Geister, Hexen, «Süsses oder Saures» – bist du Halloween-Profi?

- An Halloween ziehen Kinder verkleidet von Tür zu Tür und fordern Süssigkeiten.
- Der Brauch entstand aus den Traditionen «Souling» und «Guising».
- Der Ausruf «Trick or Treat» tauchte in den 1920er-Jahren in Nordamerika auf.
- Im Quiz oben kannst du dein Wissen über Halloween testen.
Gespenster, Hexen und Zombies: Gruseloutfits haben am 31. Oktober wieder ihren grossen Auftritt. Genauso wie Kürbisse und Süssigkeiten. Auch wer nicht aktiv Halloween feiert, dürfte nach Einbruch der Dunkelheit mit dem gruseligen Treiben zu tun haben. Dann, wenn es an der Tür klingelt und «Süsses, sonst gibts Saures» gerufen wird, das deutschsprachige Pendant zum amerikanischen «Trick or treat». Aber woher kommt das eigentlich?
Es gibt nicht nur einen Ursprung
Der Brauch, verkleidet von Tür zu Tür zu gehen und «Süsses oder Saures» zu rufen, gründet auf einer Verschmelzung von vor allem zwei Traditionen: dem «Souling» und dem «Guising».
Souling
Hierbei handelt es sich um einen christlichen Brauch: Ab dem Spätmittelalter zogen in Grossbritannien und Irland arme Erwachsene und Kinder rund um Allerheiligen (1. November) und Allerseelen (2. November) von Tür zu Tür und baten um sogenannte «soul cakes» (Seelenkuchen). Im Austausch boten sie an, Gebete für Verstorbene zu sprechen. Dieser Brauch war in Grossbritannien bis Mitte des 20. Jahrhunderts beliebt, geriet dann aber in Vergessenheit.
Guising
Das Guising war im 19. Jahrhundert in Schottland und Irland weit verbreitet. Das Wort leitet sich vom Englischen «disguising» ab, was so viel wie «sich verkleiden» bedeutet. Das machte durchaus Sinn. Denn beim Guising zogen Kinder in Verkleidung von Haus zu Haus, sangen Lieder, sagten Gedichte auf oder erzählten Witze – und bekamen dafür kleine Gaben wie Früchte, Nüsse oder Süssigkeiten. Laut Cambridge Dictionary tauchte das Wort Guising erstmals 1911 in Nordamerika auf.
Im 19. Jahrhundert wanderten viele Iren, Schotten und Engländer in die USA aus und brachten ihre Bräuche mit. Daraus entwickelte sich mit der Zeit das, was wir heute als Halloween kennen.
«Trick or Treat» tauchte in den 1920er-Jahren auf
Der Ausruf «Trick or Treat» entstand in den 1920er-Jahren in Nordamerika, als dort Halloween-Streiche weit verbreitet waren. An den heute gebräuchlichen Wortlaut näherte man sich damals schrittweise an. Laut einem Blogbeitrag des Wörterbuchverlags Merriam-Webster fand sich die erste Erwähnung in der kanadischen Tageszeitung «The Leader-Post». 1923 hiess es darin: «Halloween verlief hier sehr ruhig. ‹Süssigkeiten› statt ‹Streiche› standen an diesem Abend auf dem Programm.» Im Jahr darauf war im «Red Deer Advocate» von «Treat or Trick» zu lesen. Der «Calgary Herald» schrieb 1927, dass Halloween in diesem Jahr «ohne die üblichen Ausschreitungen» vonstattengegangen sei. Am lebhaftesten seien «die ganz Kleinen» gewesen, «die in Scharen von Tür zu Tür zogen und aufwendig verkleidet […] ‹Süsses oder Saures› riefen». Später im Jahrzehnt tauchte der Ausruf auch in US-Medien auf.
Tatsächlich ist Halloween vielschichtiger als oft gedacht. Wenn du dein eigenes Wissen dazu testen willst, ist unser Quiz genau das Richtige. Du findest es in diesem Artikel ganz oben. Eine Anleitung zum Schnitzen besonders haltbarer Halloween-Kürbisse gibts hier. Willst du dich zusätzlich noch so richtig gruseln, dann schaue unten das Video mit Verkleidungen aus der Vergangenheit an. So oder so: Viel Spass!
Mehr Quiz für dich!
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Fee Anabelle Riebeling (fee) arbeitet seit 2014 für 20 Minuten. Sie ist stv. Leiterin Wissen/AI, Data und Leiterin des Fachgremiums Faktencheck & Verifikation.
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