Wie die ersten Säugetiere die Dinosaurier überlebten
Klimawandel, Massenaussterben und neue Konkurrenz stellen die Vorläufer der Säugetiere vor existentielle Herausforderungen. Nicht alle überleben diesen evolutionären Kampf.
13.09.2026 | 45:03 minDas größte bekannte Massenaussterben ereignete sich vor rund 252 Millionen Jahren. Am Ende des Perms brachen im heutigen Sibirien gewaltige Mengen Lava aus. Treibhausgase ließen die Temperaturen steigen, im Meer fehlte Sauerstoff. Rund 70 Prozent der Landwirbeltierfamilien und mehr als 80 Prozent der Arten im Meer verschwanden.
Auch viele Therapsiden starben aus. Diese Tiere waren keine Dinosaurier und im modernen Sinn auch keine Reptilien. Sie gehörten zu den Synapsiden, der Entwicklungslinie, aus der später die Säugetiere hervorgingen.
Forscher haben in North Dakota Fußspuren eines T-Rex entdeckt. Die rund 66,5 Millionen Jahre alten Abdrücke könnten die erste bekannte Schrittfolge des Raubsauriers sein.
12.09.2026 | 0:25 minLystrosaurus: Klein, aber erfolgreich
Fossilien aus der südafrikanischen Halbwüstenlandschaft Karoo zeigen, wie hart das Leben nach der Katastrophe war. Auf lange Dürren folgten heftige Regenfälle. Die Tiere fanden kaum Wasser und Nahrung. Die großen Raubtiere der Gorgonopsia, eine Gruppe großer fleischfressender Therapsiden, verschwanden ganz.
Vertreter der Gattung Lystrosaurus dagegen überlebten. Sie gehörten zu den Dicynodontiern, pflanzenfressenden Therapsiden mit einem schnabelartigen Maul. In manchen Fundschichten der frühen Trias sind ihre Fossilien besonders häufig.
In der Karoo-Wüste in Südafrika geben Fossilien Einblick in eine vergessene Welt. Der Ausgangspunkt einer Spurensuche nach den Urahnen der Säugetiere und den frühen Schritten ihrer Evolution.
13.09.2026 | 44:42 minUntersuchungen der Knochen zeigen: Viele Lystrosaurier starben jung. Tiere aus dem Perm konnten mindestens acht Jahre alt werden. Große Exemplare aus der frühen Trias wurden dagegen oft nur wenige Jahre alt. "Selbst die größten Exemplare aus der Trias, die je entdeckt wurden, waren höchstens zwei, drei Jahre alt", sagt die Paläontologin Jennifer Botha in der ZDFinfo-Dokumentation "Im Schatten der Dinos - Die ersten Säugetiere: Überlebenskünstler".
Die große Zahl der Lystrosaurier erklärt sich durch zahlreichen Nachwuchs und dadurch, dass sie früh geschlechtsreif waren.
Prof. Dr. Jennifer Botha, Paläontologin Witwatersrand-Universität Johannesburg
Zwei Gruppen, zwei Wege
Nach dem Massenaussterben begann die Trias. Die pflanzenfressenden Dicynodontier breiteten sich erneut aus. Einige wogen mehrere Hundert Kilogramm, späte Vertreter wurden sogar so groß wie heutige Elefanten. Doch am Übergang von der Trias zum Jura starb die Gruppe aus.
Ein Asteroideneinschlag beendete vor 66 Millionen Jahren das Zeitalter der Dinosaurier. Dank ihrer Anpassungsfähigkeit überlebten die Vögel und entwickelten eine große Artenvielfalt.
09.10.2025 | 43:26 minAnders verlief die Geschichte der Cynodontier. Einige lebten in Erdbauten, die Schutz vor Hitze und Feinden boten. Nach vorn gerichtete Augen könnten ihnen bei der Jagd in der Dämmerung geholfen haben. Bei ihnen entwickelten sich nach und nach Säugetiermerkmale: ein spezialisiertes Gebiss, Veränderungen an Kiefer und Schädel sowie wahrscheinlich ein höherer Stoffwechsel und Körperbehaarung.
Nun treten Cynodontia in den Vordergrund. Sie führen zu den Säugetieren.
Dr. Julien Benoit, Paläontologe Universität Witwatersrand (Südafrika)
Der altgriechische Name bedeutet "Hund" und "Zahn" (alternativ: Hundezähner). "Sie tauchten gegen Ende des Perms als neue Therapsiden-Gruppe auf", so der Paläontologe Bruce Rubidge. Zur Gruppe gehörten Fleisch-, Insekten- und später auch Pflanzenfresser. Aus einer ihrer Entwicklungslinien gingen schließlich die ersten Säugetiere hervor.
Leben im Schatten der Dinosaurier
Vor etwa 234 bis 232 Millionen Jahren sorgte die Karnische Pluvialepisode für eine lange Phase mit sehr viel Regen. Zugleich breiteten sich Dinosaurier und ihre Verwandten aus. Viele frühe Säugetiere blieben klein und lebten in anderen Nischen als die großen Dinosaurier.
Das änderte sich vor 66 Millionen Jahren. Nach einem Asteroideneinschlag starben die Dinosaurier - konkret: Nichtvogeldinosaurier - aus. Für die überlebenden Säugetiere wurden viele Lebensräume und Nahrungsquellen frei. Sie entwickelten sich zu zahlreichen neuen Formen. Zu ihren Nachfahren gehören auch wir Menschen.
Immer wieder stand der Planet am Abgrund
:Die fünf größten Katastrophen der ErdgeschichteEiszeiten, Vulkanausbrüche, Meteoriteneinschläge: Nach großen Blütephasen stand das Leben auf der Erde mehrfach vor dem Aus. Eine Liste der größten Massenaussterben.
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