PunchMy brother was beaten to death by step-siblings over bag theft allegation — SisterESPNValkyries outlast Dream in Game 7, secure first WNBA titleESPN DeportesCarrick minimiza riesgo de entrar en zona de descensoSky TG24Sciopero, Cgia: "Costo per il Paese vicino a 1 miliardo di euro"한겨레독일·스위스에 손 내미는 시진핑…보호무역 확산 속 대유럽 외교 공세Bollywood HungamaHimesh Reshammiya makes a BIG revelation: “I have written, sung and composed 15 songs in English; they don’t sound WANNABE at all”; adds, “There’s one song which is ABSOLUTELY right for Rihanna”CNN TürkİSTANBUL MARATONU NEDENİYLE 1 KASIM KAPATILACAK YOLLAR | İstanbul'da yollar trafiğe kaçta kapatılacak, kaçta açılacak?ZDF heuteEntdecken Sie das ZDF-NachrichtenstudioSözcüTrump'ın yardımcısı Cadılar Bayramı'nda öyle bir kılığa girdi ki tanıyan çıkmadıIl Sole 24 OreFotovoltaico, in arrivo 1,2 miliardi di euro per spingere gli impianti fino a 1 MW매일경제‘방미’ 진성준 “하루 전 비자받아 미국행…의정활동이 왜 美 심사 대상인가”7sur7“On en a marre aussi”: après la France, plusieurs pays européens touchés par des manifestations agitées
The Daily Newsstand · Free, Always
Sunday, November 1, 2026

Drei Tage krank: Arbeitgeber verlangt intime Details von Baslerin

Translate
  • Eine Baslerin soll nach drei Krankheitstagen intime Fragen zu ihrer Krankengeschichte beantworten.
  • Ihre Lohnfirma schickte ihr trotz Arztzeugnis einen Fragenkatalog, unter anderem zu psychischen Erkrankungen und Schwangerschaft.
  • Laut der Gewerkschaft Syna darf der Arbeitgeber solche Gesundheitsdaten nicht verlangen.

«Ich habe das Gefühl, dass meine verletzliche Situation ausgenutzt wird», sagt die betroffene Mitarbeiterin. Anfang September war die Frau während drei Tagen krankgeschrieben. Sie reichte ihrem Arbeitgeber ein Arztzeugnis ein. Kurz darauf erhielt sie per E-Mail einen Fragenkatalog, den sie innert dreier Arbeitstage beantworten sollte.

Die Firma schrieb zusätzlich, bei fehlender Mitwirkung könnten Leistungen gekürzt oder verweigert werden. Angestellt ist sie nicht direkt beim Pharmaunternehmen, sondern über eine Lohnfirma.

«Solche sensiblen Infos muss ich nicht offenlegen»

Ihr Arbeitgeber wollte unter anderem weitere Details zu den Symptomen wissen, ob es sich um eine Vorerkrankung oder um eine psychische Erkrankung handelt oder ob die Arbeitsunfähigkeit mit einer Schwangerschaft zusammenhängt. «In diesem Fall geben Sie für Versicherungszwecke den voraussichtlichen Geburtstermin bekannt», heisst es im Schreiben.

Die Frau verweigerte die Angaben. «Das ging mir viel zu weit. Solche sensiblen Infos muss ich nicht offenlegen», sagt sie. Sie habe ein gültiges Arztzeugnis eingereicht. Dieses müsse aus ihrer Sicht genügen.

Die Mitarbeiterin hätte dem Arbeitgeber zahlreiche Details zu ihrer Krankheit mitteilen sollen (Symbolbild).

Die Mitarbeiterin hätte dem Arbeitgeber zahlreiche Details zu ihrer Krankheit mitteilen sollen (Symbolbild).Getty Images

Wie aus dem schriftlichen Austausch hervorgeht, der 20 Minuten vorliegt, begründet der Arbeitgeber die Fragen damit, dass man nicht alle externen Mitarbeitenden persönlich kenne. Beim Stellenantritt würden zudem keine Gesundheitsfragebögen ausgefüllt. Deshalb seien bei einer Krankmeldung gewisse Abklärungen nötig. Diese Abklärungen entsprächen internen Standards, schreibt die Firma.

Wie schätzt du die Fragen von diesem Arbeitgeber ein?

«Das sind besonders schützenswerte Daten»

Ganz anders sieht es Katarina Duzanic von der Gewerkschaft Syna. Sie betont: Ein Arbeitgeber habe grundsätzlich keinen Anspruch auf Einsicht in die vollständige Krankengeschichte einer Arbeitnehmerin.

«Gemäss Obligationenrecht und Datenschutzgesetz muss der Arbeitgeber die Persönlichkeit und Privatsphäre der Angestellten schützen», so Duzanic. Gesundheitsdaten seien ausserdem besonders schützenswerte Personendaten. Der Arbeitgeber müsse sich auf Angaben beschränken, die zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nötig seien. Eine weitergehende Offenlegung der Krankengeschichte sei grundsätzlich nicht gerechtfertigt.

Was kann man machen?

  • Arbeitgeber informieren: Die Arbeitnehmerin soll mitteilen, dass sie die umfangreichen Fragen zu ihrer Krankengeschichte nach lediglich drei Abwesenheitstagen als unverhältnismässig empfindet.
  • Fragen nicht beantworten: Nicht arbeitsrelevante Fragen zu früheren Erkrankungen und Diagnosen muss sie grundsätzlich nicht beantworten. Ihre Informationspflicht bezüglich der aktuellen Arbeitsunfähigkeit bleibt bestehen.
  • Mitwirkung zusichern: Sie soll ausdrücklich bestätigen, dass sie ihren Mitwirkungspflichten gegenüber der Krankentaggeldversicherung nachkommt.
  • Medizinische Abklärungen: Fragen zur Krankengeschichte sollen direkt mit der Krankentaggeldversicherung beziehungsweise deren Vertrauensarzt geklärt werden.

«Ich traue mich kaum noch, mich krankzumelden»

Die betroffene Frau lebt seit 15 Jahren mit ihrem Mann im Kanton  Baselland. Bis vor drei Jahren arbeitete sie in der Pharmaindustrie, danach wurde sie entlassen und meldete sich beim RAV an. Anschliessend fand sie über die Personalvermittlung die neue Stelle bei einem Pharmaunternehmen in Basel. 20 Minuten liegt der unterzeichnete Arbeitsvertrag vor.

Die Situation belaste sie stark: «Aktuell ist es sehr schwierig, in unserer Branche einen Job zu finden. Die Lage ist unsicher, es gibt viele Entlassungen. Jetzt traue ich mich kaum noch, mich krankzumelden.»

Aktivier jetzt den Basel-Push!

Mit dem Basel-Push von 20 Minuten bekommst du die News und Geschichten, die die Nordwestschweiz bewegen, blitzschnell auf dein Handy geliefert.

So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten auf «Profil», dann aufs «Einstellungen»-Zahnrad und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Wähle hier die gewünschten Themen aus. Voilà!

Flurin Pestalozzi

Flurin Pestalozzi (flu) arbeitet seit 2025 bei 20 Minuten und ist Korrespondent in Bern.

View the original on 20 Minuten →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.