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Wednesday, October 14, 2026

Kommunikationsplattformen – Nach Kritik: Bundesrat will bei Social Media mehr Jugendschutz

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  • Jugendliche sollen in den sozialen Medien besser geschützt werden.
  • Das hat der Bundesrat nach der Vernehmlassung des Gesetzes über Kommunikationsplattformen und Suchmaschinen entschieden.
  • Der Bundesrat wird im Juni 2027 ein entsprechendes Gesetz über Kommunikationsplattformen und Suchmaschinen präsentieren.

Der Vorentwurf des Gesetzes soll nun mit Jugendschutzmassnahmen ergänzt werden. Zudem soll das Meldeverfahren auf alle mutmasslich rechtswidrigen Inhalte ausgedehnt werden, wie der Bundesrat mitteilt.

Mann im Anzug steht neben einer Flagge und spricht auf einer Pressekonferenz.
Legende: Bundesrat Albert Rösti informiert über das Ergebnis des Vernehmlassungsverfahrens zum Bundesgesetz. KEYSTONE / Anthony Anex / Archiv

Konkret geht es um die Regulierung von Internetdienstleistungen von etwa Google, Facebook oder Youtube. Die Bevölkerung würde sich immer stärker über solche Plattformen informieren, sagt der Bundesrat. In der Folge würden die Plattformen die öffentliche Debatte vermehrt beeinflussen.

Albert Rösti betont, dass die Lösung des Bundesrates liberaler ist, als der «Digital Service Act» der EU. Daher gebe es keinen Grund, die Schweiz zu bestrafen, oder Retorsionsmassnahmen zu befürchten.

Mit dem neuen Gesetz sollen die Rechte der Nutzerinnen und Nutzer gestärkt und die Anbieterinnen von Kommunikationsplattformen und Suchmaschinen zu mehr Transparenz verpflichtet werden.

Grüne forderten mehr Jugendschutz

Mit dem angekündigten Ausbau des Jugendschutzes reagiert die Landesregierung auf Forderungen der Grünen, die im Parlament dazu Vorstösse einbrachten. Das Ziel sei, Minderjährigen eine sicherere Nutzung zu ermöglichen, indem ihrem Recht auf Teilhabe am öffentlichen Diskurs Rechnung getragen werde.

Die betroffenen Plattformen und Suchmaschinen sollen analysieren müssen, inwiefern ihre Dienste Risiken für Minderjährige schufen oder verstärkten. Ausserdem müssten sie Massnahmen ergreifen, um diese Risiken zu reduzieren, hiess es weiter. Zudem soll den grossen Plattformen verboten werden, Minderjährigen personalisierte Werbung auszuspielen.

SVP und FDP wollen Gesetz nicht

In der von Oktober 2025 bis Februar 2026 durchgeführten Vernehmlassung gingen 214 Stellungnahmen ein, wie einem entsprechenden Bericht zu entnehmen war. Eine Mehrheit stimmte dem Vorhaben des Bundesrats zu.

UVEK-Vorsteher Rösti erklärte, dass Meldungen gegen Inhalte auf Kommunikationsplattformen primär an die Plattformen gehen und nicht an den Staat. Diese Unternehmen müssen dann entscheiden, ob diese Inhalte gelöscht werden oder nicht. Eine Meldung beim Anbieter bedeute nicht eine Löschung des Inhaltes.

Von den Parteien, die im Parlament vertreten sind, unterstützen die Mitte, die SP, die Grünen, die GLP und die EVP das Vorhaben. Auch dafür sind 22 Kantone.

Ablehnend äusserten sich die Kantone Schwyz und Thurgau sowie die FDP, die SVP und die EDU. Gründe für die Ablehnung sind etwa Bedenken betreffend eine mögliche Gefährdung der Meinungs- und Informationsfreiheit.

Der Bundesrat hat nun das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) damit beauftragt, bis Ende Juni 2027 eine Botschaft auszuarbeiten. Im Anschluss wird das Parlament über das geplante Gesetz befinden müssen.

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