Iran wehrt sich vor UN gegen Trump-Drohungen
Rede vor Vereinten Nationen Iran kritisiert "Sprache der Gewalt" - und Trump
Stand: 23.09.2026 • 20:34 Uhr
In einer eindrücklichen Rede vor den Vereinten Nationen hat Irans Präsident Peseschkian eine internationale Ordnung der "Gewalttätigen" beklagt - und sich gegen US-Präsident Trumps Drohungen gewehrt. Doch es wurde auch verhandelt.
"Iran wird niemals in die Knie gehen", sagte der iranische Präsident Massud Peseschkian in seiner Rede bei der UN-Generaldebatte in New York. Kritik und Drohungen von US-Präsident Donald Trump wies er vehement zurück. Iraner seien keine Terroristen, sondern Opfer von Terrorismus, sagte Peseschkian.
Trump hatte Iran in seiner Rede am Vortag zum Auftakt der Generaldebatte zwei mögliche Optionen für den weiteren Verlauf des Konflikts skizziert: Ein Abkommen, das es dem Iran erlaube, zu großer wirtschaftlicher Stärke zurückzufinden - oder die Vernichtung der Islamischen Republik. Während Peseschkians heutiger Rede hatte der US-Vertreter demonstrativ den Saal verlassen.
Iran hält an Atomenergie fest
Peseschkian beklagte in seiner Rede bei den UN weiter eine internationale Ordnung der "Gewalttätigen". "Wir dürfen keine Welt schaffen, in der militärische Macht an die Stelle der Legitimität tritt, Sanktionen an die Stelle der Diplomatie, Terror an die Stelle der Politik und Krieg an die Stelle des Dialogs", sagte er.
Die Islamische Republik sei offen für Dialog und Diplomatie, die "Sprache der Gewalt" werde man jedoch nicht akzeptieren. Peseschkian kritisierte die Angriffe der USA und Israels auf zivile Ziele in Iran scharf.
Auch zur Atomenergie - ein zentrales Streitthema zwischen den USA und Iran - äußerte sich Peseschkian. Sein Land baue keine Atomwaffen, werde aber an der zivilen Nutzung der Kernenergie festhalten. Die USA hatten die Zerstörung aller Möglichkeiten Irans, in Besitz von funktionsfähigen Atomwaffen zu gelangen, als einen der Gründe für den Angriff auf das Land Ende Februar genannt.
Seit Langem aber auch wieder Gespräche
Trotz gegenseitiger Drohungen waren am Rand der UN-Generaldebatte am Dienstag aber auch erstmals seit Monaten wieder Vertreter der Kriegsparteien zu Verhandlungen zusammengekommen. Der Austausch sei "sehr gut" gelaufen und habe drei Stunden gedauert, sagte Trump danach. Iranische Staatsmedien bestätigten die Verhandlungen. Laut Trump nahmen sein Unterhändler Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner teil. Konkrete Ergebnisse wurden nicht mitgeteilt.
Witkoff selbst sprach auf der Plattform X von einer Gesprächsrunde, die über Vermittler stattgefunden habe. Man hoffe, dass sich diese als konstruktiv erweisen werde - die Vermittler würden ihre Arbeit fortsetzen. Iranische Staatsmedien hoben hervor, das Gespräch habe auf Bitten Witkoffs stattgefunden.
Iran und die USA behaupten immer wieder, die jeweilige Gegenseite hätte um Gespräche gebeten oder gar gebettelt. Dies lässt sich jedoch nicht unabhängig überprüfen.
Bedingungen für Öffnung von Straße von Hormus kommuniziert
In den Gesprächen seien den USA unter anderem von Außenminister Abbas Araghtschi die Bedingungen für eine Öffnung der Straße von Hormus kommuniziert worden. Dazu zählen die sofortige Aufhebung der US-Seeblockade vor der iranischen Küste, die Auszahlung aller eingefrorenen iranischen Vermögenswerte sowie die Beendigung des Kriegs an allen Fronten, wie der staatliche iranische Sender Irib berichtete.
Die New York Times nannte unter Berufung auf zwei iranische Beamte Pakistan und Katar als Vermittler der neuen Gesprächsrunde.
Ein iranischer Parlamentsabgeordneter hatte auch ein direktes Treffen der Präsidenten der USA und Irans für wahrscheinlich gehalten. Weitere Informationen hierzu gab es aber nicht.
Wadephul: "Ist an Iran, den Würgegriff zu lösen"
Auch Bundesaußenminister Johann Wadephul traf sich mit seinem iranischen Kollegen. Bei dem Treffen mit Araghtschi forderte der CDU-Politiker Teheran zu einem Ende der Blockade der Straße von Hormus auf. "Es ist an Iran, sich konstruktiv an Verhandlungen zu beteiligen und den Würgegriff zu lösen", so Wadephul.
Aus Kreisen der deutschen Delegation hieß es im Anschluss an das Treffen, Wadephul habe seinen iranischen Amtskollegen aufgefordert, sich ernsthaft und glaubhaft an nachhaltigen Verhandlungen mit den USA und den Nachbarstaaten in der Region zu beteiligen.
Deutschland und das sogenannte E3-Format (Deutschland, Frankreich und Großbritannien) stünden bereit, Vermittlungsbemühungen zu unterstützen.
Mit Informationen von Martin Ganslmeier, ARD-Studio New York.
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