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Saturday, October 31, 2026

Die etwas anderen News – Parmelin-Nachfolge: Die SVP sucht den Superstar

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Bänz Friedli

Kabarettist

Der Basler Kabarettist mit Berner Wurzeln ist Meister darin, den Finger dort draufzuhalten, wo es wehtut. Dabei bleibt Bänz Friedli stets ein Erzähler, der vermeintlich Kleines mit dem grossen Ganzen verbindet. 2015 war er Preisträger des Salzburger Stiers, 2024 des Prix Cornichon. Aktuell ist er mit dem Programm «Bänz Friedli räumt auf» auf allen Deutschschweizer Bühnen zu sehen. Fürs «Spasspartout» auf SRF1 moderierte Friedli jeweils die Live-Kabarett-Abende «Ohrfeigen» aus dem Kleintheater Luzern.

Wie geht das jeweils in diesen Castingshows? Eine möglichst breite Palette an Teilnehmenden steht zur Auswahl, auf dass sich auch jede Zuschauerin, jeder Zuschauer mit jemandem aus dem Feld der Kandidierenden identifizieren könne. Wobei es natürlich auch Rücksicht auf Geschlechter, gesellschaftliche Empfindlichkeiten und Minderheiten zu nehmen gilt.

Just so wie eine dieser «… sucht den Superstar»-Staffeln mutet die Kandidaten-, pardon: Kandidatinnensuche für die Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin an. Denn, ja, die Volkspartei würde gern zum ersten Mal eine Frau ins Regierungsamt heben. Es wäre auch an der Zeit.

Unternehmerin Martullo, geborene Herrliberg, muss in Bündnerland, Russland und China zu Vaters Geschäften schauen.

Nur haben alle potenziellen Anwärterinnen dankend abgelehnt. Ständerätin Friedli liebt ihre Freiheit und ihren Landgasthof zu sehr. Regierungsrätin Rickli wird in Zürich gebraucht. Und Unternehmerin Martullo, geborene Herrliberg, muss in Bündnerland, Russland und China zu Vaters Geschäften schauen.

Einzig Céline Amaudruz hat sich anerboten und stürzt die Jury des volksparteilichen Castings damit ins Dilemma. Verschmäht die Findungskommission die Genferin nämlich in ihrem Vorschlag fürs Bundesratsticket, erteilt sie nicht nur der einzigen Frau eine Absage, sondern sie desavouiert einen ganzen Landesteil. Die Romandie fühlt sich von uns Bourbines und Suisse-toto-Neinsagern ohnehin stets vernachlässigt und unverstanden.

Und die anderen im bunten Reigen? Da hats für jeden was dabei.

Schlägt die SVP Amaudruz aber fürs hohe Amt vor, wird eine Mehrheit derer, die der Vereinigten Bundesversammlung angehören, den roten Buzzer drücken. Eine Mischlerin aus dem Genfer Finanzfilz? Nein, danke. Eh bien … Die Privatbank Reyl, für welche Nationalrätin Amaudruz bis zwei Tage vor Parmelins Rücktritt tätig war, steht im Ruch, Mafia-Gelder gewaschen und dubiose russische Vermögen versteckt zu haben.

Es passt ins Bild einer Castingshow: Daran nehmen öfter eher die Möchtegerns teil als die wirklich Profilierten.

Und die anderen im bunten Reigen? Da hats für jeden was dabei: den Aargauer Impf-Fanatiker Gallati und den Solothurner Corona-Skeptiker Wyssmann; den frommen Monsieur Schnegg, Jura Bernois, und den lebensfrohen Walliser Haudegen Michael Graber, der im Bundeshaus auch schon handgreiflich wurde; den Stammtischpolitiker Ruppen und, da non dimenticare: Marco Chiesa als Vertreter der italienischen Schweiz – dessen Deutsch noch lausiger ist als unser aller Frühfranzösisch. Es passt ins Bild einer Castingshow: Daran nehmen öfter eher die Möchtegerns teil als die wirklich Profilierten.

Ach, und übrigens gehört auch der linientreue Liebling der Parteileitung der Jury des munteren Castings an: Thomas Aeschi, der bekanntlich eigene Ambitionen hegt, sitzt in der Findungskommission. So wird es am Ende vielleicht wirklich genau so wie in «Deutschland sucht den Superstar», wo die Teilnehmenden kommen und gehen und rasch vergessen sind. Weil die Show ohnehin einzig der Profilierung des eitlen Jury-Vorsitzenden dient, Dieter Bohlen.

Aeschi sei offiziell in den Ausstand getreten, lässt sich einwenden. Aber gewiss doch! Aus dem Verborgenen kann er die Fäden umso besser ziehen.

Person in schwarzem Hemd mit rotem Papier in Glühbirnenform und Papierflieger.
Legende: SRF

Die sieben Autorinnen und Autoren sind mit ihren satirischen Wochenbetrachtungen neu auch als Videopodcast auf YouTube, auf Play SRF und in der SRF News App zu sehen. Auf Radio SRF 1 und im Podcast bleibt die «Zytlupe» wie gewohnt zu hören.

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