"Ich weiß, dass er ungeduldig ist": Thioune schraubt Weiser-Erwartungen zurück
Nach dem furiosen Schlussspurt in Dortmund will der SV Werder Bremen gegen den SC Paderborn den dritten Sieg im dritten Heimspiel feiern. Dabei kann auch der gegen den BVB früh ausgewechselte Amos Pieper mitwirken, bei einem anderen Hoffnungsträger schraubt Trainer Daniel Thioune die Erwartungen zurück.

Mitchell Weiser sitzt gegen den SC Paderborn wohl zunächst erneut auf der Bank. IMAGO/Noah Wedel
Wenn der SV Werder Bremen am Samstagnachmittag den 100. Geburtstag seines Weserstadions feiert, wird Daniel Thioune aller Voraussicht nach einmal mehr von Überraschungen in seiner Startelf absehen. "Wir haben mit der Formation acht Punkte geholt", blickt der SVW-Coach auf die jüngsten Wochen zurück, in denen seine Mannschaft nach der Auftaktniederlage in Freiburg ungeschlagen geblieben ist und dabei stets dieselben elf Spieler zu Beginn auf dem Platz standen.
Vorschau
Zwei Tage vor dem Jubiläumsspiel gegen den SC Paderborn war allerdings noch offen, ob Thioune an seiner bisherigen Linie würde festhalten können, weil hinter Verteidiger Amos Pieper ein Fragezeichen stand. Der 28-Jährige musste beim jüngsten Auswärtsspiel in Dortmund bereits in der 19. Minute wegen Problemen in der Gesäßmuskulatur ausgewechselt werden und verpasste entsprechend die turbulente Schlussphase beim 2:2 nach 0:2, bei dem Piepers Vertreter Oskar Wojcik (kicker-Note 3,0) eine Vorlage gelungen war.
"Amos hatte Probleme zu Beginn der Woche, hat heute dann das Training vollumfänglich absolviert", berichtet Thioune. "Da geht's jetzt morgen im Abschlusstraining darum, ihn vielleicht ein bisschen anzupieksen, so wie wir es grundsätzlich im Abschlusstraining machen. Und aktuell gehe ich davon aus, dass er uns auch wieder zur Verfügung stehen wird und entsprechend natürlich dann auch sofort wieder ein Startelf-Kandidat ist." Der 23 Jahre alte Wojcik wird trotz ansprechender Leistung also voraussichtlich wieder mit einem Bankplatz vorliebnehmen müssen.
Ob das auch wieder für Mitchell Weiser gilt? Der 32-Jährige hatte seine langersehnte Rückkehr mit dem Siegtor gegen den FC Augsburg gekrönt, war dann nach der langen Länderspielpause in Dortmund aber nur unwesentlich länger auf dem Platz gestanden als gegen die Fuggerstädter: Weiser kam erneut erst nach der Stundenmarke zum Zug. "Was wir nicht vergessen dürfen, ist einfach eine Zeit von 14 Monaten, in der er uns nicht zur Verfügung stand", mahnt Thioune beim potenziellen Unterschiedsspieler zur Geduld. "Ich finde, dass gerade auch jetzt zu erkennen ist, dass diese 30 Minuten, die er hat, ihm unheimlich guttun, dass er wieder Anschluss findet."
Thioune: "Ich will ihn gar nicht bremsen"
Gleichwohl sei Thioune sich darüber im Klaren, dass sein Schützling auf mehr drängt. "Ich will ihn gar nicht bremsen. Ich weiß, dass er ungeduldig ist und dass er unbedingt auf den Platz will", so Thioune. "Er hat gerade im Augsburg-Spiel einen sensationellen Impact gehabt", schwärmt der Trainer einerseits, gibt aber zu bedenken, dass Weiser bei der 0:7-Testspielblamage in Enschede offenbart hat, "dass ihm vielleicht die Wettkampffähigkeit noch ein wenig abgeht, um dann vielleicht auch sofort scharf zu sein". Und da die aktuelle Stammelf eben performt, sieht Thioune auch keine Not für einen Wechsel.
"Vielleicht müssen wir ein bisschen weiter nach vorne schauen, vielleicht in der englischen Woche aus Belastungsgründen zu steuern und dann auch Spieler zu ersetzen oder auszutauschen", macht Thioune dem Rückkehrer Hoffnung. Die steht in der finalen Oktober-Woche mit dem Bundesliga-Auswärtsspiel in Mainz (24.10.), der zweiten Pokalrunde in Dortmund (27.10.) und dem Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim (31.10.) an. Zunächst aber soll gegen den SCP der dritte Sieg im dritten Heimspiel eingefahren werden - mit Weiser als Joker.
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