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Tuesday, October 27, 2026

267'300 Menschen beziehen Sozialhilfe – 5 Kantone fallen auf

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  • 2025 haben 2,9 Prozent der Menschen in der Schweiz Sozialhilfe bezogen.
  • Westschweizer Kantone und Basel-Stadt weisen höhere Quoten auf.
  • 59 Prozent der minderjährigen Sozialhilfebeziehenden in 20 Städten leben laut Städteinitiative bei nur einem Elternteil.

Die Sozialhilfequote lag 2025 schweizweit bei 2,9 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilt. 267'300 Personen wurden von der wirtschaftlichen Sozialhilfe unterstützt. Das sind 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings modernisierte das BFS die Erhebung, weshalb Vergleiche mit früheren Jahren nur eingeschränkt möglich sind.

Kinder und Jugendliche weisen mit 4,8 Prozent die höchste Quote von allen Altersgruppen auf. Mit zunehmendem Alter sinkt die Quote. Auch Geschiedene sind mit 4,2 Prozent häufiger betroffen als Verheiratete mit 1,4 Prozent.

Unterstützung in finanzieller Notlage

Personen in Notsituation haben das Recht auf wirtschaftliche und persönliche Hilfe. Auch wenn jemand nicht mehr in der Lage ist, für sich selbst oder den Unterhalt der Familie aufzukommen, kann Sozialhilfe beantragt werden. Die Höhe wird individuell als sogenanntes sozialhilferechtliches Existenzminimum berechnet. Sozialhilfe muss in der Regel nicht zurückbezahlt werden, ausser der Bezug war unrechtmässig oder die finanziellen Verhältnisse haben sich wesentlich verbessert, etwa durch eine Erbschaft.

Bei Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit beträgt die Quote 5,4 Prozent, bei Schweizerinnen und Schweizern 1,9 Prozent. Die Unterschiede zwischen den Bevölkerungsgruppen entsprechen laut BFS weitgehend dem Muster der Vorjahre.

Separat weist das BFS rund 32'600 Personen aus, die Sozialhilfe im Flüchtlingsbereich erhielten. Die entsprechende Quote liegt bei 83,6 Prozent. Bei Menschen mit Schutzstatus S wurden rund 68'000 Personen unterstützt, die Quote beträgt 81,1 Prozent.

Grosse Unterschiede zwischen den Kantonen

Bei den Kantonen zeigt sich ein bekanntes Muster: Besonders hoch ist die Quote in mehreren Kantonen in der Westschweiz und in Basel-Stadt. In Genf nahm die Quote deutlicher zu als in den meisten anderen Kantonen. Tiefer liegt sie vor allem in ländlichen Kantonen der Zentral- und Ostschweiz sowie in Freiburg, Graubünden und im Wallis (siehe Karte).

Das BFS nennt als Gründe unter anderem die Wirtschafts- und Bevölkerungsstruktur sowie die Belastungen städtischer Zentren.

Viele unterstützte Kinder leben in Einelternfamilien

Wie stark Einelternfamilien betroffen sind, zeigt der Bericht «Sozialhilfe in Schweizer Städten» der Städteinitiative Sozialpolitik, der ebenfalls am Dienstag erschien. Der Bericht untersucht 20 Städte und verwendet für die statistischen Auswertungen Daten bis 2023. Damals lebten 59 Prozent der minderjährigen Sozialhilfebeziehenden in diesen Städten in einer Einelternfamilie, also nur mit Mutter oder Vater. 2010 waren es noch 52 Prozent.

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Arbeit schützt nicht immer vor Sozialhilfe

Im Durchschnitt der 20 Städte waren 2023 rund 41 Prozent der Alleinerziehenden mit Sozialhilfe erwerbstätig. Die Unterstützung ergänzt bei vielen einen Lohn, der für den Lebensunterhalt der Familie nicht reicht.

Die Sozialdienste nennen mehrere Belastungen: Alleinerziehende müssen Betreuung und Erwerbsarbeit weitgehend allein organisieren. Hinzu kommen teils fehlende Unterhaltszahlungen, hohe Wohnkosten oder gesundheitliche Probleme.

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Fabian Pöschl

Fabian Pöschl (fpo) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Verantwortlicher Wirtschaftsnews im Ressort Wirtschaft

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