten. Die Forschenden stellten einen Zusammenhang zwischen der Bedeutung des Selbstwertgefühls und der Einschätzung der eigenen Attraktivität fest. Interessanterweise spielte das Alter bei dieser Selbsteinschätzung keine Rolle. Studienteilnehmende, die sich als optimistisch bezeichneten, schätzten auch die eigene Attraktivität als hoch ein.
In einem weiteren Schritt sollte nun die Intelligenz geprüft werden, die nicht mit dem Bildungsabschluss gleichzusetzen ist. 292 der Probandinnen und Probanden absolvierten deshalb einen computergestützten Test zur allgemeinen kognitiven Leistungsfähigkeit. Mit diesem wurden unter anderem Sprachverständnis, Rechengeschwindigkeit und das räumliche Vorstellungsvermögen erfasst.
Überraschender Befund
Bei der Auswertung dieser Daten zeigte sich ein auch für die Forscher überraschendes Ergebnis: Studienteilnehmende, die bei diesem Test besser abschnitten, stuften die eigene Attraktivität eher niedriger ein als diejenigen, die im Test durchschnittlich abschnitten. Allerdings, so betonen die Forscher selbst, sei der Befund nach der Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, Bildungsabschluss, Optimismus und Persönlichkeit eher klein. Er sage nichts über das tatsächliche Aussehen der Befragten aus und die Befragung zur Attraktivität stamme auch nur aus einer einzigen Frage, schreiben das Wissenschaftler-Duo zu den Ergebnissen, die im Fachjournal "Evolutionary Psychology" veröffentlicht wurden.
Es könnte dennoch sein, dass Menschen mit höherer allgemeiner Intelligenz ihre körperliche Attraktivität realistischer und damit ehrlicher einschätzen, mutmaßen die Wissenschaftler. Die Studienergebnisse können aber keinen Rückschluss drauf liefern, ob und wie die gemessene Intelligenz das Selbstbild beeinflusst. Dafür sind weitere Forschungen nötig.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.