Eklat um Cristiano Ronaldo: Ende in Portugals Nationalteam?
Erneut kein Platz in der Startelf, stattdessen wieder nur die Ersatzbank drücken - das war offenbar zu viel der Demütigung für Portugals Fußballstar Cristiano Ronaldo. Nachdem er erfahren hatte, dass er auch beim Spiel der UEFA Nations League in Dänemark nicht von Anfang an auf dem Platz stehen würde, flüchtete er in einem schwarzen Lieferwagen aus dem Parken-Stadion in Kopenhagen.
Später schrieb er auf Instagram Abschiedsworte an die Kollegen der portugiesischen Nationalmannschaft. Er habe beschlossen, das Trainingslager zu verlassen, hieß es dort.
"Zu gegebener Zeit werde ich allen Portugiesen die Wahrheit über die Gründe für meinen Abschied von der Nationalmannschaft sagen, der ich mich stets mit ganzer Kraft gewidmet habe. Jetzt ist es an der Zeit Portugal und allen meinen Mitspielern viel Glück zu wünschen, ohne Ausnahme."
Schon am Sonntag beim letzten Auftritt der Selecao, einem 2:1-Sieg in Norwegen, hatte Ronaldo sichtbar schlecht gelaunt auf der Bank Platz nehmen müssen und war auch im späteren Spielverlauf nicht eingewechselt worden.
Nationaltrainer Jesus: "Kein Zwischenfall"
Nationaltrainer Jorge Jesus hatte anschließend noch versucht, die Wogen zu glätten, und in der Pressekonferenz am Tag vor der Partie in Dänemark erklärt, dass es "keinerlei Zwischenfall" mit Ronaldo gegeben habe.
Trotzdem sei er erneut nicht in der Startelf dabei. "Wenn ich ihn brauche, wird er eingewechselt. Wenn ich ihn nicht brauche, wird er nicht eingewechselt", so Jesus.

Das brachte für Ronaldo das Fass offenbar zum Überlaufen, auch der extra angereiste Verbandschef Pedro Proenca konnte ihn nicht mehr umstimmen. Der 41-jährige Altstar reiste ab. Wie die spanische Sportzeitung "Marca" berichtete, wollte er mit einem Privatjet nach Madrid fliegen.
Ende einer Ära nach 23 Jahren?
Sollte Ronaldo tatsächlich nicht mehr für Portugal auflaufen, wäre es ein unrühmlicher Abschied nach 234 Länderspielen, in denen er 146 Tore erzielt hatte.
Größte Erfolge waren der Gewinn der Europameisterschaft 2016 sowie die Siege in der Nations League 2019 gegen die Niederlande und 2025 gegen Spanien. Sein erstes Länderspiel hatte Ronaldo 2003 als 18-Jähriger bestritten.
Bislang hatte Ronaldo immer darauf bestanden, selbst zu entscheiden, wann für ihn Schluss ist. "Wenn ich das Gefühl habe, dass ich dem Team nichts mehr bringe oder dass ich eine schlechte Stimmung schaffe, werde ich als Erster gehen", hatte er vor wenigen Tagen noch gesagt und ergänzt: "Die Portugiesen zählen auf mich. Deshalb bin ich immer noch hier."
Nun ist er es nicht mehr - ob nur in Dänemark oder endgültig, wird sich zeigen.
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