«Der gleiche Blödsinn wie letztes Jahr»

Sölden-Frust bei Ski-Talenten
«Der gleiche Blödsinn wie letztes Jahr»
Dania Allenbach und Sue Piller verpassen beim Weltcup-Riesenslalom in Sölden den zweiten Lauf. Beide hadern mit zu vorsichtiger Fahrt und suchen die Schuld bei sich selbst; Cheftrainer Beat Tschuor sieht darin eine wichtige Erfahrung.
Publiziert: vor 12 Minuten
- Dania Allenbach und Sue Piller hadern mit eigener Leistung
- Allenbach fehlen als 33. sechs Hundertstel, Piller wird 44.
- Cheftrainer Beat Tschuor sieht die Kritik als Lernchance
Mathias GermannReporter Sport
Dania Allenbach (19) und Sue Piller (21): talentiert, ehrgeizig, schnell. Aber in Sölden nicht schnell genug. Beide verpassen den zweiten Lauf. Und sind wütend. Nicht auf die Piste, das Wetter oder das Material, sondern auf sich selbst. «Ich bin komplett selbst schuld», sagt Allenbach. Piller meint: «So funktioniert es einfach nicht.»
Die Zahlen sind ernüchternd: Allenbach wird im ersten Lauf 33., sechs Hundertstel fehlen zur Qualifikation. Piller landet auf Rang 44, eine halbe Sekunde fehlt ihr. Beide wissen: Da wäre mehr drin gewesen. «Als ich die Ziellinie überquerte, wusste ich es schon. Ich bin zu verhalten gefahren», sagt Allenbach.
Eine Woche zuvor hatte sie auf demselben Hang im Training grosse Mühe mit der harten, schlagenden Piste. «Darum war ich im Rennen etwas gehemmt, habe zurückgezogen. Aber im Weltcup reicht es nicht, einfach ein bisschen runterzufahren.» Sie sei selbst schuld. «Das frustriert mich schon.»
Cheftrainer: «Super, dass sie so kritisch sind»
Allenbach bestritt in Sölden ihr fünftes Weltcuprennen und holte zum dritten Mal Punkte. Ihre Bilanz bleibt stark. Frauen-Cheftrainer Beat Tschuor relativiert: «Ich fand Danias Leistung gut. Wie sie in den Steilhang fuhr, war top. Ich bin da entspannt.»
Er kennt das grosse Potenzial von Allenbach und Piller. «Ich finde es super, dass sie so kritisch sind. Sie werden viel aus dieser Erfahrung lernen.»
Piller: «Will Wut nutzen»
Für Piller ist das unmittelbar nach dem Rennen kein Trost. Sie ist noch enttäuschter als Allenbach. Ihr kommen die Tränen. «Ich habe den genau gleichen Blödsinn wie letztes Jahr in Sölden gemacht», sagt sie. Sie habe zu viel überlegt und an der Linie geklebt. «Das sieht schön aus, ist aber nicht schnell.»
Dabei hatte sich die Freiburgerin, die im Januar in Spindlermühle (Tsch) Sechste wurde, eigentlich gut gefühlt. «Aber im Steilen habe ich verkrampft. Das ist ein Lehrblätz für die Zukunft.»
Bis zum nächsten Riesenslalom am 28. November in Killington (USA) müssen sich beide gedulden. Allenbach möchte den Frust bald abschütteln. Piller hat eine andere Taktik: «Es ist grundsätzlich immer gut, wenn ich so eine Wut in mir drin habe. Diese will ich nutzen, um schneller und besser zu werden.»
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