Huawei Freebuds Neo im Test: richtig gute In-Ear-Kopfhörer mit ANC für 109 Euro
Die Huawei Freebuds Neo sind die günstige Alternative zu den Freebuds Pro. Wie gut die knubbeligen In-Ear-Kopfhörer mit ANC sind, zeigt der Test.
Die Huawei Freebuds Neo kosten 109 Euro und sind damit die günstige Alternative zu den Freebuds Pro. Trotzdem versprechen sie guten Klang und starkes ANC und bringen dazu LDAC und Spatial Audio mit. Damit sind sie zumindest im Geiste die Nachfolger der Freebuds-i-Reihe. Auch beim Design geht Huawei neue Wege: knubbelige In-Ears mit sehr kurzem Stiel, dazu ein Ladeetui in Pillenform. Ob das kleine Paket überzeugt, klären wir in diesem Test.
Design und Tragekomfort
Die Huawei Freebuds Neo sind klein und leicht: Jeder Ohrhörer wiegt nur 4,8 g. Sie sind knubbelig geformt, haben einen ungewöhnlich kurzen Stiel und durchweg stark abgerundete Kanten. Das wirkt sehr organisch und verspielt.
Beim Material reichen sie allerdings nicht an andere Huawei-Ohrhörer heran: Das glänzende Kunststoffgehäuse wirkt fast etwas billig. Auch das Ladeetui fällt aus dem Rahmen. Es ist als sehr breites Oval geformt und wirkt eher einfach als edel. Mit 31 g ist es zwar leicht, wegen seiner Breite spürt man die „Pille“ in der Hosentasche aber.
Beim Tragen sitzen die Buds angenehm. Viel Stiel gibt es nicht, also hebelt auch nichts die Ohrhörer aus dem Ohr. Dank IP55-Zertifizierung sind sie außerdem vor Staub und Strahlwasser geschützt. Ein kurzer Regenschauer oder Schweiß beim Sport sollte ihnen also nichts anhaben. Das gilt allerdings nicht für das Etui.
Huawei Freebuds Neo: Bilder
Huawei Freebuds Neo
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Huawei Freebuds Neo
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Bedienung und App
Bedient werden die Freebuds Neo über Touchflächen an den kurzen Stielen. Zweimal tippen startet oder pausiert die Wiedergabe, dreimal tippen springt zum nächsten Titel. Langes Berühren wechselt zwischen den Geräuschmodi oder lehnt Anrufe ab. Wischt man über den Stiel, ändert sich die Lautstärke.
In der App lassen sich die Gesten anpassen, allerdings nur innerhalb einer vorgegebenen Auswahl. Eine Änderung lohnt sich trotzdem: Belegt man links die Dreifachgeste mit „Vorheriger Titel“, springt man rechts vor und links zurück.
Im Alltag klappt das gut, benötigt wegen der kurzen Stiele aber etwas Übung. Bis die Gesten sitzen, verschiebt man die Ohrhörer beim Tippen leicht. Das Wischen für die Lautstärke funktioniert dagegen einwandfrei. Bei den Huawei Freebuds Pro 5 gelingt die Bedienung über die Drucksteuerung präziser.
Für die Einstellungen haben wir zwei Apps ausprobiert: Huawei AI Life und Huawei Audio Connect. Beide funktionieren mit den Freebuds Neo problemlos und ähneln sich bei den Einstellungen für die Ohrhörer stark. In beiden kann man Gesten anpassen, Klangprofile und Raumklang einstellen, ANC-Modi wählen und Firmware-Updates einspielen.
Der Unterschied liegt im Umfang: AI Life verwaltet auch andere vernetzte Huawei-Geräte, Audio Connect ist auf Kopfhörer und andere Audioprodukte zugeschnitten. Audio Connect ist damit die neuere, auf Audiogeräte spezialisierte Alternative zu AI Life. Ein offizieller Nachfolger, der AI Life ersetzt, ist sie aber nicht. Huawei führt die Freebuds Neo in seinen Support-Anleitungen weiterhin bei beiden Apps auf. Wer AI Life schon nutzt, muss also nicht wechseln.
Etwas umständlich bleibt die Installation unter Android, denn im Google Play Store gibt es keine der beiden Apps. Android-Nutzer laden sie über Huaweis Appgallery oder direkt von der Huawei-Website herunter und installieren sie per Sideload. Auf unserem Honor-Smartphone war Audio Connect außerdem im Honor App Market zu finden. iPhone-Nutzer bekommen beide Apps ganz normal im Apple App Store. Der Umweg lohnt sich: Ohne App lassen sich weder die Gesten anpassen noch Firmware-Updates einspielen.
Huawei Freebuds Neo: Audio Connect App
Huawei Freebuds Neo: Audio-Connect-App
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Huawei Freebuds Neo: Audio-Connect-App
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Huawei Freebuds Neo: Audio-Connect-App
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Huawei Freebuds Neo: Audio-Connect-App
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Huawei Freebuds Neo: Audio-Connect-App
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Huawei Freebuds Neo: Audio-Connect-App
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Huawei Freebuds Neo: Audio-Connect-App
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Huawei Freebuds Neo: Audio-Connect-App
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Technische Features
In jedem Stöpsel arbeitet ein dynamischer 11-mm-Treiber mit Dual-Magnet-Antrieb. Er liefert kräftigen Bass und verzerrt auch bei hoher Lautstärke kaum. Den Übertragungsbereich gibt Huawei mit 10 Hz bis 48 kHz an.
