Vogelkot auf dem Auto? Darum solltest du sofort handeln

Sonnencreme schützt die Haut, kann bei Hitze aber dem Autolack schaden. Darüber berichtete 20 Minuten – und in den Kommentaren lenkte User Tuvok den Blick auf einen anderen Lackfeind: «Das Schlimmste für den Lack ist immer noch Vogelkot! Wenn man den nicht rasch entfernt, gibt es bleibende Schäden.»
Wer sein Auto im Freien abstellt, muss früher oder später mit einem Treffer auf Motorhaube, Dach oder Kofferraum rechnen. Und Tuvoks Warnung ist berechtigt: Vogelkot ist nicht bloss unschön, sondern kann die oberste Lackschicht dauerhaft beschädigen.
Wie reagierst du, wenn du Vogelkot auf deinem Auto entdeckst?
Vogelkot kann sich regelrecht in den Lack ätzen
Wie aggressiv die Hinterlassenschaften von Vögeln sein können, zeigt ein Versuch des deutschen VOX-Automagazins «Auto mobil». Für den Test bestrich die Redaktion eine Motorhaube mit Sonnencreme, Baumharz und Pankreatin, einem Stoff, der bei Materialprüfungen als Ersatz für Vogelkot verwendet wird. Anschliessend setzte sie die Stellen fünf Tage lang jeweils acht Stunden UV-Licht und Wärme aus.
Alle drei Stoffe griffen den Lack an. Am stärksten fiel der Schaden beim Vogelkotersatz aus. Nach fünf Tagen liess sich die Stelle laut «Auto mobil» allenfalls noch durch Abschleifen retten. Bleibt die Verschmutzung länger auf dem Lack, könne eine Neulackierung nötig werden.

Auch der ADAC, Deutschlands grösster Automobilclub, warnt vor den Folgen. ADAC-Technikexperte Heinz-Gerd Lehmann sagte in einer Mitteilung des Regionalclubs Nordrhein-Westfalen: «Vogelkot ist sehr aggressiv und kann den Lack bis auf die Grundierung zerfressen.»
Darum greift Vogelkot den Lack an
Vogelkot enthält unter anderem Harn- und andere Säuren, Eiweissabbauprodukte sowie mineralische Verunreinigungen wie Sandkörner, erklärt der ADAC in einem aktuellen Ratgeber. Bei grosser Hitze könnten teilweise bereits zehn bis 20 Minuten reichen, um die oberste Klarlackschicht anzugreifen.
Auch Forschende haben untersucht, was dabei im Lack passiert. Eine Studie im «Journal of Coatings Technology and Research» kommt zum Schluss, dass Verdauungsenzyme im Vogelkot eine chemische Zersetzung des Klarlacks auslösen können.

Erwärmt sich der Lack in der Sonne, laufen die chemischen Prozesse schneller ab. Gleichzeitig kann sich die Lackschicht ausdehnen, wodurch Bestandteile des Vogelkots tiefer einwirken können. Zurück bleiben etwa weissliche Ränder, matte Stellen oder bei stärkeren Schäden Risse.
Bloss nicht trocken wegrubbeln
Also schnell mit einem Taschentuch drüber? Lieber nicht. Im Vogelkot können Sand und andere harte Partikel stecken. Reibst du sie trocken über den Lack, können sie wie Schleifmittel wirken und Kratzer hinterlassen.
Der ADAC empfiehlt deshalb, den Kot zuerst gründlich einzuweichen. Frische Verschmutzungen lassen sich oft mit reichlich Wasser lösen. Ist der Fleck bereits angetrocknet, kannst du ein mit warmem Wasser durchnässtes weiches Tuch oder Papier darauflegen und einige Minuten warten. Anschliessend den Schmutz abspülen und Reste vorsichtig abtupfen.

Harte Bürsten und Küchenschwämme gehören dabei nicht auf den Lack. Dasselbe gilt für kräftiges Schrubben. Je weniger du die festen Partikel über die Oberfläche ziehst, desto kleiner ist das Risiko zusätzlicher Kratzer.
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Meret Steiger (mst), arbeitet seit 2016 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin für Living und Auto & Mobilität und berichtet über Wohnen, Einrichten und Architektur.
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