Gefunkt wird per Bluetooth 6.0. Die Vorteile des neuen Standards gibt es allerdings nur, wenn auch das Smartphone ihn unterstützt. Im Test bleibt die Verbindung weitgehend stabil. Nur an belebten Orten mit vielen Bluetooth-Geräten in der Nähe kommt es gelegentlich zu kurzen Aussetzern. Im Alltag praktisch ist Multipoint: Die In-Ears können mit zwei Geräten gleichzeitig verbunden sein.
Lobenswert sind die hochwertigen Codecs LDAC und Huaweis L2HC 4.0. L2HC überträgt bis zu 2,3 Mbit/s und soll verlustfreien Klang ermöglichen. In dieser Preisklasse ist das selten. Der Haken: L2HC läuft nur mit Huawei-Smartphones, LDAC nur mit Android, und am iPhone gibt es nur AAC.
Ein 3D-Audiochip sorgt für räumlichen Klang, auf Wunsch auch mit Head-Tracking. Bei Filmen bringt das einen Mehrwert. Stereomusik klingt damit aber etwas künstlich und hallig. Ohne Raumklang spielen die Freebuds Neo präziser.
Akku
In jedem Ohrhörer steckt ein 60-mAh-Akku, im Ladecase sind es 460 mAh. Huawei verspricht bis zu 10 Stunden Musik ohne und 6,5 Stunden mit ANC. Mit dem Case sind es insgesamt 40 oder 24 Stunden. Diese Werte gelten allerdings nur für AAC bei etwa 50 % Lautstärke. Unser Test bestätigt sie weitgehend. Mit LDAC sinkt die Laufzeit spürbar, beim Telefonieren ist der Akku ebenfalls früher leer.
Rekordwerte sind das nicht, für die Preisklasse aber mehr als ordentlich. Kabelloses Laden gibt es nicht. Das Case ist nach rund 70 Minuten voll, die Ohrhörer im Case nach etwa 45 Minuten. Wenn es schnell gehen muss, reichen schon 10 Minuten im Case für rund 4 Stunden Musik.
Klangqualität
Klanglich überzeugen die Huawei Freebuds Neo. Wie bei Huawei-In-Ears üblich, ist die Abstimmung ausgewogen und trotzdem kräftig. Bassfans sollten in der App die Bassverstärkung aktivieren. Dann hat der Tiefton ordentlich Druck, bleibt aber straff und konturiert. Für Pop, Hip-Hop, Techno oder Dubstep haben die Freebuds Neo damit mehr als genug Punch.
Auch Mitten und Höhen sind sauber herausgearbeitet, wenn auch nicht ganz auf dem Niveau von Top-In-Ears. Stimmen klingen klar und natürlich. Die Höhen sind detailreich, ganz oben fehlt ihnen aber etwas Luft und Brillanz. Instrumentalmusik geben die Freebuds Neo trotzdem überzeugend wieder.
Neben der Bassverstärkung bietet die App weitere Klangprofile, etwa eines, das Stimmen in den Vordergrund rückt. Auch beim Telefonieren machen die Kopfhörer eine gute Figur: Man versteht sein Gegenüber gut, und die eigene Stimme kommt ebenfalls klar an.
ANC
Die aktive Geräuschunterdrückung (ANC) der Freebuds Neo arbeitet vor allem bei tiefen Frequenzen ordentlich. Gleichmäßiges Brummen von Triebwerken, Motoren oder Klimaanlagen wird spürbar leiser, bleibt aber noch leicht hörbar.
Im Mitteltonbereich lässt die Dämpfung erwartungsgemäß nach. Stimmen, etwa Durchsagen am Flughafen oder im Flugzeug, dringen deshalb noch durch. Weitgehend ungestört Musik hören kann man trotzdem. An die Oberklasse kommen die Freebuds Neo beim ANC nicht heran, für ihre Preisklasse ist das Ergebnis aber mehr als solide.
Wer mitbekommen möchte, was um ihn herum passiert, schaltet in den Aufmerksamkeitsmodus. Dann leiten die eingebauten Mikrofone Umgebungsgeräusche ans Ohr weiter, statt sie zu unterdrücken. Das ist praktisch, wenn man am Gate keine Durchsage verpassen will oder im Straßenverkehr Autos und Radfahrer hören muss, etwa beim Überqueren einer Straße.
Preis
Die UVP der Freebuds Neo liegt bei 129 Euro. Derzeit bekommt man sie aber schon für 109 Euro (Huawei Shop), und zwar in den Farben Silber, Schwarz, Weiß und Rosa.
Fazit
Die Huawei Freebuds Neo zeigen, dass gute ANC-Kopfhörer nicht teuer sein müssen. Für 109 Euro (Huawei Shop) bekommt man guten Klang, eine für die Preisklasse gute Geräuschunterdrückung und dazu Extras wie LDAC und Spatial Audio, die in dieser Preisklasse selten sind. Mit 4,8 g pro Ohrhörer sind die knubbeligen In-Ears so leicht, dass man sie beim Tragen kaum spürt. Dank IP55 machen ihnen auch Regen und Schweiß beim Sport nichts aus.
Leichte Abstriche gibt es bei der Haptik: Das glänzende Kunststoffgehäuse und das breite Pillen-Etui wirken einfacher als bei teureren Huawei-Modellen. In der Hosentasche trägt das Etui spürbar auf.
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